Frauen-Verbandsliga: HSG Hüllhorst steigt nach 22:21 bei HSG EURo in die Oberliga auf Auf und Ab zur Meisterschaft

Unterlübbe/Hüllhorst (WB). Spannung, Emotionen und vor allem Erfolg – aus Sicht der Handballerinnen der HSG Hüllhorst hat der letzte Schritt zum Meisterstück alles bereit gehalten. Nach dem umjubelten 22:21 (9:13) bei der HSG EURo steht der Aufstieg in die Oberliga fest.

Von Marc Schmedtlevin
So sehen Sieger aus: Die Handballerinnen der HSG Hüllhorst sind in die Oberliga aufgestiegen.
So sehen Sieger aus: Die Handballerinnen der HSG Hüllhorst sind in die Oberliga aufgestiegen. Foto: HSG Hüllhorst

Als der Abpfiff ertönte, kannte der Jubel keine Grenzen mehr. Auf den Sitzen hatte es sowieso niemanden mehr gehalten. Die Spielerinnen sprangen wild umher, lagen sich in den Armen, feierten die Krönung der Saison. »Aufsteiger, Aufsteiger, hey«, schallte es durch die Halle. Das Auswärtsspiel wurde spätestens jetzt zum Heimspiel. »Einfach eine geile Serie«, sagte Torhüterin Silke Poggemöller. Nur Trainer Christian Wiechert benötigte einen Moment, um das Erreichte zu verarbeiten. Er saß auf der Bank, lag in den Armen von seinem Assistenten Detlef Schmitz und wischte sich ein paar Tränchen aus dem Gesicht. Im Kreis der Mannschaft angekommen, brachte er seine Gedanken, seine Dankbarkeit auf den Punkt: »Ihr seid die geilsten.«

Nervöser Auftakt

Die Emotionen spiegelten wider, wie groß die Anspannung war – speziell in den vorausgegangenen 60 Minuten. Es entwickelte sich ein ständiges Auf und Ab der Gefühle. Zunächst deutete vieles auf eine Vertagung der Meisterfeier hin. Hüllhorst erwischte einen schwachen Start, ungewohnte Fehler im Aufbau und im Abschluss kennzeichneten die Anfangsphase. Und auch die Abwehr bekam nicht den gewünschten Zugriff. Die Nervosität beim ersten Matchball war greifbar. Der Tabellenzweite EURo legte eine 4:0-Führung vor (4.) und setzte sich über 9:4 (18.) auf 13:6 (27.) ab.

Es gab viele Indizien dafür, dass es eigentlich nicht der Tag der Gäste werden sollte. Susann Grüning verletzte sich am Finger, musste in der Kabine behandelt werden. Ein verwandelter Siebenmeter von Eva Grannemann wurde mit einiger Verzögerung wieder aberkannt. Am Ende der ersten Hälfte legten die Hüllhorsterinnen aber noch einen Zwischenspurt hin, verkürzten auf 9:13 und blieben immerhin in Reichweite.

Wenden in Hälfte zwei

Nach Wiederbeginn war der direkte Anschluss schnell hergestellt und beim Ausgleich zum 17:17 (44.) – ein Remis hätte genügt – war der Aufstieg erstmals virtuell perfekt. Als dann auch noch die erste Führung zum 18:17 gelang, war die Zuversicht riesig. Acht Minuten ohne Tor ermöglichten EURo allerdings die erneute Wende zum 21:18 (54.).

Doch Hüllhorst konnte sich auf Comeback-Qualitäten verlassen. »Es hat uns die gesamte Saison über ausgezeichnet, dass wir nicht aufgeben und an uns glauben«, sagte Anna-Lena Schröder. In Minute 58 war wieder der Ausgleich hergestellt und das große Finale stand noch bevor: 19 Sekunden vor Schluss erzielte Susann Grüning das Tor zum 22:21 und zum Aufstieg. Der Startschuss zu einer großen Party – erst in Unterlübbe, dann in Hüllhorst. Dort hatte das Team schon seit Wochen eine Feier geplant, um Geld für die Mannschaftsfahrt nach Mallorca zu verdienen. Ein perfektes Timing.

HSG Hüllhorst: Poggemöller, Meyer – Kuhlmann, Müller, Redeker (4/3), Lehmann (4), Grüning (4), Zelle, Mohr, Kröger (1), Hülsmeier (3), Albsmeier (3), Grannemann (2/2), Halstenberg (1)

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