Während der TuS Tengern pausieren muss, rollt in der Regionalliga West der Ball
Kuriose Gegensätze bei den Studtruckers

Halle (WB). Corona-Gegensätze in der gleichen Familie: Während sich Stefan Studtrucker mit dem Fußball-Westfalenligisten TuS Tengern seit Ende Oktober im Lockdown befindet, darf Sohnemann Marwin Studtrucker mit seinem Team weiter auf Torejagd gehen. „Marvin spielt derzeit beim Wuppertaler SV in der Regionalliga West“, sagt Studtrucker über den Angreifer, der auf den Fußspuren des erfolgreichen Vaters (früher Arminia Bielefeld) wandelt. Anders als die Westfalenliga ist die Regionalliga West aktuell vom Lockdown ausgenommen.

Sonntag, 08.11.2020, 19:00 Uhr aktualisiert: 08.11.2020, 19:02 Uhr
Tengerns Trainer Stefan Studtrucker muss aussetzen, sein Sohn Marwin ist weiter am Ball: Die verschiedenen Coronaschutz-Auslegungen sorgen für Unterschiede in der Familie. Foto: Sören Voss

Das führt zu kuriosen Unterschieden selbst in der eigenen Familie. An diesem Wochenende war allerdings auch Studtrucker „junior“ zum Pausieren gezwungen: Wuppertals Heimspiel gegen Alemannia Aachen wurde nach zwei Corona-Fällen bei den Gastgebern abgesagt. Ansonsten lief der Spielbetrieb in der Regionalliga West nahezu störungsfrei. Eine weitere Ausnahme war das OWL-Derby zwischen dem SV Rödinghausen und dem SV Wiedenbrück, das nach einem Corona-Fall im Umfeld des SVR ebenfalls vom Spielplan genommen wurde.

Die Vereine in der Regionalliga müssen doch irgendwie überleben, gerade in Zeiten ohne Zuschauereinnahmen.

Stefan Studtrucker, Trainer TuS Tengern

In der vergangenen Woche hatte es eine Festlegung gegeben: Demnach wertet die NRW-Landesregierung die Männer-Regionalliga West nach Rücksprache mit dem Westdeutschen Fußball-Verband als Spielklasse mit professionellen Strukturen, die nicht in den Amateurbereich falle. Maßgebend war, dass in der 4. Liga Menschen beschäftigt sind, die ihren Lebensunterhalt überwiegend mit Fußball bestreiten. Für andere Regionalliga-Staffeln gilt diese Einschätzung nicht. Nach zuvor schon Nord, Nordost und Bayern hat auch die Regionalliga-Südwest ihren Spielbetrieb mittlerweile eingestellt.

Somit wird allein in der West-Staffel weiter gespielt – wie in den Profiligen ohne Zuschauer. Für Unverständnis sorgt bei einigen Amateurklubs auch das 15-Millionen-Euro-Hilfspaket, das die Landesregierung Viertligisten der Sportarten zur Verfügung stellt, die von fehlenden Zuschauereinnahmen betroffen sind. Die neuen Hilfsgelder sollen ab einem Einnahmeausfall von 2.500 Euro ohne Steuern ausgezahlt werden.

Studtrucker zweifelt am Zeitplan in der Westfalenliga

„Die Vereine müssen doch überleben, wo auch die Zuschauereinnahmen wegfallen. Irgendwo muss man halt eine Grenze ziehen, ob bei 3. oder 4. Liga“, sagt Stefan Studtrucker, der den Lockdown im Amateurbereich klaglos akzeptiert. „Wenn die Zahlen so drastisch ansteigen, muss man sich das gefallen lassen. Auch wenn ich nicht unbedingt glaube, dass der Fußball an dieser Entwicklung einen großen Anteil hatte“, sagt der Tengeraner Westfalenliga-Coach, der seine Mannschaft seit Ende Oktober nicht mehr zu Gesicht bekommen hat.

Damit ihn seine Kicker nicht „vergessen“, wurden sie mit Trainingsplänen ausgestattet. „Diese sollten die Jungs auch akribisch durchführen“, unterstreicht Studt­rucker, da immerhin ja die kleine Chance besteht, dass die Saison doch noch einmal vor Weihnachten aufgenommen wird. Ohne die Fortsetzung 2020 sieht Studtrucker Probleme auf die Westfalenliga zukommen. „Dann wird es eng, die Saison wie geplant zu Ende zu kriegen. Es ist rund um Ostern schon alles an freien Tagen verplant. Los geht’s zudem bereits im Februar. Wenn jetzt noch die November-Spiele dazukommen, könnte die Zeit nicht ausreichen.“

Die Ausgangslage für Westfalenliga-Kellerkind Tengern ist so oder so die gleiche: Es bedarf eines Kraftaktes, um den Abstieg zu vermeiden.

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