17 Teilnehmer absolvieren den C-Lizenz-Lehrgang des Fußballkreises Lübbecke
Gute Noten für die Abschlussklasse 2019

Lübbecke (WB). Fachkräftemangel dürfte es im Juniorenbereich des BSC Blasheim in nächster Zeit nicht geben. Gleich sechs Vereinsmitglieder haben den Lehrgang zur Trainer-C-Lizenz (Kinder/Jugend) erfolgreich abgeschlossen. Die Blasheimer stellten damit die stärkste Fraktion bei der Ausbildung des Lübbecker Fußballkreises.

Freitag, 05.07.2019, 17:23 Uhr aktualisiert: 05.07.2019, 17:26 Uhr
Verbandssportlehrer Steffen Winter hatte bei der Abschlussprüfung in Blasheim nichts zu beanstanden. Er gab den Teilnehmern noch einige Tipps mit auf den Weg. Foto: Grohmann

Für Dennis Schwenke war die umfangreiche Grundlagen-Kurs wie ein Re-Start als Trainer: »Ich habe einen ganz neuen Blickwinkel bekommen. Früher habe ich mit den Kindern die Übungen gemacht, die ich vom Training bei den Senioren kannte. Jetzt kann ich das Training viel spezifischer ausrichten«, sagt der 24-Jährige, der in der nächsten Saison Blasheims C-Jugend übernimmt.

FLVW-Prüfer hat nichts zu beanstanden

Steffen Winter hat nichts zu meckern. »Glückwunsch, es haben alle bestanden«, verkündet der Verbandssportlehrer des FLVW Westfalen nach den Abschlussprüfungen zufrieden und spendet der Gruppe Applaus. Wenig später drückt Trainer-Ausbilder Stefan Detert vom Fußballkreis Lübbecke den frisch lizenzierten Trainern die ­Urkunde in die Hand. Der Prüfungstag auf dem Trainingsplatz des BSC Blasheim, an dem Nachwuchskicker der JSG Blasheim/Lübbecke als »Testspieler« zur Verfügung stehen, macht eine sechsmonatige, umfangreiche Ausbildung rund.

Ein halbes Jahr lang fast jeden Samstag in die Trainerschule

Im Vorbeigehen gibt es die ­Lizenz nicht. 120 Lerneinheiten (je 45 Minuten) stehen für die 17 Teilnehmer zwischen Januar und Juni auf dem Programm. Das erfordert Disziplin: Fast jeden Samstag kommt die Gruppe um 7.50 Uhr zusammen, allein elf Mal trifft man sich auf dem Platz des VfB Fabbenstedt. Trotzdem notiert Stefan Detert kaum Fehlzeiten: »Den Teilnehmern ist es hoch anzurechnen, dass sie neben der ehrenamtlichen Tätigkeit im Verein jetzt auch noch so viel investiert haben, um ihre Teams noch besser zu ­machen«, sagt der Koordinator Qualifizierung/Lehrarbeit.

Euer oberstes Ziel als Trainer muss es sein, den Kindern Spaß und Freude am Spiel zu vermitteln.

Verbandssportlehrer Steffen Winter

In methodischen Reihen werden spezielle Themen bis ins Detail vorgestellt. Um den Lehrgang abwechslungsreich zu gestalten, werden auch Gastreferenten eingesetzt. »Es hat wieder viel Spaß gemacht«, sagt Detert, der die Trainerausbildung im vierten Jahr durchführt. Viele seiner »Schüler« haben zwar bereits Erfahrung als Nachwuchstrainer gesammelt, sehen den Kurs aber als wichtige Weiterbildungsmaßnahme. Dazu kommt: Die C-Lizenz ist die Basis für weitere Trainerscheine. Steffen Winter vom FLVW nimmt in der vergangenen ­Woche die Lehrproben ab und kann den Daumen heben. ­»Euer oberstes Ziel muss es sein, den Kindern Spaß und Freude am Spiel zu vermitteln«, gibt er den Coaches einen Rat in eigener Sache mit auf den Weg.

Die Gruppe traf sich ein halbes Jahr jeden Samstag.

Die Gruppe traf sich ein halbes Jahr jeden Samstag. Foto: Grohmann

»Das Problem ist: Jeder, der Fußball gespielt hat, denkt: ›Trainer, das kann ich auch‹. Und dann lassen sie die Kinder zehn Runden um den Platz laufen«, sagt Detert, der genau solche Negativ-Beispiele verhindern will. Er geht in seinem Kurs auch die »Basics« wie Passen, Dribbeln, Schießen mit den Teilnehmern durch. Anschließend werden die Inhalte in Trainingsformen gegossen. »Ein altersgerechtes Training zu machen, finde ich immer wichtig«, sagt Detert.

Zwei Teilnehmer kommen sogar aus dem Nachbarkreis

Kurios: Mit Robert Dorn (TuS Lohe) und Kai Sander (FC Bad Oeynhausen) mischen auch zwei Teilnehmer aus dem Nachbarkreis mit. »In Minden wäre der Unterricht immer sonntags gewesen. Das wäre mit meinen Spielen kollidiert«, erklärt Dorn, der für den TuS Lohe noch in der Bezirksliga kickt und den Trainerschein vorausschauend erworben hat. »Erstmal will ich noch spielen, aber irgendwann ist es mein Ziel, eine Mannschaft zu trainieren«, so der 29-Jährige, der sich für diesen Fall gut gewappnet sieht: »Ich habe hier viel mitgenommen.«

Die einzige Frau besteht die Abschlussprüfung an Krücken

So geht’s auch Doreen Pühse. Die 21-Jährige kämpft sich trotz eines frisch operierten Kreuzbandrisses an Krücken durch die Abschlussprüfung. Pühse happy: »Ich wurde hier als einzige Frau in der Gruppe super aufgenommen. Das letzte halbe Jahr hat viel Spaß gemacht«, sagt die Spielerin des BSC Blasheim, die jetzt die D-Jugend ihres Vereins übernimmt. Für Stefan Detert ist Folgendes essenziell: »Die Kinder stehen im Mittelpunkt, für sie ist man Trainer. Nicht für sich selbst.«

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