2. Handball-Bundesliga: TuS N-Lübbecke tritt am Freitag in Hamm an Ein Gegner im Aufwind

Lübbecke (WB). Die Aufgabe sieht erst einmal relativ leicht aus. Die Handballer des TuS N-Lübbecke reisen am Freitag (Anwurf 19.15 Uhr) als Zweitliga-Tabellenführer zum ASV Hamm-Westfalen, der den 14. Platz belegt. Doch bei einer genauen Betrachtung wird deutlich, dass die Gastgeber zu den Teams der Stunde gehören.

Von Marc Schmedtlevin
Auf Jó Gerrit Genz kommt eine besondere Belastung zu. Im Lübbecker Rückraum wird er der einzige Linkshänder sein.
Auf Jó Gerrit Genz kommt eine besondere Belastung zu. Im Lübbecker Rückraum wird er der einzige Linkshänder sein. Foto: Jens Göbel

Der ASV Hamm-Westfalen befindet sich auf dem Vormarsch. Nach einem Saisonverlauf, der keinesfalls den Vorstellungen entsprach, handelten die Verantwortlichen und entließen Anfang Februar Trainer Niels Pfannenschmidt, den gebürtigen Mindener. Dessen Nachfolger ist im Kreis Minden-Lübbecke ebenfalls ein alter Bekannter. Stephan Just, der als Spieler zwei Jahre lang das Trikot des TuS N-Lübbecke und fünf Jahre das von GWD Minden trug, hat den Posten übernommen und die Mannschaft wieder auf Kurs gebracht. Mit Just holte der ASV acht Punkte aus den vergangenen sechs Partien.

Die Entwicklung ist in Lübbecke natürlich nicht verborgen geblieben. »Trainerwechsel können Kräfte freisetzen. Die Lockerheit scheint in Hamm wieder zurück zu sein«, sagt TuS-Trainer Aaron Ziercke. Auch er kennt seinen Gegenüber Just sehr gut, in einer Mannschaft spielten die beiden aber nicht. »Man hat sich aber immer mal wieder getroffen«, erklärt Ziercke, der die heutige Aufgabe mit Respekt angeht. An seiner Zielsetzung für die Partie hat sich deswegen aber nichts verändert. »Wir fahren dahin, um zwei Punkte mitzunehmen«, lautet Zierckes klare Ansage.

Hamm im Abstiegskampf

Auf großen Widerstand werden sich die Lübbecker aber einstellen müssen. Schließlich befindet sich Hamm trotz des Aufwindes immer noch in Abstiegsgefahr und ist punktgleich mit dem ersten Abstiegsplatz. »Es wird ein unangenehmes Spiel«, sagt TuS-Mittelmann Kenji Hövels. Wie unangenehm es gegen den ASV werden kann, bekam der TuS schon im Hinspiel zu spüren. In Lübbecke reichte es Mitte Oktober zu einem knappen 27:26-Heimspiel. »Da haben wir uns zu oft in Einzelaktionen verwickeln lassen. Das müssen wir dieses Mal besser lösen«, sagt Ziercke.

Die eigene Abwehr darf sich voraussichtlich auf ein hohes Tempo im Angriffsspiel der Gastgeber einstellen. »Hamm kann den Ball schnell laufen lassen und setzt auch auf ein schnelles Umschalten nach vorne«, beschreibt Ziercke die Stärken des Gegners. Aus dem Positionsangriff heraus wird vor allem auf die Rückraumspieler Fannar Fridgeirsson, Björn Zintel, Christoph Neuhold und Max Höning zu achten sein.

Mehr Spiel als Verhinderung

Die Hammer Spielweise deutet darauf hin, dass die Zuschauer dieses Mal eine unterhaltsamere Partie als zuletzt in Lübbecke zu sehen bekommen. Die Gäste aus Aue und speziell die aus Wilhelmshaven in der Vorwoche waren doch verstärkt darauf aus, dem TuS den Spielfluss zu nehmen. »Bei Hamm gehe ich von Lust auf Handballspielen aus. Die wollen nicht nur verhindern«, sagt Ziercke, dessen Team gegen Wilhelmshaven bis zu 1:50 Minuten in der Abwehr verbracht hatte.

Fehlen wird dem TuS weiterhin der verletzte Toptorschütze Pontus Zetterman (Sprunggelenk). Dadurch wird Jó Gerrit Genz erneut der Alleinunterhalter im rechten Rückraum sein müssen. Pausen dürfte der Linkshänder vor allem in der Abwehr bekommen. »Ich gehe auch dieses Mal von einem guten Spiel bei Jó aus«, sagt Ziercke. Gegen den WHV machte der 21-Jährige seine Sache mit sieben Treffern sehr gut.

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