Handball-Bundesligist erarbeitet sich 23:22-Heimsieg gegen TVB Stuttgart TuS N-L nimmt Abstiegskampf an

Lübbecke (WB). Ein Lebenszeichen: Der TuS N-Lübbecke hat den TVB Stuttgart mit 23:22 (10:13) niedergerungen. Dank dieses Erfolgs im Kellerduell schiebt sich der Handball-Bundesligist näher an den Gegner heran und bleibt weiterhin im Rennen um den Klassenerhalt vertreten.

Von Marc Schmedtlevin
Kollektiver Jubel beim TuS N-Lübbecke, Ernüchterung bei Stuttgarts Michael Spatz. Die Gastgeber haben mit 23:22 gewonnen.
Kollektiver Jubel beim TuS N-Lübbecke, Ernüchterung bei Stuttgarts Michael Spatz. Die Gastgeber haben mit 23:22 gewonnen. Foto: Jens Göbel

»Abstiegskampf« – diesen Begriff verinnerlichten die Lübbecker zumindest in der zweiten Halbzeit. Sie packten aggressiv in den Zweikämpfen zu, hechteten nach jedem freien Ball und rannten kontinuierlich an. Die Belohnung dafür folgte in Form von zwei ganz wichtigen Punkten. Es war ein Sieg der Moral, ein Sieg der Leidenschaft. »Das Spiel hat bewiesen: Wenn du etwas unbedingt erreichen möchtest, dann erreichst du das auch«, sagte TuS-Trainer Goran Perkovac.

Seine Spieler und auch die des Gastes aus Stuttgart boten den lediglich 1965 Zuschauern sicherlich keinen Handball-Leckerbissen. Dieser war im Vorfeld aber auch nicht zu erwarten. Beiden Mannschaften war der Druck anzumerken. Fehler schlichen sich regelmäßig ein, spielerische Klasse blitzte selten auf. Stattdessen lebte die Partie von ihrer Spannung. »Es kommt nicht nur auf die Qualität an, sondern auch auf Herz und Moral«, sagte Perkovac.

Schlechter Start ins Spiel

Seine Mannschaft erwischte keinen guten Start. Zwar legte der TuS zum 1:0 und 2:1 vor, doch danach glitt den Gastgebern das Spiel zunehmend aus der Hand. Auf die beiden TVB-Rückraumspieler Dominik Weiß und Djibril M’Bengue fand die Lübbecker Deckung keinen Zugriff. Die beiden groß gewachsenen Halbspieler konnten entspannt bei neun Metern hochsteigen und die Bälle im Tor unterbringen. So setzte sich Stuttgart schnell auf 5:2 ab (8.). Perkovac sah sich gezwungen, daraufhin schon die erste Auszeit zu nehmen.

Es änderte sich aber erst einmal nichts. Hinten rückte die Abwehr nicht früh genug heraus und Torhüter Matevz Skok bekam keinen Ball zu fassen. Vorne blieb die Fehlerquote zu hoch, der Druck aus dem Rückraum fehlte. Die logische Folge: Stuttgart führte nach 15 Minuten mit 8:4 uns transportierte den Vorsprung. Stimmung in der Halle konnte bei diesem Spielstand nicht aufkommen. Die Atmosphäre erinnerte eher an ein Freundschaftsspiel. Stuttgart zog zwischenzeitlich sogar auf fünf Tore davon, erst direkt vor der Pause verkürzten Jens Bechtloff und Tim Suton für den TuS, der sich bis dahin 15 Fehlwürfe und technische Fehler geleistet hatte, zum 10:13-Halbzeitstand.

Steigerung nach der Pause

In der Kabine schien Goran Perkovac aber die richtigen Worte gefunden zu haben. Innerhalb von sechs Minuten war der Rückstand ausgeglichen. Zum Erfolg kamen die Gastgeber nun auch mit dem Mittel, das der Trainer vor der Partie gefordert hatte: mit Gegenstößen. Das 12:13 von Bechtloff war der erste Treffer auf diese Weise, Bobby Schagen legte zum 13:13 gleich den zweiten Konter nach. Grundlage für diese Gegenangriffe war eine nun viel besser sortierte und postierte Abwehr. Die TVB-Schützen wurden frühzeitig angegangen und zu Fehlern gezwungen. Hinzu kam eine gute Leistung von Torhüter Nikola Blazicko, der schon Mitte der ersten Halbzeit eingewechselt worden war. Der TuS nahm den Schwung mit, leistete sich im Angriff nun weniger Fehler und ging zum 16:15 (39.) erstmals seit der vierten Minute wieder in Führung.

Die Lübbecker schafften es zwar, fortan zwei Treffer zwischen sich und den Gegner zu legen. Die Gegentore fielen aber schnell, Stuttgart ließ sich nicht abschütteln. In der Schlussphase übernahm Pontus Zetterman Verantwortung. Der Schwede hatte bis dahin kein auffälliges Spiel gemacht, erzielte dann aber die Tore zum 21:19 (55.) und 22:20 (56.). Damit verhinderte er aber nicht, dass der TVB in Minute 57 erneut ausglich. Dann war es wieder Zetterman, der einen Siebenmeter herausholte und diesen selbst zum 23:22 (59.) verwandelte. Danach hatte der TuS – im Gegensatz zu anderen Heimspielen – das Glück auf seiner Seite. Beim Wurf von Weiß prallte der Ball gegen den linken, dann gegen den rechten Pfosten und sprang Blazicko von dort aus in die Arme. Es war dieses Mal das Glück des Tüchtigen.

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