Bezirksliga: „Allzweckwaffe“ des TuS Dielingen wechselt im Sommer zu Blau-Weißen
Kracher: Ronzetti stürmt bald für Vehlage

Vehlage/Dielingen (WB). Es ist das erste Ausrufezeichen nach vielen Fragezeichen: Fußball-Bezirksligist SC Blau Weiß Vehlage hat mit einem Knaller-Transfer seine Mission „Neuaufbau“ eingeläutet. Mit Giovanni Ronzetti kommt zur nächsten Saison ein Stammspieler vom Ligarivalen und Altkreiskonkurrenten TuS Dielingen zu den Blau-Weißen.

Dienstag, 07.04.2020, 12:50 Uhr aktualisiert: 07.04.2020, 12:56 Uhr
Da geht’s lang: Giovanni Ronzetti wird im Sommer einen neuen Weg einschlagen. Der vielseitige Torjäger wechselt nach erfolgreichen Jahren beim TuS Dielingen zum Bezirksliga- und Altkreisrivalen SC BW Vehlage. Ein Wechsel, der für Gesprächsstoff sorgen wird. Foto: Ingo Notz

Giovanni Ronzetti ist die erste Neuverpflichtung für die Ära nach der Ära Heinrich Dyck, die mit dem Trainerwechsel nach dieser Saison eingeleitet wird. Ab Juli übernehmen bekanntlich Ehrenfried „Ernie“ Joerend und Thorsten Korejtek als Trainerduo beim derzeit abstiegsbedrohten Bezirksligisten – unabhängig davon, ob der noch amtierende Coach Heinrich Dyck seine Mission mit dem angestrebten Ziel Klassenerhalt abschließen kann oder nicht.

Von Carsten Schubert zum Außenverteidiger umfunktioniert

Genauso klassenunabhängig ist jetzt der erste Neuzugang zu sehen: Giovanni Ronzetti wird ab Sommer im Vehlager Wäldchen auf Torejagd gehen. Der 23-jährige Linksfuß trumpfte in der Jugend und in den ersten Seniorenjahren als abschlussstarker Torjäger mit zielsicherem Torinstinkt auf, in der vergangenen Saison hatte er mit 17 Treffern großen Anteil am Dielinger Klassenerhalt. In der aktuellen Spielzeit wurde er von Trainer Carsten Schubert zum robusten Verteidiger umgeschult und hat auch in der Defensive seine Bezirksligatauglichkeit unter Beweis gestellt.

Kein Wunder, dass der vielseitige Leveraner auf der Liste potenzieller Neuzugänge in Vehlage weit oben stand: „Giovanni habe ich schon seit Jahren im Blick. Er zählt zu den großen Talenten im Fußballkreis und hatte auch andere Möglichkeiten. Umso mehr freue ich mich darüber, dass er uns jetzt seine Zusage gegeben hat und bald für den SC Vehlage spielen wird“, freute sich Ernie Joerend, dass einer seiner absoluten Wunschspieler jetzt sein ­Ja-Wort für den Wechsel zum „Esszeh“ gegeben hat.

So oder so: Ronzetti will sich mit dem Klassenerhalt verabschieden

Wann es dort weitergehen und wann Ronzetti dann zum ersten Mal für den SC auf Torejagd oder Torverhinderungsmission geschickt werden wird, ist noch offen: Von einem Abbruch bis zur Fortsetzung der Saison ist noch alles denkbar. Für Giovanni Ronzetti steht allerdings fest, dass er sich auf jeden Fall mit dem Klassenerhalt aus Dielingen verabschieden will, ehe er das neue Kapitel in Vehlage aufschlagen wird.

Wo Ronzetti auflaufen soll, darauf will sich Joerend noch nicht festlegen lassen: „Giovanni unterstützt uns im Offensivbereich und wird dort ein wertvoller Spieler werden, gleichzeitig hat er in Dielingen aber auch bewiesen, dass er in der Defensive flexibel einsetzbar ist“, bekommt der künftige Vehlager Coach eine vielseitige „Allzweckwaffe“ dazu.

Papa Ciro: Giovanni wurde das Torjäger-Talent in die Wiege gelegt

Beim TuS Dielingen kam Ronzetti in der laufenden Saison in allen 16 Partien zum Einsatz und erzielte dabei als Abwehrspieler zwei Treffer. Nach vier Jahren in seiner Stemweder Heimat möchte Ronzetti möglichst auch bei seiner dann dritten Station im Seniorenbereich in der Bezirksliga spielen, nachdem ihm das schon bei seiner Seniorenpremiere beim SuS Holzhausen und seit 2016 auch beim TuS Dielingen gelungen ist. In der Jugend beim TuS Levern und für die JSG Stemweder Berg hatte der Sohn der Leveraner Torjäger-Legende Ciro Ronzetti bereits das Talent, das ihm in die Wiege gelegt worden ist, unter Beweis gestellt und einen Torrekord nach dem nächsten aufgestellt.

Der Durchbruch im Seniorenbereich schien bei Giovanni Ronzetti damals nur eine Frage der Zeit zu sein – dass es trotzdem bisher nicht über die Bezirksliga hinaus für höhere Klassen gereicht hat, während seine ältere Schwester Guistina in dieser Saison für den DSC Arminia Bielefeld in der 2. Frauen-Bundesliga aufläuft, wundert bei dem vorhandenen Talent dann doch den einen oder anderen Fußball-Experten, der den Werdegang des Leveraners verfolgt hat.

Neue Ära in Vehlage: Ernie Joerend (unten rechts) und Thorsten Korejtek beerben in Vehlage Trainer Heinrich Dyck (oben, rechts). Hinten links: Geschäftsführer Miguel Ferreira.

Neue Ära in Vehlage: Ernie Joerend (unten rechts) und Thorsten Korejtek beerben in Vehlage Trainer Heinrich Dyck (oben, rechts). Hinten links: Geschäftsführer Miguel Ferreira. Foto: Ingo Notz

Der Kontakt des ehemaligen Holzhausers zum SC Vehlage lag nah, denn der neue Trainer Ernie Joerend kommt aus Bad Holzhausen und ist ein alter Weggefährte von Giovannis Vater. Eine Zusammenarbeit mit Ciro Ronzetti hat sich bisher nicht ergeben, dafür klappt es jetzt mit Giovanni, der seit Jahren eng mit Joerends Sohn Phil befreundet ist, der auch in Vehlage spielt.

Ich verspreche mir von dem Wechsel, dass wir eine gute Mannschaft formen werden und uns gut in der Bezirksliga integrieren. Am liebsten würde ich im Sturm oder auf dem Flügel spielen, weil ich dort meine Stärken sehe.

Giovanni Ronzetti

So erklärt Giovanni Ronzetti auch seinen Entschluss, noch einmal eine neue Herausforderung zu suchen: „Ich wechsel’ nach Vehlage, da Ernie dort was aufbauen will und ich mit seinem Sohn sehr gut befreundet bin. Ich verspreche mir von dem Wechsel, dass wir eine gute Mannschaft formen werden und uns gut in der Bezirksliga integrieren. Am liebsten würde ich im Sturm oder auf dem Flügel spielen, weil ich dort meine Stärken sehe.“

Mit dem ersten Toptransfer für die neue Saison ist der „Esszeh“ in der Offensive bereits auf alle Eventualitäten vorbereitet und im Idealfall breiter aufgestellt als es aktuell noch der Fall ist. „Wir befinden uns in einer Phase des Umbruchs und freuen uns, dass Giovanni diesen Weg mitgehen will. Bei uns kriegt jeder seine Chance und wer seine Chance nutzt, der spielt dann auch“, verspricht Ernie Joerend. Ein erstes Ausrufezeichen nach vielen Fragezeichen!

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