Fußball: Preußen Espelkamp kann Arminia Bielefeld bei der 0:5 (0:2)-Niederlage ärgern
Mutig, aber torlos

Espelkamp (WB). Plötzlich war er durch. Aytürk Gecim hatte nur noch den Torwart vor sich. Dies hätte sein Moment werden können. Doch dann schaltete sich der Kopf ein. „Solch eine Situation erwartet man ja nicht gegen Arminia Bielefeld“, schilderte der Neuzugang von Preußen Espelkamp die Szene in der 41. Minute.

Sonntag, 09.08.2020, 20:43 Uhr aktualisiert: 09.08.2020, 21:54 Uhr
Till Wriedt (rechts am Boden) scheint geschlagen, doch Fabian Klos hat die Rechnung ohne Ben Klostermann gemacht. Der Verteidiger klärt den Schuss des Arminen-Torjägers vor der Linie. Nach der Pause nahm das Übergewicht des Bundesligisten kräftebedingt zu. Foto: Thomas F. Starke

Testspiel: FC Preußen Espelkamp vs. DSC Arminia (0:5)

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Nach einem Ball aus der eigenen Hälfte war der Rechtsaußen im Testspiel durch. Es schien, als habe er alle Zeit der Welt. Doch kleine Momente des Zögerns ließen Gecims Tor-Traum platzen. „Ich habe schnell viel Raum verloren“, beschrieb der Spieler, wie er die ­Szene erlebt hatte. Am Ende baute sich Oscar Carl Linner im Strafraum vor ihm auf. Gecim versuchte es, aber sein Abschluss aus zwölf Metern prallte am Körper des DSC-Keepers ab – Chance vertan. Am Ende mussten sich die Preußen im hochkarätigen Freundschaftsspiel dem Bundesliga-Aufsteiger mit 0:5 (0:2) beugen.

Das Spiel war eine schöne Erfahrung für uns alle.

Aytürk Gecim, Preußen-Neuzugang mit der größten Chance der Partie

Lange über seine Szene nachdenken wollte Gecim nicht. „Das Spiel war eine schöne Erfahrung für uns alle“, sagte der ­24-Jährige, der nach dem Abpfiff längst wieder ein Lachen im Gesicht hatte. Schließlich hatten die Preußen den Profis wie beim 0:3 ein Jahr zuvor an gleicher Stelle einiges abverlangt. So viel, dass Uwe Neuhaus nicht ganz zufrieden wirkte. „Meine Jungs müssen sich in den nächsten Testspielen steigern“, bilanzierte der DSC-Trainer.

Der heimische Westfalenliga-Aufsteiger hatte sich viel vorgenommen. Das war vor allem zu Beginn zu spüren. Die Arminen waren noch dabei, sich bei sengender Hitze auf dem Platz einzurichten, da starteten die Preußen bereits die ersten Attacken. Nach zwei Minuten hatte sich der Westfalenligist die erste Ecke erspielt. In der 3. Minute erreichte dann der zweite Eckball Janik Brosch am langen Pfosten, doch der Ex-Regionalliga-Stürmer bekam hinter die Direktabnahme nicht genug Druck.

Wie schnell es gegen Profis dann auch gehen kann, zeigte sich postwendend: Mit einem Geistesblitz öffnete Arminia-Regisseur Marcel Hartel die Espelkamper Fünferkette und Andreas Voglsammer vollendete aus dem Nichts zur Bielefelder 1:0-Führung (3.) – sehr zum Ärger von Jan Stühmeier: „In der Szene hätte ich besser klären können“, kreidete sich der Preußen-Neuzugang, der als Innenverteidiger bei seiner Premiere gegen ein Profi-Team ansonsten eine super Figur abgab, den ersten Gegentreffer ein Stück weit selbst an. „Zweikampfmäßig fand ich es ansonsten in Ordnung. Nur das Ergebnis ärgert mich etwas, das ist am Ende etwas zu hoch ausgefallen“, bilanzierte Stühmeier.

Frech: Madroch vernascht im Mittelfeld zwei Arminen auf einmal

Denn die Preußen hielten auch im weiteren Verlauf engagiert dagegen und erspielten sich immer wieder ihre Momente. Von zu großem Respekt war nichts zu spüren: Stefan Langemann versuchte es mit dem Kopf (5.), Lennart Madroch vernaschte im Mittelfeld gleich zwei Arminen auf einmal (9.). Doch die Bundesliga-Kicker besaßen trotz der zurückliegenden sechs Trainingseinheiten in drei Tagen genug Spritzigkeit, um immer wieder den Unterschied aufblitzen zu lassen: Sven Schipplock erhöhte per Kopf nach Voglsammer-Flanke auf 0:2 (18.). Dann humpelte plötzlich Voglsammer angeschlagen raus (30.). Der Stürmer hatte sich bei einem Sprint vertreten und soll es in seinem zu Jahresbeginn gebrochenen Mittelfuß erneut knacken gehört haben. Neuhaus gab aber Entwarnung: „Die Auswechslung war eine Vorsichtsmaßnahme.“

Noel Niemann macht auf dem linken Flügel Dampf

Der für den Linksaußen eingewechselte Noel Niemann gab der Preußen-Abwehr im Anschluss aber mindestens genauso viel Kopfzerbrechen auf. Die Tempo-Dribblings des technisch versierten Kickers waren nur schwer zu kontrollieren. Auch weil Arminia zur Pause einmal komplett durchgewechselt hatte, wuchs die Übermacht des Bundesligisten. Cebio Sokou (58.), Niemann (78.) und Jomaine Consbruch (87.) sorgten mit zum Teil sehenswerten Treffern für einen standesgemäßen Abschluss des Arminen-Ausflugs. Dabei war der Bundesligist nicht nur wegen des Wetters aber kräftig ins Schwitzen gekommen.

Aufstellungen und Statistik

FC Preußen Espelkamp: Vom Hofe (46. Wriedt) - Firmino Dantas, Wessel, Stühmeier Klostermann, Schmidt, Rittmann (58. Akbas), Madroch (79. Gruhn), Gecim (58. Freimuth), Brosch, Langemann.

DSC Arminia Bielefeld: Linner - Pieper, Salger, Kunze, Seufert, Voglsammer (32. Niemann), Brunner, Hartel, Schipplock, Laursen, Gebauer; ab. 46. Rehnen - de Medina, Behrendt, Nilsson, Lucoqui - Prietl - Yabo, Consbruch - Soukou, Klos, Niemann.

Tore: 0:1 Voglsammer (4.), Schipplock (18.), 0:3 Soukou (58.), 0:4 Niemann (82.), 0:5 Consbruch (86.)

Stimmen zum Spiel

Stefan Langemann (Preußen): „Wir sind richtig gut gestartet, wollten unsere Chance suchen. Das haben wir am Anfang auch gemacht. Gegen einen Bundesligisten kann es dann aber auch schnell gehen, das hat man heute wieder gesehen.“

Jan Stühmeier (Preußen): „Ich hatte schon vor dem Spiel bestimmt drei Liter Wasser getrunken. Die erste Hälfte war noch härter, später war die Sonne dann zum Glück nicht mehr da.“

Jens Dawurske (Preußen-Vorsitzender): „Wir sind sehr zufrieden. Von der Organisation des Spiels bis zur Internet-Übertragung per Livestream hat alles geklappt. Und auch Corona hat uns keinen Strich durch die Rechnung gemacht.“

 

 

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