Fußball: Wojtek Kosecki verlässt den Westfalenligisten TuS Tengern
Eine Legende geht

Tengern (WB). Kapitän, Idol, Co-Trainer, Trainer, Retter: In zwölf Jahren beim TuS Tengern ist Wojtek Kosecki zu einer Institution bei den Kleeblättern geworden. Eine Institution, die nun zum zweiten Mal den Verein verlässt: Nach dem Ende der Saison wechselt der gebürtige Pole in die Kreisliga zur SG Oesterweg. Ein paar Schritte von seinem Versmolder Heim entfernt, steigt er als spielender Co-Trainer ein und kann sich gleichzeitig den Wunsch, mehr Zeit für die Familie zu haben, erfüllen.

Samstag, 13.06.2020, 11:40 Uhr aktualisiert: 14.06.2020, 17:46 Uhr
Immer da, wenn man ihn braucht: Wojtek Kosecki (Nummer 2) hat in mehr als zehn Jahren beim TuS Tengern eine sportliche Heimat gefunden.

Erfüllend war auch Koseckis Zeit in Tengern. Seine Rolle in der Westfalenliga-Geschichte des TuS ist kurios: Ausgerechnet der langjährige Leuchtturm der Kleeblätter hat den größten Erfolg der Vereinsgeschichte wegen seines Abstechers zum SC Peckeloh nicht auf dem Platz mitbekommen – und den verhinderten Abstieg will er sich nach einer in mehrfacher Hinsicht einmaligen Saison nicht auf die Fahnen schreiben. „Für Corona war ich nicht zuständig“, wehrt Wojtek Kosecki alle Glückwünsche zur Rettung des TuS ab. Gleichwohl habe er auch nach dem Ausscheiden von Olaf Sieweke an die Rettung geglaubt: „Wir haben gut trainiert“, vertraute der 34-Jährige auf eine starke Aufholjagd im zweiten Saisonteil, zu dem es dann nicht mehr gekommen ist. „Natürlich waren wir noch weit weg von unseren Zielen. Wir brauchen nicht mehr in die Glaskugel zu schauen, aber ich hatte schon auf einen guten Start gehofft. Gegen Nottuln haben wir dann leider verloren, die nächsten Spiele wurden dann ja schon verlegt und am Ende wurde die Saison abgebrochen. Klar, wir haben Glück gehabt, wenn man auf unseren Quotienten guckt. Es ist schade, dass wir nicht mehr auf den Platz bringen konnten, was wir uns erarbeitet hatten, aber so haben wir den Klassenerhalt sicher. Ich glaube schon, dass wir noch einige Punkte geholt hätten, so war es am Ende aber einfach Glück!“

Der TuS Tengern ist im ganzen Kreis Minden-Lübbecke mit die beste Adresse und spielt seit Jahren mit am höchsten. Klar, jetzt ist Espelkamp dabei, alle zu überholen mit den finanziellen Mitteln, aber Tengern ist ein gut geführter Verein, wo keine Hektik ist, immer Ruhe – und natürlich sind auch viele Freundschaften entstanden.

Wojtek Kosecki (TuS Tengern)

Bei seinem zweiten Einsatz als verantwortlicher Trainer, erstmals war Kosecki als Übergangslösung zwischen den Cheftrainern Jörn Paulsen und René Müller eingesprungen, gab es für Kosecki keine Alternative zur Zusage, als er vom Sportlichen Leiter Christian Meyer nach dem Sieweke-Aus um Hilfe gebeten worden ist. Sieweke, mit dem er auch schon beim SC Herford zusammengearbeitet hatte, war nur der letzte von einigen Trainern, die Kosecki in seinem guten Jahrzehnt am Wiehen erlebt hat. Geholt worden war er noch von Fußball-Obmann Dieter Bartelheimer und Trainer Heiko Eickmeier, nachdem sein Team SC Herford zusammen mit dem TuS Tengern aus der Landesliga abgestiegen war. Mit Kosecki, der auch beruflich bei Tengerns Hauptsponsor Wortmann eine neue Heimat gefunden hat, ging es für die Kleeblätter sofort wieder hoch und bis in die Spitzengruppe der Landesliga. Der Bünder Kosecki, der seit seinem fünften Lebensjahr in Tengerns Nachbarschaft gewohnt hat, hat bei den Kleeblättern sein sportliches Glück gefunden. „In Tengern ist es immer gewachsen, das passte einfach, ich hatte kurze Wege zum Training. Der TuS Tengern ist im ganzen Kreis Minden-Lübbecke mit die beste Adresse und spielt seit Jahren mit am höchsten. Klar, jetzt ist Espelkamp dabei, alle zu überholen mit den finanziellen Mitteln, aber Tengern ist ein gut geführter Verein, wo keine Hektik ist, immer Ruhe – und natürlich sind auch viele Freundschaften entstanden.” Besonders ein Jahr hat Kosecki in seiner persönlichen Hitliste dabei ganz oben stehen: „Beim Aufstieg war ich ja leider nicht dabei, aber als wir in der Landesliga Dritter geworden sind mit vielen polnischen Landsleuten von mir, das war davor schon mit das erfolgreichste Jahr.“

Ich hatte unterschiedliche Trainer, von denen ich mir einiges abgucken konnte, das will ich in meiner neuen Rolle mit einbringen. Vom Niveau her ist die Kreisliga natürlich nicht so hoch, aber die Jungs sind motiviert und ich habe Lust drauf!

Wojtek Kosecki (TuS Tengern)

Nun geht es aus der Westfalenliga drei Klassen abwärts – aber auch da wird immer ein Stück Tengern mit dabei sein, wenn Wojtek Kosecki als spielender Co-Trainer auf oder neben dem Platz steht: „Ich hatte unterschiedliche Trainer, von denen ich mir einiges abgucken konnte, das will ich in meiner neuen Rolle mit einbringen. Vom Niveau her ist die Kreisliga natürlich nicht so hoch, aber die Jungs sind motiviert und ich habe Lust drauf!“ Einen offiziellen Abschied hat es bisher noch nicht geben können: „Wir wollen uns alle noch einmal treffen, dann kann ich mich noch persönlich verabschieden.“ Ein endgültiger Abschied aus Tengern wird der Wechsel, das steht für Kosecki jetzt schon fest, nicht sein, dazu sind die Bindungen zu eng: „Wenn ich Zeit habe, werde ich weiter in Tengern vorbeigucken oder wenn sie bei mir in der Ecke spielen.“ Ehrensache für eine Legende des Vereins: Kosecki kam als Absteiger und geht mit dem ersten Westfalenliga-Klassenerhalt der Vereinsgeschichte, in der er in seinen Jahren am Wiehen einige Kapitel mitgeschrieben hat. Happy End inklusive!

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