Bezirksliga: Coach verlässt mitten in der Saison den A-Ligisten Türk Gücü Espelkamp
Überraschung: Cengiz ersetzt Möller beim FC Preußen II

Espelkamp (WB). Der FC Preußen Espelkamp zieht die Reißleine: Nach der ­ 1:5-Schlappe der zweiten Mannschaft bei der SV Kutenhausen/Todtenhausen hat sich der Verein von Reserve-Coach Markus Möller getrennt. Dessen Nachfolge beim Bezirksliga-Kellerkind tritt überraschend mit sofortiger Wirkung Tevfik Cengiz an, bislang Trainer des A-Ligisten Türk Gücü Espelkamp. „Mein Ziel ist es, mit der Mannschaft den Klassenerhalt zu erreichen“, sagt der 50-Jährige, der als Spieler zweimal mit den Preußen in die Bezirksliga aufgestiegen ist (1988 und 1998).

Freitag, 30.10.2020, 14:01 Uhr aktualisiert: 30.10.2020, 14:48 Uhr
Nach der 3:6-Schlappe mit Türk Gücü beim TuS Gehlenbeck erhielt Tevfik Cengiz am Montag die Anfrage von Preußen Espelkamp. Der 50-Jährige sah nach viereinhalb Jahren beim A-Ligisten den Zeitpunkt für einen Wechsel gekommen. Foto: Günter Pollex

„Der Saisonstart verlief unter schwierigen personellen Voraussetzungen und deswegen nicht wie gewünscht. Wir bedanken uns bei Markus für sein Engagement und haben in beiderseitigem Einvernehmen eine Veränderung besprochen“, sagt der Sportliche Leiter Tim Daseking über die neue Weichenstellung. Mit Dietrich Wiedmer wurde auch ein neuer Co-Trainer installiert. Daseking bezeichnet das neue Tandem als „Super-Lösung für uns“.

Infrastruktur und sportliches Konzept passen sehr gut zu meinen Vorstellungen. Bei Türk Gücü wäre für mich spätestens im Sommer ohnehin Schluss gewesen, das wusste mein Vorstand.

Tevfik Cengiz, neuer Trainer von Preußen Espelkamp II

Cengiz freut sich trotz des schlechten Saisonstarts auf die neue Aufgabe im Preußen-Unterbau: „Infrastruktur und sport­liches Konzept passen sehr gut zu meinen Vorstellungen und ich freue mich, nach einer hoffentlich kurzen ‚Corona-Pause‘ mit den Jungs dann starten zu können“, sagt der Coach, der nach viereinhalb Jahren bei Türk Gücü die Zeit für eine Veränderung gekommen sah – auch wenn diese mitten in der Saison erfolgt.

Nach 3:6-Pleite in Gehlenbeck kam der Preußen-Anruf zur richtigen Zeit

„Spätestens im Sommer hätte ich ohnehin bei Türk Gücü aufgehört, der Vorstand wusste Bescheid“, sagt Cengiz. Als am Montag die Anfrage der Preußen kam, sei er daher gesprächsbereit gewesen. Beeinflusst wurde seine Wechsel-Entscheidung auch von der 3:6-Niederlage, die er mit Türk Gücü einen Tag zuvor in Gehlenbeck kassiert hatte. „An dem Tag habe ich gedacht, ich erreiche die Jungs vielleicht nicht mehr. Eine 3:1-Führung kann man doch nicht so herschenken“, so Cengiz.

Veränderung mitten in der Saison: (von links) der Sportliche Leiter der Preußen, Tim Daseking, mit dem neuen Trainergespann in der zweiten Mannschaft, Tevfik Cengiz und Dietrich Wiedmer.

Veränderung mitten in der Saison: (von links) der Sportliche Leiter der Preußen, Tim Daseking, mit dem neuen Trainergespann in der zweiten Mannschaft, Tevfik Cengiz und Dietrich Wiedmer. Foto: Verein

Mit Dietrich Wiedmer bekommt Cengiz künftig Unterstützung von einem Co-Trainer, der Erfahrung im Nachwuchsbereich bei den Preußen gesammelt hat. Ungewöhnlich an der Personalie Cengiz ist vor allem der Zeitpunkt: Ein Trainer-Wechsel mitten in der Saison kommt selten vor. Die Preußen bedankten sich in diesem Zusammenhang wohl auch deshalb ausdrücklich bei Türk Gücü „für die freundschaftliche Zusammenarbeit bezüglich der Erteilung einer Freigabe“, wie es in einer Mitteilung des Vereins heißt.

Verständnis und Enttäuschung: Möller tut das Preußen-Aus „richtig weh“

Enttäuscht ist der scheidende Markus Möller, der nach dem schwachen Saisonstart gerne die Chance bekommen hätte, das Ruder mit der Preußen-Reserve herumzureißen. „Ohne Lockdown hätten demnächst die wichtigen Partien gegen Dützen, Vlotho und Petershagen angestanden. Da hätten wir punkten müssen“, so Möller, der spätestens nach der jüngsten 1:5-Schlappe in Kutenhausen geahnt hatte, dass es „eng für mich“ werden könnte.

Markus Möller hätte gerne weitergemacht: Für sein Trainer-Aus bei der Preußen-Reserve äußert er nach einem schlechten Saisonstart aber dennoch Verständnis.

Markus Möller hätte gerne weitergemacht: Für sein Trainer-Aus bei der Preußen-Reserve äußert er nach einem schlechten Saisonstart aber dennoch Verständnis. Foto: Verein

Die längere Spielpause haben die Preußen nun zum sofortigen „Cut“ genutzt. Mit zwei Punkten steckt die Mannschaft als Vorletzter in größter Abstiegsnot. Die schlechte Ausbeute nur Möller anzulasten, führt zu kurz: Der Trainer musste seit seinem Amtsantritt im Sommer mit einem Mini-Kader auskommen, bekam zudem nur selten Unterstützung von oben. Trotzdem: „Ich muss die Entscheidung akzeptieren, auch wenn es mir richtig weh tut und ich gerne mit der Mannschaft weitergearbeitet hätte. Aber die Ergebnisse haben einfach nicht gestimmt.“

Ein Kandidat für den vakanten Trainerposten bei Türk Gücü Espelkamp ist offenbar Hüseyin Özal. Der Kapitän könnte das Amt zunächst interimsweise übernehmen, weil es schwierig sein dürfte, auf die Schnelle einen externen Nachfolger für Cengiz zu finden. Mit neun Punkten ist der zunächst furios gestartete Aufsteiger mittlerweile bis an den Rand der Abstiegszone abgerutscht. Gut möglich, dass noch eine heiße zweite Saisonhälfte auf Türk Gücü wartet.

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