2. Handball-Bundesliga: Ante Kaleb arbeitet am Abwehrverhalten Ein bisschen mehr der Vater

Lübbecke (WB). Seine Rolle hat der TuS N-Lübbecke gefunden. Souverän führt dessen Mannschaft die 2. Handball-Bundesliga an. Innerhalb dieser Mannschaft hat auch Ante Kaleb seine Rollen gefunden – sowohl im Angriff als auch in der Abwehr.

Von Marc Schmedtlevin
Ab durch die Mitte: Ante Kaleb gehört zu den derzeit konstantesten Spielern im Trikot des TuS N-Lübbecke.
Ab durch die Mitte: Ante Kaleb gehört zu den derzeit konstantesten Spielern im Trikot des TuS N-Lübbecke. Foto: 54°/Felix König

Seit Wochen gehört Ante Kaleb zu den Konstanten im Spiel des TuS N-Lübbecke. Der Kroate hat seinen Anteil daran, dass die Ergebnisse sehr gut sind und die Mannschaft der sofortigen Rückkehr in die 1. Liga immer näher kommt. »Die Entwicklung bei Ante ist normal. Es ist seine erste Station weit weg von Zuhause, alles war zu Beginn noch neu. Aber jetzt ist er seit einigen Wochen oder auch schon Monaten sehr stabil«, sagt TuS-Trainer Aaron Ziercke.

Mittlerweile kommt Rückraumspieler Kaleb auf 86 Treffer, belegt damit in der internen Rangliste den vierten Platz. Doch neben seinen eigenen Toren – von Halblinks oder von der Mittelposition – glänzt der Kroate auch immer wieder als Ideen- und Vorlagengeber. Genau diese Fähigkeiten unterstreichen die Flexibilität und die verschiedenen Rollen, die Kaleb in der Offensive einnehmen kann. »Ich habe mein Leben lang auf der Mitte gespielt, bin zuletzt in Maribor aber auch auf Halblinks zum Einsatz gekommen. Für mich ist es egal«, sagt Kaleb.

Trainer von Kaleb überzeugt

Worte, die sein Trainer Ziercke gerne hören wird. Dieser ist aber so oder so von der Qualität des Spielers überzeugt: »Ante kann ein Spiel führen. Das haben wir gerade zuletzt in der Schlussphase in Hamm gesehen. Und allgemein werden wir in Zukunft noch viel Freude an ihm haben.«

Die einzige Baustelle, an der Trainer und Spieler derzeit arbeiten, ist das Verhalten in der Abwehr. Hier kommt Kaleb zwar regelmäßig und dann meist auf der Halbposition oder an der Spitze im 5:1-Syste, zum Einsatz, doch es gibt noch Luft nach oben. »Ante antizipiert sehr gut, stellt die Passwege geschickt zu. Nur ein Foulspiel begeht er nicht so gerne«, erklärt Ziercke. Kaleb sei deswegen nicht zu lieb, doch etwas mehr Körperkontakt und das eine oder andere taktische Foul seien nicht von Nachteil. Dass es in diesem Bereich noch Potenzial gibt, ist auch dem Spieler bewusst. »Ich habe noch meine Probleme damit, ich klaue mir lieber die Bälle. Ich spiele viel mit Kopf, muss aber jetzt auch noch lernen, mehr mit Kraft zu spielen«, sagt Kaleb.

Vater als Vorbild

Spieler, die dem 23-Jährigen Abwehrarbeit vorleben können, sind schnell gefunden – in der eigenen Familie. Antes Vater Zdenko war selbst Handballer, spielte unter anderem für einen Verein in Metkovic, Ante Kalebs Geburtsstadt. Dort war Kaleb senior unter anderem für seine Gangart in der Deckung bekannt. »Genau so werde ich aber nicht agieren«, scherzt Ante Kaleb.

Die Treffen mit seiner Familie fehlen dem 1,96-Meter-Riesen sehr. Immerhin wird es schon bald ein Wiedersehen mit seinem Vater geben. Zum Doppelspieltag in Dessau und gegen Essen (21. und 23. April) wird dieser aus der Heimat anreisen. Und schon im Mai soll ein Besuch der Freundin folgen. Mit ihr plant Ante Kaleb auch schon die Zukunft in Lübbecke. »Im Mai wird sie erst einmal nur kurz bei mir sein. In den nächsten Jahren wollen wir dann aber hier zusammen leben«, sagt Kaleb.

Bevor die Besuche der Freundin und Familie anstehen, gilt es für den Rechtshänder und seine Teamkollegen noch einige Aufgaben zu lösen. Die nächste steht am Samstag (19 Uhr) gegen die HG Saarlouis auf dem Programm. Auch in dieser Partie will Ante Kaleb wieder seine Rollen finden.

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