Tennis: Auch im Altkreis rechnen die Vereine damit, dass in Kürze wieder gespielt werden darf
Zwischen Hoffnung und Vorfreude

Lübbecke/Espelkamp/Rahden (WB). Willi Pries ist sehr zuversichtlich. „Ich erwarte, was alle in dieser Woche erwarten“, sagt der Vorsitzende des TV Rahden (130 Mitglieder) mit Blick auf den Corona-Gipfel von Bundeskanzlerin und Ministerpräsidenten an diesem Mittwoch. Dort soll nicht nur über die Fußball-Bundesliga, sondern auch über die Wiederaufnahme breitensportlicher Aktivitäten gesprochen werden. „Ich erwarte, dass unter gewissen Auflagen wieder Tennis gespielt werden darf“, betont Pries.

Dienstag, 05.05.2020, 11:00 Uhr
Noch ruht der Spielbetrieb im Tennis – auch beim TV Espelkamp-Mittwald. Foto: Hans Peter Tipp

„Wenn es anders käme, wäre das schon verrückt“, ergänzt Hadi Haschemi, der Vorsitzende des TV Espelkamp-Mittwald (285 Mitglieder). Er gibt zu, dass er bereits in der vergangenen Woche auf einen positiven Bescheid aus der Politik gehofft hatte. Eine erhöhte Ansteckungsgefahr kann Haschemi bei einer vorsichtigen und den neuen Corona-Regeln (siehe Extrakasten) entsprechenden Aufnahme des Tennissports nicht erkennen. „Ich halte es für durchführbar und auch für wichtig, dass sich die Menschen wieder bewegen, sonst kriegen sie ja langsam einen Lagerkoller. Und Tennis gehört nun mal dazu“, sagt Haschemi.

Mit der Gelassenheit eines früheren erfolgreichen Handballprofis geht Peter Pickel, der Vorsitzende des Lübbecker TC, mit der Wartesituation zwischen Hoffen und Bangen um. „Wir Tennisspieler sind in der glücklichen Lage, dass wir vielleicht früher dran sein werden als andere Sportarten, weil wir ein Freiluftsport und keine Kontaktsportart sind“, sagt Pickel. „Ich rechne damit, dass sich etwas tut. Und natürlich würde ich mich freuen, wenn es wieder losgehen dürfte“, meint Pickel, dessen Verein mit 360 Mitgliedern der größte Tennisverein im Altkreis ist. Wann es soweit sein werde, sei zweitrangig: „Ob wir diese Woche wieder anfangen oder in der nächsten, ist doch letztendlich egal. Wir sind ja nicht im Hochleistungssport unterwegs. Und wir leiden ja auch nicht darunter, sondern dürfen ‚nur‘ nicht auf die Anlagen.“

Wir haben genügend Platz auf der Anlage.

Peter Pickel, Vorsitzender des Lübbecker TC

Vorbereitet auf den wahrscheinlichen Start unter besonderen Bedingungen und ohne Vereinsgastronomie haben sich die Klubs jedenfalls so akribisch wie möglich. „Wir hatten das große Glück, dass wir in Rahden am letzten Wochenende vor dem Corona-Lockdown noch die Plätzen fertig machen lassen konnten“, berichtet Willi Pries: „Wir sind startklar. Eigentlich müssen wir nur noch einen Corona-Beauftragten benennen.“ Auch in Lübbecke und Espelkamp sind die Plätze tipptopp. „Von unserer Seite ist alles getan, dass es mit dem Spielen wieder losgehen kann“, sagt Hadi Haschemi vom TV Espelkamp-Mittwald, wo nur noch Kleinigkeiten zu erledigen sind. So fehlt auch hier der Corona-Beauftragte. Für Haschemi ist klar, dass er diesen Posten notfalls selber übernehmen werde. „Und wir müssen die Plakate mit den neuen Regeln noch aufhängen“, sagt der TVE-Chef.

Die sind beim Lübbecker TC schon jetzt hinter dem (verschlossenen) Eingangstor zur Klubanlage zu sehen. Auch Peter Pickel und seine Vereinskollegen haben ihre Hausaufgaben gemacht. Der Vorsitzende: „Wir haben genügend Platz auf der Anlage, so dass man sich beim Einzel überhaupt nicht in die Quere kommt. Papiertücher waren bei uns schon immer im Einsatz, und um Desinfektionsmittel haben wir uns auch bemüht.“ Nur die Netze habe man noch nicht aufgehängt, „damit nicht doch irgendjemand auf dumme Gedanken kommt“. Eines jedoch beschäftigt den LTC-Vorsitzenden aber: Was wird, wenn alle auf einmal auf die Anlage drängen? Pickels Vorschlag: „Es wäre doch geschickt, den ersten Tag mit Tennis auf einen Montag zu legen. Dann kann man alles besser steuern, weil viele gar nicht können. Das wäre vielleicht der bessere Starttermin als ein Wochenende, wenn alle unbedingt wieder spielen wollen und auch die Zeit dazu haben.“

Willi Pries freut sich, wenn es wieder losgeht, denkt aber auch an diejenigen, die nicht davon profitieren würden, wenn – wie vorgesehen – aus Abstandsgründen nur Einzel gespielt werden dürfen. „Ohne Doppel ist es für viele ältere Spieler schlecht, die aus körperlichen Gründen nicht mehr Einzel spielen können und wollen. Mit ihnen fühle ich richtig mit.“

Damit nach dem Trainings- auch noch ein Sommer-Wettspielbetrieb durchgeführt werden kann, hat der Westfälische Tennis-Verband einen Fahrplan beschlossen. In dieser Woche beraten die Gremien. Am 11. Mai soll die Entscheidung zur Durchführung des Wettspielbetriebs in Westfalen bekannt gegeben werden. Der Saisonstart ist von Ende April/Anfang Mai in die Woche ab dem 8. Juni verschoben.

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