Fußball: Das schlüssige Konzept und ein großes Engagement haben die Jury überzeugt FC Lübbecke erhält Zukunftspreis

Lübbecke (WB). Die Vorfreude steigt: Am 6. März bekommt der FC Lübbecke in Kaiserau den „Zukunftspreis“ des westfälischen Fußball- und Leichtathletikverbandes überreicht. Das junge Team mit ­Philipp Knappmeyer und Marcel Holle an der Spitze hat mit seinem schlüssigen Konzept und den daraus erwachsenen Fortschritten die Jury überzeugt. Unter mehreren Preisträgern war die Lübbecker Präsentation so gut, dass der erste Preis an den FCL geht.

Das junge Führungsteam des FC Lübbecke wird Freitag in Kaiserau für sein zukunftsorientiertes Handeln ausgezeichnet.
Das junge Führungsteam des FC Lübbecke wird Freitag in Kaiserau für sein zukunftsorientiertes Handeln ausgezeichnet.

Warum der FLVW sich für die Lübbecker entschieden hat, wird bei einem Blick in die Bewerbungsunterlagen klar. Hier weist der Breitensportverein mit seinen rund 650 Mitgliedern in den Sparten Fußball, Badminton und Leichtathletik (Laufen) auf seine Rolle als Förderer von Spiel, Sport und Bewegung im Innenstadtgebiet hin und betont sein Anliegen, über das vereinsgebundene Sporttreiben hinaus als wichtiger Akteur zum gesellschaftlichen und kulturellen Leben vor allem in der Kernstadt beitragen zu wollen.

Diese Motivation gab es nicht immer: „Vor circa zehn Jahren lag die Jugendarbeit im FC Lübbecke brach. Es gab lediglich noch knapp 40 aktive Kinder und Jugendliche im gesamten Verein“, erinnert sich Philipp Knappmeyer. Durch die Initiative des damals angetretenen neuen Jugendleiters – Marcel Holle hat diesen Posten bis heute – ist die Mitgliederzahl im Kinder- und Jugendbereich seitdem extrem angestiegen. Mittlerweile stellt die Fußballabteilung die meisten Teams im Wettkampfspielbetrieb des Fußballkreises Lübbecke. Darüber hinaus konnte auch das Sportgelände entwickelt werden. Barrierearme Zugänge sind gestaltet , der Seminarraum ist modernisiert und digital ausgestattet worden und die Kabinen sind saniert. Außerdem entstand ein Mini-Kunstrasenspielfeld.

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Hinter dieser gesamten Entwicklung steht eine klare konzeptionelle Ausrichtung.

Philipp Knappmeyer und Marcel Holle

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„Hinter dieser gesamten Entwicklung steht eine klare konzeptionelle Ausrichtung“, erklären Knappmeyer und Holle: „Die Jugendarbeit des FC Lübbecke ist geprägt von einer hohen Offenheit zur Teilhabe für Kinder jedweder Herkunft, der Verbindung von ­freiem Spielen und Bewegen und dem Anspruch, ‚Stadtgestalter‘ zu sein und Dinge zu tun, die es vorher noch nicht gab.“

So habe der Verein 2017 nach langem Ringen mit der Kommunalpolitik Zuschüsse für den Bau des Kunstrasenspielfeldes erhalten (circa 50 Prozent der Bausumme). Das Spielfeld sollte von Anfang an die pädagogische Intention unterstreichen, weniger reine Trainingsstätte, sondern mehr Ort mit Aufenthaltscharakter und für das freie „Bolzen“ zu sein. Das Gelände wird bewusst nie abgeschlossen.

Eine zentrale Veranstaltung des Vereins ist „Lübbecke Läuft“ – bei dieser Veranstaltung öffnet der Verein ebenfalls (mindestens) 24 Stunden das Gelände für alle begeisterten Sportler, Läufer und Besucher rund um Fronleichnam. Teilnehmer sind Altenheime, die Lebenshilfe, Schulen, Firmen und vor allem Kitas. „Wir wollen die Stadtgesellschaft verbinden und nutzen dieses Format als Vehikel. Unsere ‚Kernsportart Fußball‘ verlassen wir an diesen Tagen ganz bewusst. Dieser Idee folgen bis zu 800 Aktive und viele Gäste“, berichtet Knappmeyer.

Das Familienzentrum (FZ) ist seit sieben Jahren der wichtigste Kooperationspartner des FC Lübbecke. Über das Jahr erstrecken sich viele gemeinsame Maßnahmen, die dem Willen folgen, Kinder motorisch früh zu bilden und für einen bewegten, gesunden Lebensstil zu sensibilisieren. So veranstalten die Partner FZ und FC gemeinsame Wassergewöhnungskurse, das Kinderbewegungsabzeichen (KIBAZ), den Kita-Cup, Lübbecke Läuft, das Familienfest am Sportgelände Obernfelder Allee als Sommerolympiade, das Kita-Fußball-Schnupper-Projekt sowie das FSJ-Modell.

Bis dato gelang es dreimal in sieben Jahren, die Finanzierung eines FSJ-lers zu ermöglichen sowohl in Kitas als auch in der Vereinsarbeit im frühkindlichen Bereich (Mini bis E-Jugend sowie Vereinsverwaltung) eingesetzt wird. „Im Mini- und F-Jugendbereich haben wir einen Boom. Die Kooperationsbeziehung zum Familienzentrum ist einer der Gründe dafür. Wir halten das Niveau der Kooperation für außergewöhnlich“, freut sich Knappmeyer auch über starke Partner. Fast jede Jugendmannschaft besitzt mittlerweile einen lizenzierten Trainer.

Die Vorstandsmannschaft ist vergleichsweise jung: „Unser Kernteam liegt im Alter von 35 bis 45 Jahren und besteht aus knapp zehn Leuten. Verankert haben wir die Zuständigkeiten in Ressorts. Das schafft Klarheit. Wir halten uns grundsätzlich für breit aufgestellt, aber eigentlich immer noch nicht breit genug. Und wir wissen, dass wir schon jetzt die Generation nach uns aktiv einbinden müssen – und tun das auch!“

Um das kulturelle Leben in Lübbecke zu bereichern, hat der FCL die „Fußballkulturelle Lesebühne“ ins Leben gerufen und dafür 2019 sechs der besten deutschen Fußballautoren verpflichtet. „Unsere große Vision ist die aktive Mitgestaltung eines großen Stadtentwicklungsprozesses“, betonen die Lübbecker. Selbstbewusst können sie von sich behaupten: „Wir bieten gute Qualität, wir bringen uns gesellschaftlich ein, wir erzielen bauliche Fortschritte, wir schaffen Strukturen, wir sind jung, familiär, tolerant und denken eher in kluger Kooperation als in Konkurrenz.“ In fünf Jahren feiert der Verein sein 100-jähriges Jubiläum: „Mit großer Anstrengung ist unser Verein jetzt wieder ein Verein im Aufwind. Man könnte auch sagen, dass Tradition ein Stück weit verpflichtet.“ Das alles zusammen ist nicht selbstverständlich – und daher erst recht preiswürdig!

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