Westfalenliga: Spitzenreiter FC Preußen Espelkamp hadert nach 2:3 (1:1) gegen Hiltrup
„Dieses Tor hat einfach alles verändert“

Espelkamp (WB). Eine unglückliche Entscheidung und ein starker Gegner: Der FC Preußen Espelkamp hat am Samstag in der Fußball-Westfalenliga seine erste Saisonniederlage kassiert. Das 2:3 (1:1) gegen den TuS Hiltrup ging nach Ansicht von Tim Daseking in Ordnung.

Sonntag, 25.10.2020, 13:55 Uhr aktualisiert: 25.10.2020, 13:58 Uhr
Ständiger Unruheherd in Halbzeit eins: Allan Dantas konnte sich auf der linken Seite immer wieder in Szene setzen und bereitete den Espelkamper 1:1-Ausgleich mustergültig vor. Foto: Grohmann

„Wir sind daran gescheitert, dass wir nicht die hundertprozentige Leistung auf den Platz gebracht haben. Zudem hat Hiltrup super verteidigt, das muss man anerkennen“, bilanzierte der FCP-Trainer, für den das Ergebnis aufgrund einer strittigen Szene in der 47. Minute aber einen leicht bitteren Beigeschmack hatte: Vor dem Gegentreffer zum 1:2 (47.) hatte Jan Stühmeier im Strafraum den Ellbogen eines Hiltrupers ins Gesicht bekommen. Schiedsrichter Lucas Kamp ließ aber weiterlaufen, so dass Omar Guetat den Ball aus zehn Metern versenkte.

Verpatztes Comeback als Abwehrchef: Michael Wessel missglückt in dieser Szene die Klärung per Kopf, die Gäste aus Hiltrup schlagen eiskalt mit dem 1:2 zu (47.).

Verpatztes Comeback als Abwehrchef: Michael Wessel missglückt in dieser Szene die Klärung per Kopf, die Gäste aus Hiltrup schlagen eiskalt mit dem 1:2 zu (47.). Foto: Alexander Grohmann

„Dieses Tor verändert einfach alles“, sagte Daseking über den Moment, der seiner Mannschaft das Leben am Samstag im Duell mit einem hartnäckigen Gegner noch schwerer machte. Allerdings gehörte nicht nur möglicherweise dem Referee, der bei seinem dritten Westfalenliga-Einsatz unter Beobachtung stand, sondern sogar ganz bestimmt Michael ­Wessel ein Anteil am Gegentor. ­Espelkamps Abwehrchef hatte nach einem langen Einwurf der Gäste mit einem verunglückten Kopfball am eigenen Fünfmeterraum erst dafür gesorgt, dass Hiltrup entscheidend nachsetzen konnte.

Langemann an den Pfosten, dann kommt erstmal nicht viel

„Wir haben uns heute zu viele Fehler geleistet“, merkte Daseking daher hinterher korrekterweise an. Dabei hatte Stefan Lange­mann mit einem Pfostenschuss ein ­frühes Offensiv-Signal der Hausherren gesetzt (2.), die den Gegner in der Anfangsphase mit schnellen Ballpassagen und Seitenverlagerungen gut ins Laufen brachten. Der Primus trat mit Überzeugung auf, der Gegner aber auch: Hiltrup sortierte sich in der Folge schnell und profitierte davon, dass den Preußen im letzten Drittel die zündenden Ideen fehlten, um die größeren Spielanteile in entscheidende Aktionen umzumünzen: Erst in der 25. Minute kam es zur nächsten Preußen-Chance, als Janik Brosch eine Dantas-Flanke, allerdings aus Abseitsposition, ins Netz schob.

Hiltrup, ähnlich wie Espelkamp auf einigen Positionen mit höherklassiger Erfahrung ausgestattet, war in dieser Phase selbst dazu übergegangen, die Lücken im Espelkamper Defensivverbund zu finden. In der 27. Minute besorgte Witali Ganske die zu diesem Zeitpunkt nicht ganz überraschende Gästeführung: Nach einem Pfostentreffer hatte Nino Vom Hofe den ersten Nachschuss noch parieren können, beim erneuten Nachsetzen von Ganske war Espelkamps Nummer eins machtlos.

Zur Stelle: Die Gäste bejubeln den wichtigen Treffer zur 2:1-Führung kurz nach der Pause. Der TuS Hiltrup entpuppte sich im Sportpark als widerstandsfähiger Gegner.

Zur Stelle: Die Gäste bejubeln den wichtigen Treffer zur 2:1-Führung kurz nach der Pause. Der TuS Hiltrup entpuppte sich im Sportpark als widerstandsfähiger Gegner. Foto: Alexander Grohmann

Den Schönheitsfehler konnten die Hausherren aber zügig korrigieren: Der agile Allan Dantas passte vom linken Flügel erneut scharf nach innen, diesmal lauerte Aytürk Gecim am zweiten Pfosten und beförderte den Ball mit einem langen Ausfallschritt zum 1:1 über die Linie (30.). Die Fahne des Assistenten blieb unten.

Preußen ohne zündende Ideen – Hiltrup mit dem nächsten Wirkungstreffer

Die 212 Zuschauer im Sportpark Mittwald bekamen auch im zweiten Durchgang eine rasante Partie geboten, in denen sich die Akteure keine Atempause gönnten. Nach dem Schock des zweiten Gegentreffers rannten die Hausherren, bei denen nun auch Lennart Madroch mit von der Partie war, unermüdlich an. Der TuS Hiltrup rannte aber seinerseits ­jede Lücke unermüdlich zu. Folge: Bis auf einen Distanzschuss von Gecim gab es aus heimischer Sicht nicht viel zu notieren (56.).

Dafür traf erneut der TuS: Nachdem die Preußen sich nach einer abgewehrten Ecke nicht entscheidend befreien konnten, landete der Ball bei Frederik Schulte, der aus 14 Metern zum 1:3 ins rechte Eck traf (70.). Ganske hatte sogar noch das 1:4 auf dem Fuß (82.), scheiterte aber an Vom Hofe. Ein direkt verwandelter Freistoß von Madroch zum 2:3 sorgte für Hoffnung beim FCP (86.), in der fünfminütigen Nachspielzeit sprang aber nichts mehr heraus. Ein gebrauchter Nachmittag für die Preußen. Oder, wie Daseking es formulierte: „Wir haben heute verdient unglücklich verloren.“

Preußen Espelkamp: Vom Hofe – Stühmeier, Wessel (75. Manske), Tosun – Dantas, Ucar, Schmidt, Akbas (46. Madroch), Brosch – Gecim (70. Bartsch), Langemann. TuS Hiltrup: Böcker – Herbermann, Mladenovic, Kisker, Guetat (90. Krieger), Hammami, Schulte, Bezhaev (90.+4), Blesz (75. Leeneman), Ganske, Johannknecht (61. Menke). Tore: 0:1 Ganske (27.), 1:1 Gecim (31.), 1:2 Guetat (47.), 1:3 Schulte (70.), 2:3 Madroch (85.). Schiedsrichter: Lucas Kamp.

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