Landesliga: Preußen Espelkamp feiert in letzter Minute 2:1-Sieg gegen den SC Verl II
Wessel trifft wie ein Mittelstürmer

Espelkamp (WB). Erleichterung und Jubel im Sportpark Mittwald: Mit einem Tor in letzter Sekunde hat Michael Wessel Preußen Espelkamp zum 2:1 (1:0)-Sieg gegen den SC Verl II geschossen und dafür gesorgt, dass die Fußballer in der Landesliga die vorderen Plätze nicht schon vorzeitig aus den Augen verlieren. In Mittelstürmer-Manier hatte Wessel per Direktabnahme aus zwölf Metern in die Maschen getroffen und einen weiteren Rückschlag des unter Druck stehenden Titelfavoriten abgewendet (90.+2). »Der Sieg geht natürlich in Ordnung«, sagte Trainer Tim Daseking nach dem Krimi, in dem es sich seine Elf aber schwerer als ­nötig gemacht hatte.

Sonntag, 01.09.2019, 21:14 Uhr aktualisiert: 02.09.2019, 10:04 Uhr
Unbändiger Jubel: Abwehrchef Michael Wessel (Nr. 4) lässt sich von den Teamkollegen für sein Siegtor in allerletzter Minute feiern. Die Preußen atmen auf. Foto: Alexander Grohmann

Henrik Bartsch hatte für die 1:0-Führung gesorgt, als er eine Klasse-Vorarbeit von Robin Reimer am langen Pfosten einköpfte (9.). Der Mittelstürmer stand trotz seiner Knieprobleme überraschend in der Startelf. Allerdings nicht an der Seite von Stefan Langemann, der seine Frau am Vormittag ins Krankenhaus begleitet hatte, um die Geburt des gemeinsamen Kindes mitzuerleben.

Hausherren machen zu wenig aus furiosem Start

Für Langemann agierte Dominik Flaake als zweite Spitze im ­3-5-2-System. Wirkungsvoller war der Wechsel im Mittelfeld, wo Lennert Madroch diesmal in der Zentrale die Fäden zog und vor allem in Halbzeit eins das Spiel an sich riss. »Allein in den ersten fünf Minuten hatten wir schon drei Riesen-Chancen«, blickte Daseking auf die Phase der Dominanz zurück, aus der seine Mannschaft aber viel zu wenig machte.

Die Verler konnten sich in der Folge langsam sortieren – und hätten den Spielverlauf in der 29. Minute fast auf den Kopf gestellt. Nach einem Konter über rechts stand Philipp Lamkemeyer in der Mitte frei, scheiterte mit seinem »Schüsschen« aber am Preußen-Keeper Nino Vom Hofe.

Schepp schockt Espelkamp mit dem 1:1 (52.)

Die Halbzeitführung war kein Ruhepolster. Das zeigte sich endgültig beim nächsten Verler Konter in der 52. Minute. Über zwei Stationen landete der Ball bei Christopher Schepp und der schnelle Mittelstürmer aus dem Regionalliga-Kader vollendete aus zwölf Metern eiskalt zum 1:1 (52.).

Die Preußen waren gefordert. Ein weiterer Punktverlust wäre angesichts der großen Ziele in dieser Saison bitter gewesen. Nur selten entstanden aus den vielen Flanken und Standards aber echte Gelegenheiten. »Wir hatten viel Ballbesitz, ohne richtig gefährlich zum Abschluss zu kommen«, haderte Daseking. Am nächsten war noch Bartsch einem Treffer, doch der 25-Meter-Knaller des Stürmers senkte sich auf die Latte (63.). Wenig später wurde ein Schuss von Dennis Schmidt geblockt (65.).

Wessel rutscht aus – und trifft dennoch

Als den Gastgebern die Zeit davon lief, beorderte Daseking als letztes Mittel Michael Wessel ins Sturmzentrum. Der Abwehrchef sollte im Strafraum seine Kopfballstärke einsetzen, wurde dann aber auf andere Weise zum Held: Nach einer Flanke rutschte Wessel erst aus, rappelte sich aber schnell genug auf, um den heranfliegenden Ball noch gekonnt mit der Brust zu verarbeiten und aus zwölf Metern direkt zu verwandeln – 2:1 (90.+2). Der Jubel war riesig.

Durch die erste Saisonpleite des VfL Holsen sah auch die Tabelle auf einen Schlag viel rosiger aus. Aufatmen in Espelkamp.

Espelkamp: Vom Hofe – K. Reimer, Islamaj (53. Kelemci), Wessel – Heine, Klostermann, Schmidt, Madroch, R. Reimer – Bartsch (90.+3 Dantas), Flaake (72. Serrone, 90.+2 Akbas).

Tore: 1:0 Bartsch (9.), 1:1 Schepp (53.), 2:1 Wessel (90.+2).

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