Mitglieder wählen im Espelkamper Bürgerhaus ein zwölfköpfiges Vorstandsteam
Preußen-Präsident: Dawurske macht es!

Espelkamp (WB). Aus dem Übergangspräsidenten wird die Dauerlösung: Jens Dawurske ist am Dienstagabend von den Mitgliedern des FC Preußen Espelkamp zum neuen Präsidenten des Vereins gewählt worden. Ohne Gegenstimme wurde der 49-Jährige als Nachfolger des im Februar zurückgetretenen Hendrik Wiegmann ins Amt befördert.

Dienstag, 26.05.2020, 22:59 Uhr aktualisiert: 27.05.2020, 08:58 Uhr
Das Bild täuscht: Der neue Vorstand des FC Preußen Espelkamp um den Präsidenten Jens Dawurske (vorne, Mitte) und seinen Stellvertreter Rudi Mantler (rechts) geht nur aufgrund der Corona-Regeln auf Abstand. Ansonsten ziehen alle Zwölf an einem Strang. Foto: Grohmann

Rund 70 Mitglieder waren trotz des parallel stattfindenden Bundesliga-Krachers ­zwischen dem BVB und den Bayern zur außerordentlichen und vom verbliebenen Vorstandsteam top vorbereiteten Jahreshauptversammlung gekommen, die in Corona-Zeiten in den Bürgersaal verlegt worden war. Hier hatte im großen Festsaal jeder Gast einen Tisch für sich, die Abstandsregeln konnten somit ­locker eingehalten werden.

Im Bürgersaal schilderte Jens Dawurske seine Visionen für die Zukunft des Vereins.

Im Bürgersaal schilderte Jens Dawurske seine Visionen für die Zukunft des Vereins. Foto: Grohmann

Für Dieter Pudlat war die Sache klar: „Jens hat in der kuriosen Zeit der vergangenen Wochen und Monate hervorragende Arbeit geleistet und hat schon da einen super Präsidenten dargestellt“, lobte der Ehrenratsvorsitzende, der den Mitgliedern im selben Atemzug Dawurske als neues Vereinsoberhaupt vorschlug. Bei der anschließenden Abstimmung gingen alle Hände nach oben. Der bisherige Fußball-Obmann steht nun an der Spitze des Vereins – vorerst bis zur turnusmäßigen Jahreshauptversammlung im Oktober.

Das Wasser, in das ich springen musste, war sehr kalt. Es waren heftige, aber auch spannende drei Monate.

Jens Dawurske über das plötzliche „Praktikum“ als Interimspräsident

Nach dem Rücktritt des Großteils des Vorstandes war Dawurske im Februar vom Ehrenrat als Interimspräsident eingesetzt worden. „Das Wasser, in das ich springen musste, war sehr kalt. Man musste sich in viele neue Bereiche einarbeiten. Es waren heftige, aber spannende drei Monate. Mir hat es Spaß gemacht“, so der neue Preußen-Chef, der sich in dieser Zeit auch auf die tatkräftige Unterstützung der verbliebenen Mitstreiter verlassen konnte und nun auch in Zukunft Führungsarbeit übernimmt.

Bunter Vorstandsmix: alte Hasen und neue Gesichter

Der neue Vorstand, der am Dienstag gewählt wurde, besteht insgesamt aus zwölf Personen. Wichtig war auch Dawurske eine bunte Mischung. „Für einen Verein ist es gut, wenn neue Ideen eingebracht werden.“ Zum 2. Vorsitzenden wurde Rudi Mantler gewählt, ­neuer Geschäftsführer ist Thomas Berner. Als Schatzmeister fungiert mit Jannes Dieker ein externer „Neuzugang“, der nun für frisches Blut sorgt. „Ich finde es einzigartig, wie ich hier aufgenommen worden bin“, schwärmte Dieker, der in der Vergangenheit lange beim BSC Blasheim Vorstandserfahrung gesammelt hat. Gemeinsam mit dem übrigen Preußen-Vorstand arbeitet er an einer Satzungsänderung, die bis zur Versammlung im Oktober fertig sein und die einzelnen Bereiche im Vorstand neu gliedern soll.

Überraschungs-Auftritt: Ex-Präsident Hendrik Wiegmann.

Überraschungs-Auftritt: Ex-Präsident Hendrik Wiegmann. Foto: Grohmann

Mischt mit: Sebastian Schmidt unter den Beisitzern

Neuer Fußball-Obmann bei den Preußen ist Tobias Jürgens, früher beim SC Isenstedt aktiv, zum Jugend-Obmann wurde erwartungsgemäß Maic Menz ernannt. Im vierköpfigen Beisitzerteam befindet sich mit Sebastian Schmidt ein bekanntes Gesicht: Der Ex-Coach des TuS Dielingen, früher auch Spieler bei den Preußen, will im Verein in den kommenden Jahren seine Expertise in Sachen Fußball und Finanzen mit einbringen. Die Nominierung des 35-jährigen Osnabrückers war eine Überraschung, zeigt aber auch, dass sich der Verein auf Führungsebene möglichst breit aufstellen will.

Überraschung: Ex-Präsident Wiegmann liest Bericht vor

Überraschend war auch Ex-Präsident Hendrik Wiegmann zur Versammlung erschienen und trug seinen Bericht zum Geschäftsjahr 2018/2019 vor. Ebenfalls vor Ort war der vormalige „Vize“ Mario Warkentin, der wie Wiegmann zurückgetreten war. Dawurske nahm in diesem Zusammenhang auch noch einmal zu den vor Monaten aufgekommenen Gerüchten um angeblich veruntreute Gelder im Verein Stellung. Die Vorwürfe hätten sich allesamt nicht bestätigt. „Wir haben das Ganze noch einmal akribisch aufgearbeitet. Es ist absolute Plausibilität vorhanden. Ich hoffe, dass das Thema jetzt zu den Akten gelegt wird“, sagte er.

Die Kassenprüfer Joachim Kopp und Kay Pollum hätten sich die Vorgänge ebenfalls noch einmal genau angeschaut und keine Auffälligkeiten festgestellt, so Dawurske. Dem alten Vorstand wurde daraufhin die Entlastung erteilt – bei wenigen Enthaltungen. Nachfragen zu den Vorgängen, die für viel Trubel gesorgt hatten, gab es am Dienstag keine. Neue Kassenprüfer wurden Josef Reimann und Rainer Wagenfeld. Bemerkenswert: Wie schon im Vorfeld durchgesickert war, haben mit Ascan Hertz, dem Mann von Maresa Harting-Hertz, und Lars von der Wellen, dem stellvertretenden Personalleiter der Gauselmann-Gruppe, die beiden Hauptsponsoren des FC Preußen nun jeweils einen Vertreter in der Vereinsführung platziert.

Der Vorstand im Überblick

Das ist der neue Vorstand des FC Preußen Espelkamp:

Präsident: Jens Dawurske

Vizepräsident: Rudi Mantler

Geschäftsführer: Thomas Berner

Schatzmeister: Jannes Dieker

Fußball-Obmann: Tobias Jürgens

Schiedsrichter-Obmann: Achim Rehling

Altliga-Obmann: Jannis Kaspelherr

Jugend-Obmann: Maic Menz

Beisitzer: Ascan Hertz, Johann Warkentin, Sebastian Schmidt, Lars von der Wellen

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