Fußball-Landesliga: Auftakterfolg des TuS Tengern weckt große Erwartungen Wie im Märchen

Tengern (WB). Ein besseres Drehbuch hätten auch die Brüder Grimm nicht schreiben können. Beim Saisonauftakt gelangen dem TuS Tengern sieben Treffer auf einen Streich. Ein märchenhafter Erfolg, der die Erwartungshaltung mit Blick auf die gesamte Serie sicherlich nicht herunterschraubt.

Von Marc Schmedtlevin
Starker Auftritt: Alexander Borchard (Mitte) hat sich die Note 1 von Trainer Holm Hebestreit verdient.
Starker Auftritt: Alexander Borchard (Mitte) hat sich die Note 1 von Trainer Holm Hebestreit verdient. Foto: Marc Schmedtlevin

Nach dem Erklimmen der Tabellenspitze dürfte den Tengeranern das Einschlafen nicht schwer gefallen sein. Anders Holm Hebestreit: Beim Trainer war an einen ruhigen Schlaf nicht zu denken. »Ich bin früh wach geworden, war immer noch aufgewühlt und habe versucht, die Partie zu reflektieren«, sagt Hebestreit am Morgen nach der 7:1-Gala gegen den SC Peckeloh . Der Erfolg des Teams hätte nicht nur sportlich wertvolle Erkenntnis geliefert, sondern auch ihm persönlich in Sachen Spielvorbereitung: »Ich habe erkannt, dass ich vor ersten Spieltagen manchmal Fehler gemacht habe. Manchmal kann weniger auch mehr sein.«

Matchplan geht auf

Dieses Mal schien der Coach jedenfalls die richtigen Worte gefunden zu haben. Das TuS-Team wirkte von der ersten Minute an hoch motiviert und auf den Matchplan fokussiert. »Wir waren sehr gut eingestellt, wussten, wo wir Peckeloh weh tun können«, sagt Spieler Pascal Bley. Mit gnadenlosem Pressing und Umschaltspiel kam Tengern zu Ballgewinnen, Toren und Erfolg. »Die Jungs waren mental und physisch in einem super Zustand«, lobte Hebestreit, der im Vorfeld eine optimale Konstellation ausgemacht hatte: »Peckeloh hatte den letzten Test mit 8:1 gegen Spexard gewonnen, wir gegen dieses Team mit 0:3 verloren. Daher waren bei uns alle Antennen aufgestellt.« Das Wiedersehen mit Ex-Kapitän Wojtek Kosecki hätte für die nötige Extra-Motivation gesorgt.

Überbewerten wollten die Kleeblätter den »Sahnetag« zum Auftakt nicht. Dennoch steht fest, dass der TuS gleich einmal ein Signal an die Konkurrenz ausgesendet hat und die Erwartung an die Saison im Team und im Umfeld nicht geringer geworden ist. »Wir haben die Latte hoch gelegt. An diesem Spiel werden wir jetzt 29 Mal gemessen«, sagt Hebestreit, der in seine Jubiläumssaison – die zehnte als Trainer – gestartet ist. Auf dem Platz dürften ihm unter anderem drei Neuheiten sehr gut gefallen haben:

Der Kapitän

Nach dem Abgang von Wojtek Kosecki hat Pascal Bley die Kapitänsbinde übernommen. Während der Teamsitzung am Freitagabend wurde der Defensivallrounder zum Anführer gewählt. Elf von 19 Stimmen erhielt Bley. Neben ihm waren Waldemar Jurez und Alexander Fischer von Hebestreit vorgeschlagen worden. »Für mich ist es eine Ehre, aber keine große Umstellung. Ich habe schon immer Ansagen auf dem Platz gemacht. Jetzt kommen vielleicht noch ein paar Ansprachen hinzu«, sagt Bley, der eine optimale Premiere erlebte.

Die Dreierkette

Auf den ersten Blick ist es das Projekt »Jugend forscht«. Im Abwehrzentrum setzte Tengern auf Jan Stühmeier, Felix Budde und Nico Gerfen. Alle erst Anfang der 20er-Jahre alt. Von Unerfahrenheit aber keine Spur, nur sehr selten kam Gefahr rund um den TuS-Strafraum auf. Zudem trugen sich Stühmeier und Budde in die Torschützenliste ein. »Wir drei verstehen uns gut, es klappte schon in der Vorbereitung gut. Dann kommt es auch nicht auf das Alter an«, erklärt Neuling Budde.

Die rechte Seite

In der Vergangenheit eher linkslastig aufgestellt, wurden gegen Peckeloh zahlreiche Angriff über Rechts initiiert. Beteiligt waren daran zwei Spieler, die immer wieder mit höchstem Tempo die Bahn bearbeiteten: Zugang Maximilian Schwier und Alexander Borchard. Zweiterer verdiente sich ein Extra-Lob: »Alex bekommt die Note 1. Er muss jetzt nur das Niveau halten und sich noch mehr zutrauen«, sagt Trainer Hebestreit.

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