Amateurfußball: Eine Saison mit vielen Aufsteigern und ohne Absteiger
„Bestmögliche und fairste Lösung“

Lübbecke/Kaiserau (WB). Der Verbands-Fußball-Ausschuss (VFA) des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW) hat dem Präsidium am Dienstagabend seine endgültige Empfehlung zur Wertung der Saison 2019/20 vorgelegt. Diese bestätigt den von den Vereinen mit überwältigender Mehrheit gewünschten Abbruch der aktuellen Spielzeit mit Aufsteigern und ohne Absteiger in den Amateurspielklassen von der Kreisliga D bis zur Oberliga Westfalen.

Mittwoch, 06.05.2020, 18:32 Uhr aktualisiert: 06.05.2020, 18:34 Uhr
Der endgültige Abbruch der Saison im westfläischen Amateurfußball ist wieder etwas nähergerückt. Foto: dpa

Zur Berechnung der Aufsteiger hat der VFA ein Modell entwickelt, wonach sowohl der aktuelle Tabellenführer als auch der Hinrundenerste aufsteigen werden. Bei einer unterschiedlichen Anzahl absolvierter Spiele greift eine Quotientenregelung, wie sie beispielsweise im Handball auch praktiziert worden ist. Das FLVW-Präsidium folgte der Empfehlung einstimmig . Jetzt muss Anfang Juni ein Außerordentlicher Verbandstag entscheiden.

Einstimmige Entscheidung

Die Saison 2019/2020 wird abgebrochen und die Aufsteiger der überkreislichen Spielklassen werden so ermittelt:

1. Die Vereine, die nach der aktuellen Tabelle auf dem ersten Tabellenplatz stehen, steigen in die nächsthöhere Spielklasse auf.

2. Sollte nach dem aktuellen Tabellenstand Mannschaften nicht die gleiche Anzahl an ausgetragenen Spielen haben, wird die Platzierung für einen möglichen Aufstiegsplatz durch eine Quotientenberechnung (es werden drei Nachkommastellen analog eines Hare-Niemeyer-Verfahrens zu Grunde gelegt) ermittelt: Punkte geteilt durch Anzahl der ausgetragenen Spiele. Bei Quotientengleichheit ist die Tordifferenz entscheidend. Sollte auch diese gleich sein, zählen die meist geschossenen Tore.

3. Sollte die ermittelte Mannschaft nicht mit dem Spitzenreiter der Hinrunde übereinstimmen, steigt zusätzlich der „Herbstmeister“ mit

4. Bei Verzicht oder Nichtzulassung eines Aufsteigers nimmt die nächste aufstiegsbereite und zugelassene Mannschaft (Oberliga bis Tabellenplatz vier, Westfalen- bis Bezirksliga bis Rang drei) der jeweiligen Staffeln deren Platz ein. Bei den Frauen geht das bis Tabellenplatz vier.

...

FLVW-Präsident Gundolf Walaschewski spricht von einer salomonischen Entscheidung. In der Verbandserklärung wird er wie folgt zitiert: „Der VFA hat nach Auffassung des Präsidiums die bestmögliche und fairste Lösung für den Großteil der Vereine gefasst. Die Empfehlung schöpft all unsere Möglichkeiten aus, um den Gegebenheiten in all unseren Staffeln gerecht zu werden. Es war keine leichte Aufgabe, schließlich reden wir hier von 6641 Männer- und Frauen-Mannschaften in 233 Staffeln.“

Manfred Schnieders, Vizepräsident Amateurfußball, hat den Prozess aktiv und Hand in Hand mit dem Verbands-Fußball-Ausschuss über die vergangenen Wochen mitgestaltet. „Der Saisonabbruch ist der ausdrückliche Wunsch der Vereine – genau wie eine Wertung, um die bisher sportlich erbrachte Leistung zu würdigen. Wir haben es uns alles andere als leicht gemacht und uns die Ligen sehr genau angeschaut. Jetzt hoffen wir auf das Verständnis der Vereine – vor allem bei denjenigen, die in der nächsten Spielzeit einen neuen Anlauf in Sachen Aufstieg nehmen müssen”, so Schnieders.

Denn klar ist auch, dass wegen des Abbruchs aufgrund der Corona-Pandemie kein Königsweg für eine Saisonwertung existiert. Prominente Härtefälle gäbe es vor allem in der Oberliga Westfalen (die ersten drei Teams trennen je nur 0,05 Quotientpunkte) und in der Westfalenliga-Staffel 1, in der Victoria Clarholz nur aufgrund der besseren Tordifferenz gegenüber dem quotientengleichen SV Borussia Emsdetten aufsteigen würde.

„Mit den zusätzlichen Aufstiegsplätzen sowie der Installation weiterer Bezirksliga- und Landesliga-Staffeln möchten wir den Vereinen unbedingt entgegenkommen. Unser Ziel war von vornherein, unter den gegebenen Umständen die fairste Lösung zu erarbeiten“, betont Reinhold Spohn, der VLA-Vorsitzende: „Mit den zusätzlichen Aufstiegsplätzen sowie der Installation weiterer Bezirksliga- und Landesliga-Staffeln möchten wir den Vereinen unbedingt entgegenkommen. Unser Ziel war von vornherein, unter den gegebenen Umständen die fairste Lösung zu erarbeiten.“

Ferner empfiehlt der Verbands-Fußball-Ausschuss, dass die spielleitenden Stellen der 29 FLVW-Kreise analog verfahren. Der FLVW hatte eine für das gesamte Verbandsgebiet einheitliche Lösung als Ziel ausgegeben, was die Kreisvorsitzenden nach den zahlreichen Videokonferenzen voll und ganz unterstützen. Sollte ein Kreis Probleme bei der Ermittlung der Kreisliga-Aufsteiger zur Bezirksliga haben, dann werden solche Fälle einzeln und zusammen mit dem VFA geprüft und entsprechende Lösungen gefunden. Dies könnte zur Folge haben, dass es auch weitere Aufsteiger zur Bezirksliga geben könnte.

Am Montag, 11. Mai, beraten die Kreisvorsitzenden gemeinsam mit dem Präsidium in der Ständigen Konferenz über die Empfehlung. Anschließend wird ein außerordentlicher Verbandstag in der zweiten Juni-Woche über den endgültigen Saisonabbruch mit der vorgeschlagenen Wertung abstimmen.

Sollte der VFA-Empfehlungsbeschluss zum Tragen kommen, würde das für die überkreislichen Männerspielklassen folgende Situation darstellen – Oberliga: 20 Vereine (vorher 18), Westfalenliga: 33 Vereine (vorher 32), Landesliga: 76 Vereine (vorher 64, eine zusätzliche Staffel), Bezirksliga: 223 Vereine (vorher 193, zwei zusätzliche Staffeln). Innerhalb von zwei Jahren sollen die Ligen mit vermehrtem Abstieg wieder abgebaut werden.

Zum Thema Saisonstart: „Vor dem 1. September passiert nichts“, glaubt Manfred Schnieders: „Ich tendiere Richtung Herbst.“ Das Transferfenster werde angepasst.

In den überkreislichen Junioren-Spielklassen sollen die Kriterien nächste Woche veröffentlicht werden. „Für den Kinder- und Jugendfußball streben wir eine möglichst identische Umsetzung für einen Gleichschritt im FLVW an“, gibt Vizepräsident Jugend Holger Bellinghoff einen ersten Ausblick. Harald Ollech, Vorsitzender des Verbands-Jugend-Ausschusses (VJA), stellt die nächsten Meilensteine vor: „Der VJA hat einstimmig die Durchführung eines außerordentlichen Verbandsjugendtages im Umlaufverfahren beschlossen. Dem höchsten Jugendorgan des FLVW wird die Entscheidung über den Saisonabschluss 2019/2020 übertragen.“

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7398645?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2447933%2F2352979%2F2514622%2F
Neuer Arminia-Präsident am 3. Dezember
Hans-Jürgen Laufer ist seit August 2013 DSC-Präsident – und noch bis zum 3. Dezember 2020. Foto: Thomas F. Starke
Nachrichten-Ticker