David Jackson (23) hat den Test zwischen Espelkamp und Arminia Bielefeld im Griff
„Wow, das ist ein Traum“

Espelkamp (WB). Was für ein Sommer! Nach seinem Aufstieg in die Landesliga durfte Schiedsrichter-Talent David Jackson (TuS Eintracht Tonnenheide) als Sahnehäubchen das Testspiel zwischen Fußball- Westfalenligist Preußen Espelkamp und Erstliga-Rückkehrer DSC Arminia Bielefeld (0:5) leiten. Im Interview schildert der 23-jährige Rahdener seine Erfahrungen auf großer Bühne – und berichtet von einer Begegnung in der Kabine.

Montag, 10.08.2020, 19:09 Uhr aktualisiert: 10.08.2020, 19:12 Uhr
Besonnene Spielleitung: Schiedsrichter-Talent David Jackson aus Rahden hatte mit den Profis von Arminia Bielefeld am Sonntag keine Probleme. Foto: Thomas F. Starke

Sie haben viel Lob bekommen. Wie beurteilen Sie selbst Ihre Leistung?

David Jackson: Sowohl meine Assistenten Jasper Ehlers und Eike Schäffer als auch ich waren zufrieden. Das Wichtigste ist aber, dass auch unser Kreis-Schiedsrichter-Chef Jörg Uphoff zufrieden war. Dann muss es gepasst haben.

 

Seit wann wussten Sie von der Berufung für das Testspiel?

Jackson: Das war schon recht kurzfristig und kam überraschend. Jörg Uphoff fragte mich etwa zwei Wochen vor dem Spiel, ob ich Zeit hätte, zwei Corona-Tests zu ­machen. Da wusste ich, worum es gehen könnte. Jörg hat das Ganze dann auch gleich aufgeklärt.

 

Was geht einem da als junger Schiedsrichter im Kopf herum?

Jackson: Ich habe gedacht: ‚Wow, ein Spiel mit Bundesliga-Beteiligung, das ist ein Traum.‘ Das stellt man sich auch als junger Schiedsrichter schon mal vor, aber dass es so schnell passiert, glaubt man nicht. Vor drei Jahren saß ich schließlich noch im Anwärterkurs und habe die Regeln auswendig gelernt. Ich freue mich, dass mir das Vertrauen geschenkt wurde.

Preußen Espelkamp hatten wir kurz vorher schon einmal gepfiffen. Neu war vor allem das Tempo von Arminia Bielefeld.

David Jackson

 

Sie haben es gerechtfertigt. Von Lampenfieber war nichts zu spüren. Wie haben Sie sich auf das Highlight vorbereitet?

Jackson: Wir hatten im Vorfeld ein paar Testspiele, darunter auch eins mit Preußen Espelkamp. Diese Mannschaft kannten wir also schon. Neu war dann am Sonntag vor allem das Tempo von Arminia Bielefeld.

 

Gibt es eine Szene, in der Sie nachträglich gerne anders entschieden hätten?

Jackson: Großartig anders würde ich wohl nichts machen. Das Spiel war relativ früh entschieden, dadurch gab es wenig strittige Szenen. Mit den Arminen gab es keine Probleme. Nur ein Profi kam nach dem Spiel nochmal zu uns rein, um eine ganz kleine Szene zu diskutieren. Das Ganze war komplett respektvoll. Ich war mir aber ­sicher, was ich gesehen hatte.

 

An welchen Bundesliga-Schiedsrichtern orientieren Sie sich?

Jackson: Vor allem von Manuel Gräfe und Deniz Aytekin versuche ich mir was abzugucken. Sie leiten die Spiele mit Ruhe und Gelassenheit. Auch ich lasse Spiele gerne laufen. Zwischendurch muss man aber Ansprachen setzen, sonst gibt man das Spiel aus der Hand.

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