Fußball-Landesliga: Verein und Trainer gehen nach sechs Jahren getrennte Wege Hebestreit hört zum Saisonende auf

Tengern (WB). Fußball-Landesligist TuS Tengern und Holm Hebestreit gehen im Sommer getrennte Wege. Darauf einigten sich beide Seiten einvernehmlich. Sie legten absoluten Wert darauf, dass diese Entscheidung nicht im Groll gefallen ist, sondern vom Verein und Trainer nach sechs erfolgreichen Jahren gleichermaßen getragen wurde.

Von Volker Krusche
Holm Hebestreit in mitten seiner Spieler. Der Trainer des TuS Tengern wird sein Amt am Saisonende abgeben.
Holm Hebestreit in mitten seiner Spieler. Der Trainer des TuS Tengern wird sein Amt am Saisonende abgeben. Foto: Marc Schmedtlevin

»Sechs Jahre sind eine lange Zeit. Als ich den TuS seinerzeit übernommen haben, spielte er im unteren Drittel herum, war froh, den Abstieg abgewendet zu haben. Wir haben uns dann konstant nach oben bewegt und uns letztlich immer auf Spitzenplätzen wiedergefunden. Allerdings war auch eine gewisse Stagnation festzustellen, weil wir immer zwischen Rang drei und sechs hängenblieben. Natürlich war immer der Wunsch nach einem Aufstieg da. Daran wird sich auch in dieser Saison trotz des großen Umbruchs im Sommer nichts ändern.«

Hier sind nun mal keine großen Sprünge möglich

Der Verein sieht dies allerdings anders, wie der Sportliche Leiter Christian »Klappi« Meyer feststellt. »Holm weiß genau um unsere Situation hier in Tengern. Hier sind nun mal keine großen Sprünge möglich. Ich denke aber, dass wir das in den letzten Jahren hier sehr gut hinbekommen haben.«

Das Gespräch mit Holm Hebestreit sei ein gutes gewesen, wie Meyer konstatierte. »Wir hatten gemeinsam aber das Gefühl, dass es nach so langer Zeit für beide Seiten wichtig wäre, mal was Neues zu machen. Beide Seiten streben nach Veränderung. Und dann macht es halt Sinn, sich nicht zu trennen, wenn es schlecht läuft, sondern eine solche Entscheidung zu treffen, wenn es gut läuft. Letztlich haben wir aber beide erkannt, dass ein gewisser Verschleiß nach so langer Zeit nicht von der Hand zu weisen ist.«

Holm Hebestreit ist inzwischen seit zehn Jahren als Trainer im Männerbereich tätig. Die ersten vier Jahre mit dem FC Bad Oeynhausen II, anschließend dann in Tengern. »Ich bin dem Verein unglaublich dankbar, dass er einem Nobody, der mit einer Reserve in der Bezirksliga spielte, diese Chance gegeben hat. Ich habe hier in Ruhe meine Vorstellungen von Fußball umsetzen und mir als Trainer einen guten Ruf erarbeiten können. Inzwischen bin ich der dienstälteste durchweg in der Landesliga arbeitende Coach.«

»Ich bin gespannt, was jetzt passiert.«

Einen neuen Klub hat Hebestreit nach eigenen Aussagen nicht an der Hand. »Ich bin nicht der Typ, der erst dann aktiv wird, wenn er Sicherheit hat. Ich bin vielmehr gespannt, was jetzt passiert.« Sein künftiges Engagement macht der 44-Jährige von mehreren Faktoren abhängig. »Es muss ein ambitionierter Verein sein, der eine personelle Basis und gute Trainingsmöglichkeiten bietet.«

Mit Blick auf sein jetziges Team befinden sich einige Spieler im Kader, die schon bei Hebestreits Amtsantritt dabei waren. »Für Lukasz Grzegorczyk, Alexander Fischer, Yasin Köse, Magnus Giersdorff oder Alex Knicker ist es auch wichtig, mal unter einen anderen Kollegen zu trainieren und dessen Ideen umzusetzen.«

Natürlich sei die Entscheidung nicht leicht gefallen. »Ich habe hier gute Bedingungen vorgefunden, tolle Jungs kennengelernt, mit denen zusammen ich als aktiver Fußballer gern mal gekickt hätte. Ich will nicht ausschließen, eines Tages wieder nach Tengern zurückzukehren.«

»Vielleicht geht ja alles ganz schnell«

Christian Meyer indes ist stolz darauf, dass der Verein mit seinen Trainern immer einen guten Griff getan hat. »Ob Heiko Eickmeier, Jörn Paulsen oder jetzt Holm Hebestreit – sieht man einmal vom Kurzengagement René Müllers und dessen lukrativem Angebot aus Paderborn ab –, wir hatten immer Kontinuität auf diesem Posten. Das soll auch künftig so sein.« Wer Nachfolger von Hebestreit wird, kann Meyer nicht sagen. Noch nicht. »Ich habe zwei Kandidaten im Auge, mit denen ich aber noch nicht gesprochen habe. Vielleicht geht ja alles ganz schnell...« Der Neue müsse sich wie sein Vorgänger mit dem Verein identifizieren. »Damit meine ich nicht nur mit der ersten Mannschaft, sondern auch dem Bezirksligateam und der A-Jugend. Ich denke aber, dass wir für Trainer eine gute Adresse sind und bin optimistisch, die Personalie schnell lösen zu können.«

Danach beginnen dann die Gespräche mit den Spielern, »wobei ich davon ausgehe, dass 90 Prozent bei uns bleiben werden. Der Kern hier ist gefestigt und die Neuen sind super eingeschlagen.« Einer wird allerdings schon jetzt gehen: Momo Diabang verlässt den TuS auf eigenem Wunsch in Richtung Bielefeld, wo sich der inzwischen 38-Jährige erneut Bezirksligist Hicret anschließt.

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