Fußball-Westfalenliga: Neuzugang sucht neue Herausforderung
Okan Sakarya verlässt Tengern

Tengern/Oppenwehe (WB). Das war ein kurzes Gastspiel: Der TuS Tengern hat im Winter einen Abgang zu verzeichnen. Okan Sakarya wird nach dem Corona-Lockdown nicht mehr für den Fußball-Westfalenligisten auflaufen. „Er hört auf bei uns“, berichtet TuS-Coach Stefan Studtrucker. Neues Ziel des 21-jährigen Oppenwehers könnte Bezirksligist FC Preußen Espelkamp II sein. Dort ist seit kurzem Sakaryas Ex-Coach Tevfik Cengiz als Trainer tätig. Eine Entscheidung ist aber noch nicht gefallen.

Montag, 09.11.2020, 17:30 Uhr
Bald im selben Verein vereint? Okan Sakarya (links) hat den Durchbruch beim Westfalenligisten TuS Tengern nicht geschafft und sich zu einem Winterwechsel entschlossen. Ein Kandidat soll der FC Preußen Espelkamp (mit Lennart Madroch und Michael Wessel) sein. Foto: Ingo Notz

Sakarya war im Sommer vom A-Liga-Aufsteiger Türk Gücü Espelkamp zu den Kleeblättern gewechselt – ein Vier-Klassen-Sprung! Die Integration des Offensivspielers beim Westfalenligisten verlief aber schwierig. „Okan hat seine Stärken, gerade mit seiner Schnelligkeit und Unberechenbarkeit auf dem Platz“, sagt Stefan Studtrucker. In anderen Bereichen gebe es dagegen Nachholbedarf. Dass der junge Akteur kaum eine Rolle spielte bei den Kleeblättern, habe vor allem an dessen vielen Fehlzeiten gelegen. Mal war es eine Verletzung, dann wieder ein anderer Grund, warum Sakarya sich für das Training abmeldete. So war es für den 21-Jährigen unmöglich, über die Rolle des Bankdrückers hinauszukommen.

Ich dachte, ein junger Spieler wie er brennt wie eine Fackel und will sich unbedingt durchsetzen.

Stefan Studtrucker (Trainer TuS Tengern)

„Wenn ein Spieler die ganze Woche über nicht beim Training ist, kann ich ihn irgendwann auch nicht mehr für den Kader am Wochenende berücksichtigen”, so Studtrucker, der sich etwas enttäuscht zeigt: „Ich dachte, ein junger Spieler wie er brennt wie eine Fackel und will sich unbedingt durchsetzen.” Bis auf zwei Kurzeinsätze in den Heimspielen gegen den VfB Fichte Bielefeld und im Altkreis-Derby-Klassiker gegen den FC Preußen Espelkamp trat der 21-Jährige in den bisherigen Meisterschaftsspielen in der Westfalenliga auf dem Platz nicht in Erscheinung, beim Gastspiel in Mesum stand er immerhin noch ein drittes Mal im Kader der „Kleeblätter“. So konnte Okan Sakarya die Chance beim Westfalenligisten nicht nutzen.

Das Umfeld hat nicht gepasst und das Verständnis mit dem Trainer auch nicht.

Okan Sakarya (TuS Tengern)

Warum das Abenteuer in Tengern nicht geklappt hat, darüber sind der Trainer und der künftige Ex-Spieler allerdings grundlegend unterschiedlicher Meinung: „Das Umfeld hat nicht gepasst und das Verständnis mit dem Trainer auch nicht, wir kommen einfach nicht klar mit seinen Spielformen und dem Kontakt zu ihm. Ich hab mich deshalb auch nicht wohl gefühlt und hatte keinen Spaß mehr am Fußball“, beklagte Okan Sakarya seine Entwicklung in Tengern. „Von der B-Liga in die Westfalenliga zu gehen, das war mir klar, dass es schwer werden würde. Ich kannte vorher keinen der Jungs, in der Mannschaft hat es auch nicht gefunkt und dann kam eine längere Verletzung dazu, dadurch war ich ein paar Wochen weg. Ich bin der Meinung, dass ich es auch in der Westfalenliga schaffen könnte, wenn ich einen besseren Trainer gehabt hätte, aber ich hab die Spielzeit nicht von ihm bekommen und muss das so akzeptieren.“ Die Konsequenz war dann die vorzeitige Trennung.

Es sind zwei, drei Vereine an mir dran, da laufen die Gespräche, ich habe aber noch nirgendwo unterschrieben. In der Kreisliga werde ich aber auf jeden Fall nicht spielen.

Okan Sakarya (TuS Tengern)

Gut möglich, dass jetzt die Espelkamper Preußen zuschlagen und sich nach Matthias Ewert (BW Vehlage) die nächste Verstärkung für ihre zweite Mannschaft sichern, die in der Rückrunde mit aller Macht den Klassenerhalt in der Bezirksliga sichern will. Beim FC Preußen ist ab sofort bekanntlich der langjährige Förderer von Okan Sakarya als neuer Cheftrainer im Amt: Tevfik Cengiz hatte den Stürmer in den vergangenen Jahren bei Türk Gücü unter seinen Fittichen und ihn dort für höhere Aufgaben fit gemacht. Mit starken Leistungen in der Kreisliga B hatte sich der Oppenweher Sakarya unter Cengiz schon in der vorvergangenen Saison in die Notizblöcke zahlreicher A-Ligisten und Bezirksliga-Teams des Lübbecker Fußball-Kreises gespielt, ehe er in diesem Jahr dann schließlich den Sprung zum langjährigen Branchenprimus der Region zum TuS Tengern gewagt hat. Ob es nun zu einer Wiedervereinigung mit seinem Ex-Trainer beim FC Preußen Espelkamp („Preußen ist immer eine gute Adresse!“) und damit zu einer Rückkehr zu seinem zweiten Jugendverein nach dem FC Oppenwehe kommt, ist noch offen, mit einer Entscheidung ist aber in den nächsten Wochen zu rechnen, nachdem nun klar ist, dass Sakarya Tengern verlassen wird. „Es sind zwei, drei Vereine an mir dran, da laufen die Gespräche, ich habe aber noch nirgendwo unterschrieben. In der Kreisliga werde ich aber auf jeden Fall nicht spielen“, kommt für Sakarya eine Rückkehr zu Türk Gücü derzeit nicht in Betracht. „Diese Entscheidung ist wichtig für meine weitere Karriere und die Westfalenliga traue ich mir nach wie vor auf alle Fälle zu – mit dem richtigen Trainer!“, betont der Oppenweher, dass er trotz des schnellen Endes seines Tengern-Projektes weiter höherklassig Fußball spielen möchte. Und dann auch wieder länger als beim kurzen Gastspiel in Tengern...

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