TuS Nettelstedt II hakt den Klassenerhalt nach dem 17:24 gegen Senden endgültig ab
»Das ist schon ein Beinbruch«

Lübbecke (WB/gag). Premiere verpatzt: Zum ersten Mal nahm ­Michael Scholz auf der Trainerbank des TuS Nettelstedt II Platz. Doch der neue Coach konnte den freien Fall des Handball-Verbandsligisten nicht stoppen. Nach der 17:24 (9:12)-Niederlage gegen den ASV Senden ist der Abstieg des Tabellenletzten so gut wie besiegelt. »Wir müssen uns nichts vormachen. Auch wenn theoretisch immer noch was möglich ist, war es das wohl«, sagt Scholz.

Sonntag, 07.04.2019, 20:00 Uhr aktualisiert: 08.04.2019, 11:24 Uhr
Tobias Oevermann und die Handballer des TuS Nettelstedt II ließen vorne zu viel liegen. Die Partie gegen Senden ging verloren. Foto: Pollex

Bereits im März war der Trainer, der bis Saisonende parallel weiter die HSG Löhne-Obernbeck in der Bezirksliga betreut, vorzeitig in Nettelstedt eingestiegen. Aufgrund von Überschneidungen mit den Löhner Spielen hatte Scholz seitdem aber alle TuS-Partien verpasst. Nun klappte es mit der Premiere. Doch die war nicht von Erfolg gekrönt.

Dabei fanden die Hausherren gut in die Partie. »Unsere Abwehr stand 15 Minuten richtig gut. Leider haben wir uns dafür nicht belohnt«, blickt Scholz auf viele Ballgewinne zurück, die nicht in Tore umgemünzt wurden. Gleich fünf Gegenstöße ließ der heimische Verbandsligist in Halbzeit eins liegen, dazu kam ein verworfener Siebenmeter. Statt Senden in Gefahr zu bringen, freuten sich die Gäste über eine 12:9-Pausenführung. »Wir haben einige Chancen verschnarcht«, so Scholz.

Gute Abwehr bringt keine Sicherheit

Für das ohnehin angeknackste Selbstvertrauen war die schwache Ausbeute Gift. »Unsere gute Defensivleistung hat uns für Halbzeit zwei keine Sicherheit gegeben«, so Scholz. Dabei hatte sein Team den Sendener Rückraum eigentlich gut im Griff, hielt sich an die Vorgaben. »24 Gegentore sind okay«, so der Trainer, der nach neun eigenen Treffern im ersten Durchgang nach der Pause sogar nur noch acht erfolgreiche Abschlüsse von seinem Team geboten bekam.

»Die Nerven haben nicht mitgespielt. Einstellung und Motivation waren vorhanden. Vielleicht war der Ein oder Andere bei uns aber auch ein bisschen übermotiviert«, fehlte laut Scholz in einigen Szenen der kühle Kopf. Die zweite Halbzeit wurde somit zu einer einseitigen Angelegenheit. Senden setzte sich über 12:16 (45.) und 13:22 (54.) vom Gastgeber ab und feierte am Ende einen souveränen Auswärtssieg.

Neuaufbau eine Liga tiefer

Bei sieben Punkten Rückstand aufs rettende Ufer und nur vier verbleibenden Partien gibt sich Nettelstedts Reserve keinen Illusionen hin. Scholz, der das Team ursprünglich erst im Sommer als Verbandsligist übernehmen wollte, nach zwei Trainer-Trennung aber früher als geplant kam, muss einen Neuaufbau eine Liga tiefer starten. »Das ist schon ein Beinbruch«, sagt Scholz, der den Blick schon in die Zukunft gerichtet hat. »Es geht jetzt darum, eine möglichst gute Truppe auf die Beine zu stellen, die in der Landesliga eine tragende Rolle spielen kann.«

Viele Abgänge stehen schon fest. Niklas Spreen, Rene Glöckner, Jesper Thielking, Tobias Oevermann und Chris Bycziynski werden dem künftigen Kader nicht angehören. Auch hinter Nenad Nedeljkovic (muss wieder in die Heimat) steht ein Fragezeichen. Dass Scholz in der laufenden Saison trotzdem noch Ziele hat, liegt an der HSG Löhne-Obernbeck: Mit dem Bezirksligisten liegt er im Aufstiegsrennen. Gut möglich, dass es in der kommenden Saison zum direkten Duell beider Teams in der Landesliga kommt.

TuS Nettelstedt II: Hucke, Herrmann, Grzesinski – Büscher, Schmidt (1), Kruse, Nedeljkovic (2), Krassort (1), Spreen, Oevermann (2), Thielking (3/1), Ames (1), Byczynski (7).

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