18. Wartturmlauf in Lübbecke: Schröder und Zierenberg siegen Frühzeitig Tempo gedrosselt

Lübbecke (WB). 31:08 Minuten im Jahr 2014, 30:13 Minuten im vergangen Jahr – diesmal sollten die 30 Minuten fallen. Doch schon am Krankenhaus nahm Alexander Schröder das Tempo raus, kam letztlich als unangefochtener Sieger des 18. Wartturmlaufs ins Ziel. Gewonnen, den eigenen Rekord aber nicht erneut geknackt. »Die Strecke gab das diesmal einfach nicht her!«

Von Volker Krusche
Vom Start weg vorn: Alexander Schröder (links) gibt gleich nach dem Startschuss Gas, hat nach der Stadionrunde schon 100 Meter Vorsprung vor dem Feld.
Vom Start weg vorn: Alexander Schröder (links) gibt gleich nach dem Startschuss Gas, hat nach der Stadionrunde schon 100 Meter Vorsprung vor dem Feld. Foto: Volker Krusche

Die Witterung der letzten Wochen, insbesondere als die Weltuntergangsszenarien am Freitag und Samstag mit ihren sinnflutartigen Regengüssen hatten trotz der hervorragenden Präparierung der Strecke ihre Spuren hinterlassen. Allerdings nicht so schlimm, wie von den Verantwortlichen der Lübbecker Berglöwen befürchtet. »Die Strecke ist diesmal nicht ganz ohne. Auf einem etwa 300 Meter langen Grasstreifen ist es doch sehr matschig«, so Holger Vogt. Doch die große Lauffamilie nahm’s gelassen. »Mal was anderes«, sagte der Chef der Mühlenkreisserie, Oliver Neidiger. »Ich hatte schon befürchtet, dass wir die Badehose mitnehmen müssen.« Natürlich registrierte auch er größere Rinnsäle, die wie kleinere Wildbäche anmuteten. »Die haben aber keineswegs gestört.«

Neue Bestzeit war für Schröder unmöglich

Höchstens dann, wenn es um neue Bestzeiten ging. Die lagen angesichts so mancher Rutschpartie diesmal nicht drin. Dauersieger Alexander Schröder nahm’s locker. »Es war diesmal aber nicht mehr drin. Das habe ich spätestens nach dem Abstieg gemerkt.«

Ansonsten befindet sich der Dauerläufer des ATSV Espelkamp aktuell in blendender Verfassung. Nach seinen 8:47 Minuten über 3000m in Dortmund drückte er die Zeit beim Sportfest in Rhede noch mal um fünf Sekunden. Der Blick gilt nun aber erst einmal den 10.000 Metern. Die will Schröder am Samstag in Euskirchen unter die Laufschuhe nehmen »und dabei nach Möglichkeit unter 31:30 Minuten bleiben.« In zwei Wochen startet der Ausnahme-Langstreckler des Mühlenkreises dann bei den Westdeutschen Meisterschaften. Dort geht es über die 5000 Meter. Die in Koblenz erzielten 15:04 Minuten will er unbedingt unterbieten. »14.50 Minuten sollten es schon sein.«

Zierenberg freut sich über Löwen-Zuwachs

Schröder hatte trotz des lockeren Auslaufens in Lübbecke fast zweieinhalb Minuten Vorsprung auf den für die TG Werste startenden Philipp Peixoto-Gonzales – auf dieser Distanz eine ganze Welt. Fast zehn Minuten nach dem Titelverteidiger auf der Hauptstrecke kam die erste Frau ins Ziel. Yvonne Zierenberg wiederum hatte drei Minuten Vorsprung auf die Zweitplatzierte und feierte ebenfalls einen unangefochtenen Erfolg. »Im Vorjahr habe ich erstmals gewonnen. Ich wollte doch unbedingt so einen Löwen-Pokal haben. Jetzt ist der wenigstens nicht mehr alleine«, spaßte die für Eintracht Minden laufende 42-Jährige, die sich aufgrund der Abwesenheit von Titelverteidigerin Sarah Kalinski (vormals Hesse) an der Spitze einen Zweikampf mit Sarah Wiegmann von den Berglöwen liefert. Die musste auf ihren dritten Saisonsieg warten, da sie als Helferin eingesetzt war.

Yvonne Zierenberg nutzte daher die Gunst der Stunde und hatte mit der Streckenbeschaffenheit keinerlei Probleme. »Ich musste am Freitag bei der Abi-Feier auf hohen Schuhen laufen. Das war sehr viel schwieriger...« Ihr Dank galt auch Uli Drees. »Er hat mir erst mal gezeigt, wie man hier bergab läuft. Da muss man große Schritte machen. Mit Tippelschritten verliert man nämlich einfach zu viel Zeit.«

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