Seit Dienstag läuft das 5. Jugend-Handball-Camp in Lübbecke Training mit den Profis

Lübbecke (WB). Auch ein angebrochener Mittelfuß hielt Janna Heckel nicht davon ab, zumindest als Zuschauerin die fünfte Auflage des Jugend-Handball-Camps des TuS N-Lübbecke und der Handball-Akademie der JSG NSM-Nettelstedt hautnah bis zum Ende mitzuerleben.

Von Volker Krusche
Gebannt erwarten die Teilnehmer des 5. Jugend-Handball-Camps die Profihandballer des TuS N-Lübbecke, die mit ihnen zwei Trainingsstunden absolvieren.
Gebannt erwarten die Teilnehmer des 5. Jugend-Handball-Camps die Profihandballer des TuS N-Lübbecke, die mit ihnen zwei Trainingsstunden absolvieren. Foto: Volker Krusche

Das Missgeschick war bereits am ersten der vier Camp-Tage passiert. Bei einem Sprungwurf war die zwölfjährige Hüllhorsterin, die seit ihrem siebten Jahr bei der HSG Handball spielt, nach dem Aufkommen umgeknickt und hatte sich die Fußverletzung zugezogen. Die Tränen flossen, die weiteren Tage in Lübbecke wollte sich die mit Spezialschuh und Krücken ausgestattete Nachwuchshandballerin aber nicht entgehen lassen. Schließlich konnte man auch passiv den einen oder anderen Tipp für sich persönlich aufnehmen.

100 Kinder im Alter von neun bis 14 Jahren war 2018 in der Kreis- und der Stadtsporthalle Lübbecke dabei. Wie beliebt das Handball-Camp ist, unterstreicht Organisator Heiner Dietz. »Schon im November rufen mich die ersten Eltern an und fragen, wann sie ihren Nachwuchs anmelden können. Manch Oma oder Opa will die Teilnahme sogar als Geschenk unter den Weihnachtsbaum legen. Innerhalb von nur wenigen Tagen waren alle 100 Plätze auch vergeben. Wobei aber nur etwa ein Viertel der Camp-Teilnehmer von der federführenden JSG NSM-Nettelstedt kommt. »Irgendwie hat sich das bei uns scheinbar noch nicht rumgesprochen«, spaßt Heiner Dietz.

Teilnehmer aus 17 Vereinen

Die Mädchen und Jungen kommen aus insgesamt 17 Vereine. Selbst aus Bielefeld, Lemgo oder Loxten sind Kinder dabei. So wie Fynn Zitzke. Der Zwölfjährige spielt bei der TSG Altenhagen-Heepen. »Ich genieße jeden Tag. Es macht riesig viel Spaß, man kann hier sehr viel lernen. Schon im letzten Jahr war ich dabei und werde es wohl auch im nächsten Jahr sein.« So wie Fynn sind viele der Teilnehmer »Wiederholungstäter«, wie es Heiner Dietz umschreibt.

Kein Wunder, denn die Teilnehmergebühr ist im Vergleich zu anderen Handball-Camps deutlich niedriger und umfasst neben vier Tagen »Handballpower« mit täglich zwei Trainingseinheiten zu jeweils rund zwei Stunden mit lizenzierten Übungsleitern der JSG, Getränken, einem leckeren Mittagessen und einer Rundumbetreuung auch noch ein Camp-Shirt und einen guten Handball.

Janne Heckel ist indes nicht die einzige Spielerin aus Hüllhorst. »Eine Mutter hatte vom Camp gehört und gleich die ganze Mannschaft angemeldet«, berichtet Heiner Dietz. Von der HSG kommt auch Anna-Lena Goy. Sie spielt seit drei Jahren Handball und ist erstmals in Lübbecke dabei. »Ich finde es toll. Man kann in den Ferien Handball spielen und zugleich viele neue Freundschaften schließen.«

Besuch der TuS-Profis

Dass am dritten Camp-Tag auch die Bundesliga-Handballer des TuS N-Lübbecke mit von der Partie sind, erhöht den Reiz des Ganzen noch einmal, ist aber für viele nicht das Highlight. Sie freuen sich in erster Linie darauf, selbst dazuzulernen. Wenn es zudem durch einen Profi ist, dann natürlich doppelt gern. Und nach den zwei gemeinsamen Stunden mit den Mannen von Aaron Ziercke, die ihre Vorbildfunktion bei den Übungseinheiten bewusst ernst nahmen, schauten die Kinder die Handball-Stars auf jeden Fall mit anderen Augen an. »War klasse«. hörte man sie sagen.

Im Blick allerdings ist auch schon der heutige finale Tag des Jugend-Handball-Camps, bei dem nach jüngeren und älteren Jahrgängen aufgeteilte Gruppen jeweils vier Teams bilden und nach dem Modus »Jeder-gegen-jeden« ihren Sieger ermitteln, bevor sie dann am Nachmittag noch mal vor Eltern und Großeltern das Erlernte demonstrieren.

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