Beim Wartturmlauf in Lübbecke sind 240 Höhenmeter zu bewältigen Absolut anspruchsvoll

Lübbecke (WB). »Das sind 14 Kilometer, die es in sich haben!« Mit dieser Aussage werben für die Lübbecker Berglöwen für ihren Wartturmlauf, der am Sonntag nach seiner Premiere im Jahr 1999 bereits zum 18. Mal ausgetragen wird und dabei traditionell den dritten Lauf der Mühlenkreisserie darstellt.

Von Volker Krusche
Startschuss zum Lübbecker Wartturmlauf. Auch 2016 werden wieder fast 400 Läuferinnen und Läufer erwartet.
Startschuss zum Lübbecker Wartturmlauf. Auch 2016 werden wieder fast 400 Läuferinnen und Läufer erwartet. Foto: Volker Krusche

Der Wartturmlauf ist im Reigen der beliebten Laufevents im Kreis Minden-Lübbecke nicht irgendein Lauf – er ist der anspruchsvollste Lauf. Gerade jene Aktiven, die sich auf die kürzeste aller Langstrecken der Mühlenkreisserie machen, können davon ein Liedchen singen. Keine andere Veranstaltung weist auf den ersten gut sieben Kilometern bis hin zum Wendepunkt einen so großen Höhenunterschied auf, wie die Strecke vom Stadion an der Obernfelder Allee hinauf zum Wartturm. Bei 94 Metern startend geht es bis auf 346 Meter hoch – ein Höhenunterschied von mehr als 240 Metern! Nicht umsonst wird der Lauf, dessen Strecke überwiegend über Forstwege führt, bei seiner offiziellen Bewertung sehr hoch eingeschätzt: fünf Sterne für die Qualität, fünf für Anspruch und Kondition, vier für die Landschaft. Dass der Spaßfaktor nicht bei jedem Teilnehmer uneingeschränkt hoch ist, beweisen die hierfür aufgeführten drei Sterne. Der Wartturmlauf ist eben eine echte Herausforderung. Daher können die Berglöwen auch nicht mit den Teilnehmerzahlen anderer zur Serie gehörenden Events mithalten. Während die nicht selten jenseits der 500 – und darüber hinaus – liegt, verzeichnete man in Lübbecke 2015 mit 385 »Finishern« einen neuen Teilnehmerrekord.

Kinderfelder deutlich kleiner

Was 1999 mit 87 Läufern begann, stieg bereits vier Jahre später sprunghaft auf über 230 an. In den Jahren von 2004 bis 2010 profitierte man dabei deutlich von den extrem guten Felder bei den Kindern. Da waren noch Kindergärten und Grundschulen mit am Start. Inzwischen ist das Teilnehmerfeld über den einen Kilometer überschaubar. 2015 waren nur noch 17 Kids und Schüler am Start. Der Schub nach oben erfolgte, als sich die Mühlenkreisserie ausweitete und den bei vielen Veranstaltern ohnehin vorhandenen Jedermannlauf als dritte Serie in den Wettkampf implantierte. Dadurch wurden die deutlich sinkenden Teilnehmerzahlen im Nachwuchsbereich aufgefangen.

Favoriten müssen nachlegen

Was bringt der Lauf am Sonntag? Zumindest einen ersten nachhaltigen Eindruck, wer sich in diesem Jahr auf den drei Strecken für den Gesamtsieg empfiehlt. Einige der Favoriten oder Titelverteidiger sind bislang noch gar nicht in Erscheinung getreten. Sollten sie auch den Wartturmlauf auslassen, müssen sie bei allen vier folgenden Veranstaltungen starten und punkten. Ansonsten kommen sie nicht in die Wertung.

Auf der Hauptstrecke, die in Lübbecke »nur« 8,8 km lang ist, dürfte der Weg zum Sieg nur über Alexander Schröder führen. Der Titelverteidiger der Serie und Vorjahresgewinner in Lübbecke war bislang nur in Werste an den Start gegangen – wo er auch siegte –, hatte wegen eines anderen Events dafür aber Preußisch Oldendorf auslassen müssen. Geht er am Sonntag an den Start, dürfte der Sieger schon feststehen. Der Espelkamper ist einfach konkurrenzlos und deklassiert die Konkurrenz regelrecht. Im Vorjahr stellte er beim »Wartturm« einen neuen Streckenrekord auf, verbesserte seine eigene Bestmarke um 55 Sekunden (30:13 min) und würde nur allzu gern die 30 Minuten-Schallgrenze unterbieten.

Gesamtsieger ohne wertung

Bei den Frauen war die Gesamtsiegerin der letzten Jahre, Sarah Kalinski (vormals Hesse), bislang nicht am Start. Es wird also Zeit. Vorjahressiegerin Yvonne Zierenberg – wie Kalinski von Eintracht Minden – hat bislang nur einen zweiten Platz zu Buche stehen. Führende ist Sarah Wiegmann, die sowohl in Werste, als auch in Pr. Oldendorf den Zielstrich als Erste sah. Offen ist nur, ob die »Berglöwin« bei der eigenen Veranstaltung wird an den Start gehen können. Mit einem weiteren Erfolg würde sie jedenfalls dem Gesamtsieg sehr nahe kommen. Auf der sonst 20 km langen, diesmal über 14 km führenden Langstrecke war Michael Schirrmacher der Dominator der letzten Jahre. Zuletzt allerdings machte sich der Eintrachtler rar, so dass offen ist, ob er überhaupt an der 2016er-Serie teilnimmt. Dafür machte neben dem letztjährigen Zweiten Stephan Bretthauer nun Krzysztof Zwierz vom TSV Waldkirchen auf sich aufmerksam. Mal sehen, wer von ihnen die Nase vorn hat. Oder wird es doch Schirrmacher sein?

Rösener dürfte dominieren

Bei den Damen sicherte sich die Espelkamperin Sandra Weise den Titel. In diesem Jahr aber geht der »lachende Floh« Silke Rösener wieder an den Start – womit der Gesamtsieg vergeben scheint.

Bislang nicht dabei waren auf der Kurzstrecke, die in Lübbecke über vier Kilometer führt, die Weike-Zwillinge, die sich zuletzt stets den Gesamtsieg teilten. Starten sie, dürften sie auch gewinnen. Ansonsten scheint das Rennen um den Titel offen zu sein.

Erster Start um 9.15 Uhr

Der 18. Wartturmlauf startet am Sonntag im Stadion an der Obernfelder Allee um 9.15 Uhr mit dem Kinderlauf. Um 9.45 Uhr werden die »Langstreckler« auf die Strecke geschickt, fünf Minuten später folgt die Hauptklasse über 8,8 km, bevor sich die 4km-Läufer um 9.55 Uhr auf den Weg machen.

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