Verwandelter Siebenmeter nach der Schlusssirene sichert der HSG Hüllhorst ein 22:22 gegen die Spvg. Steinhagen
Hodde hält dem Druck stand

Hüllhorst (WB). Anhand der Reaktionen war abzulesen, welche Mannschaft einen Punkt gewonnen und welche einen Punkt verloren hatte. Während die Spieler der HSG Hüllhorst nach dem 22:22 (9:12) vor ihrem Fanblock sangen und hüpften, war bei der Spvg. Steinhagen der Frust offensichtlich.

Montag, 01.04.2019, 16:50 Uhr aktualisiert: 01.04.2019, 16:52 Uhr
Die Hüllhorster wussten, bei wem sie sich zu bedanken hatten. Julian Hodde (rechts) atmet nach dem finalen Siebenmeter durch. Foto: Schmedtlevin

Eines der vielen direkten Duelle im Kampf gegen den Abstieg war nichts für schwache Nerven. Das galt besonders für Julian Hodde. Der Hüllhorster Rückraumspieler trat zu einem finalen Siebenmeter an. Zu diesem Zeitpunkt lag seine Mannschaft mit 21:22 zurück und die Uhr war schon abgelaufen. Hodde blieb ganz cool, netzte ein und verschaffte der HSG so immerhin einen Zähler. »Für mich war es das erste Mal, dass ich einen Siebenmeter nach Ablauf der Uhr werfen musste. Ich war mir aber relativ sicher, weil ich die Würfe zuvor auch schon getroffen hatte. Als ich die erste Bewegung des Torhüters gesehen habe, wusste ich auch, was ich machen werde«, sagte Hodde.

Zwei Tore in 19 Minuten

Dass die Hüllhorster am Ende überhaupt für ein Remis oder sogar den Sieg infrage kommen, hatte sich in der ersten Halbzeit noch nicht angedeutet. Die Gastgeber erwischten einen miserablen Start. Ein 2:9 leuchtete nach 19 Minuten auf der Anzeigetafel auf. »Es war schon dramatisch«, gab Trainer Lars Halstenberg zu. Dessen Team hatte nicht genügend Geduld, suchte immer wieder verfrüht die Abschlüsse. Außerdem griff hinten die ansonsten starke 3:2:1-Formation nicht wie gewünscht. Steinhagen spielte sich über den Kreis immer wieder frei und kam zu einfachen Treffen. »Wir haben 20 Minuten überhaupt keinen Handball gespielt«, kommentierte Kapitän Christopher Kreft.

Immerhin stellte sich noch rechtzeitig Besserung ein. Mit einer 6:0-Variante in der Abwehr und einem siebten Feldspieler vorne wurde das Hüllhorster Spiel wieder geordneter. Bis zur Pause robbten sich die Hausherren wieder heran, verkürzten auf 9:12. »Es war schon kurios: Ein paar gute Minuten haben gereicht, um einige Tore aufzuholen«, sagte Kreft.

Führung nach der Pause

Dessen Team hatte gesehen, wie es funktionieren kann. Und dem wieder gefundenen Selbstvertrauen startete Hüllhorst auch in den zweiten Abschnitt. Zwei Hodde-Treffer sowie eine Parade von Torhüter Christian Laroche brachten die HSG auf 11:12 (34.) heran, ein Kontertor von Paul Reichelt nach sehenswertem Laroche-Zuspiel sorgte für den Ausgleich (36.). Als dann auch noch Lukas Budde beim 14:13 (38.) für die erste Führung nach dem 1:0 sorgte, schien das Pendel vollkommen in die Hüllhorster Richtung auszuschlagen.

Doch die HSG schaffte es nicht, dieses höhere Niveau konstant zu transportieren. Es schlichen sich immer mal wieder leichte Ballverluste ein, weil die letzte Genauigkeit in den Abläufen fehlte. Speziell die beiden Kreisläufer bekamen die Hüllhorster nicht in Position. »Wir hatten auch einige Ballgewinne, haben daraus aber zu wenig gemacht«, sagte Halstenberg. Das ständige Auf und Ab nutzte Steinhagen, vor allem über die rechte Angriffsseite, um sich auf 18:16 (44.) abzusetzen.

Bis in die spannende Schlussphase hinein legten die Gäste vor, Hüllhorst stellte immer wieder den Ausgleich her. Für die letzten Minuten schien sich dann ein großer Vorteil in Form einer Überzahl zu ergeben. Im drohenden Zeitspiel zog Steinhagen aber einen Siebenmeter, Moritz Lünstroth traf 39 Sekunden vor Schluss zum 22:21. Auf der Gegenseite ebnete dann ein Foul an Paul Reichelt mit anschließendem Hodde-Siebenmeter den Weg zur wohl nicht ungerechten Punkteteilung.

HSG Hüllhorst: Laroche, Lengwenus – Meyer, Reichelt (5), Kleffmann, Tiemann, Budde (2), Blomenkamp (2), Wiechert (1), Kreft (2), Heidenreich (2), Hodde (8)

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