Bezirksliga: SC BW Vehlage muss wohl länger auf Torjäger Harutjunjan verzichten
Dyck erhebt Vorwürfe

Lübbecke (WB). Der SC Blau-Weiß Vehlage hat den Derbysieg gegen den TuS Tengern II (2:0) offenbar teuer bezahlen müssen. Im Auswärtsspiel bei Tabellenführer FC Rot-Weiß Kirchlengern muss der Bezirksligist am Sonntag auf Watschagan Harutjunjan verzichten. »Er hat sich bei dem überharten Einsteigen eines Tengeraners am Knie verletzt«, wettert Vehlages Coach Heinrich Dyck, der um seinen Torjäger bangt. Der TuS Dielingen will seinen guten Lauf (vier Punkte aus zwei Spielen) beim TuS Lohe bestätigen, die Tengeraner Reserve ist gegen Landesliga-Absteiger Vlotho einmal mehr in der Außenseiterrolle.

Freitag, 04.10.2019, 23:00 Uhr
Praxis statt Fußballplatz: Vehlages Torjäger »Watschi« Harutjunjan hat eine Knieverletzung erlitten und droht lange auszufallen. Ein »Souvenir« aus dem Derby gegen Tengern II. Foto: Grohmann

FC RW Kirchlengern - SC BW Vehlage. Heinrich Dyck wird die Partie verpassen. Vehlages Trainer ist nach seiner Blinddarm-Operation noch für zwei Wochen krankgeschrieben. Trotzdem ist Dyck nah an der Mannschaft, bringt sich telefonisch immer wieder auf den neuesten Stand. »Mit Kirchlengern erwartet uns eine schwere Aufgabe. Die sind nicht umsonst der Topfavorit auf den Aufstieg«, sagt Dyck. Gut für Vehlage: Der ganz große Druck ist nach dem Derbysieg erst einmal weg. »Wenn wir das Spiel auch noch verloren hätten, würde bei uns jetzt sicher schon Untergangsstimmung herrschen«, so der Coach.

»Watschi« wurde übelst weggetreten. Ich frage mich, was sich manche Leute denken. Fußball ist doch unser Hobby und dann nimmt man so eine Verletzung in Kauf.«

Vehlage-Coach Heinrich Dyck über das Foul an Torjäger Harutjunjan

Der Derby-Dreier wurde aber überlagert von der möglicherweise schwerwiegenden Verletzung von Harutjunjan. Tengerns Torben Krause hatte den Stürmer auf dem Weg zum 3:0 mit einem rigorosen Einsteigen an der Mittellinie gestoppt. »Watschi wurde übelst weggetreten. Sein Knie hat was abbekommen. Am Dienstag muss er zum MRT«, sagt Dyck, für den es eine Hiobsbotschaft wäre, sollte sein Top-Torjäger länger ausfallen. »Der Arzt sagte, dass es wieder etwas mit dem Knorpel sein könnte. Ich frage mich immer, was sich manche Leute denken. Fußball ist doch unser Hobby und dann nimmt man mit so einer ­Aktion eine schwere Verletzung in Kauf. Das ist unglaublich«, kritisiert er die Tengeraner Spielweise.

TuS Lohe - TuS Dielingen. Ein Punkt, der das Selbstvertrauen gestärkt hat: Nach dem 3:3 gegen Kirchlengern haben sich die Dielinger auch für das Duell auf der Lohe viel vorgenommen. Carsten Schubert wünscht sich nicht nur Punkte, sondern auch Dominanz. »Vor dem 2:0-Sieg in Tengern hatten wir vier Mal am Stück verloren, da lag das Augenmerk auf dem Ergebnis. Dass Kirchlengern mehr Spielanteile haben würde, war ebenfalls klar«, so Schubert über die jüngsten beiden TuS-Auftritte. Seine Idealvorstellung für Sonntag: punkten UND dominieren. »Auch wenn es ein Auswärtsspiel ist und wir Lohe nicht unterschätzen, erhoffe ich mir, dass wir dazu übergehen, wieder mehr ­dominante Phasen zu haben.«

Stürmer funktioniert auch als Linksverteidiger

Das Gute: Mit Rudolf Djossou, der auf Heimatbesuch in Togo weilte, sowie Vitali Loginov (Verletzung überstanden) sind zwei zentrale Mittelfeld-Asse wieder am Ball. Und offensiv konnten die Dielinger zuletzt ohnehin überzeugen. Die Auswahl an potenziellen Torschützen ist aktuell sogar so groß, dass mit Giovanni Ronzetti ein Stürmer als Linksverteidiger aushelfen kann – und seine Sache gut macht. »Gegen Kirchlengern hat er das 2:0 mustergültig vorbereitet. Giovanni kann auf der Position eine Waffe sein«, sagt Schubert über den schnellen und technisch starken Akteur. Aber nicht nur Ronzetti, das komplette Team machte gegen Kirchlengern einen großen Schritt in die richtige Richtung. »Wir haben gezeigt, dass wir nicht nur fighten, sondern auch richtig gut Fußball spielen können.« Der Dielinger Fanbus startet um 12.45 Uhr am Sportplatz.

TuS Tengern II - SC Vlotho. Aufsteiger gegen Absteiger: Die Tengeraner bekommen hohen Besuch. »Bei Vlotho stehen gestandene Spieler auf dem Rasen«, verweist Tengerns Coach Jörn Paulsen auf Akteure wie Kapitän Hannes Stegen, Yannick Lorenz oder Sascha Schmikal. Mit erst neun Punkten hinken die Gäste ihren Planungen allerdings etwas hinterher. »Sie haben sich scheinbar noch nicht ganz in der Liga akklimatisiert«, vermutet Paulsen, der den Umstand zu gerne nutzen würde. Schließlich kommen seine Tengeraner erst auf einen mageren Zähler und laufen der Musik in der neuen Spielklasse hinterher.

Paulsen hofft das auf das nötige Spielglück

Geht Tengerns Talfahrt weiter, droht der Aufsteiger früh den Anschluss zu verlieren. Paulsen gibt sich aber längst nicht geschlagen: »Mir macht es Mut, dass wir in den letzten Wochen immer dran waren. Wir verlieren die Spiele nicht sang- und klanglos«, unterstreicht der ehemalige Schlussmann, der »auf das nötige Spielglück« hofft, dass Tengerns Reserve auch im Derby fehlte. »Gegen Vehlage haben wir die ersten beiden Möglichkeiten und bekommen dann wieder einen Nackenschlag.« Bitter: Mit Michael Grätz und Björn Bredemeier fallen zwei Stammkräfte am Sonntag aus. »Wenn bei uns einer wiederkommt, verschwinden zwei wieder«, sagt Paulsen zum Personal-Roulette, das die Tengeraner Entwicklung erschwert.

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