Fußball-Fest in Espelkamp: Landesligist sorgt beim 0:3 für Frust bei Arminia Bielefeld Prietl grantelt, Arabi schwärmt

Espelkamp (WB). Herrliches Wetter, eine tolle Kulisse und ein exzellentes Ergebnis: Beim Fußball-Landesligisten FC Preußen Espelkamp konnten Spieler und Verantwort­liche nach der 0:3 (0:1)-Niederlage im Test gegen Arminia Bielefeld auf eine perfekte Saisoneröffnung zurückblicken. Ganz anders verhielt es sich beim Zweitligisten.

Von Alexander Grohmann und Marc Schmedtlevin
Großer Kampf: Henrik Bartsch (links) setzt Arminen-Verteidiger Amos Pieper unter Druck. In der ersten halben Stunde hatte der Zweitligist Probleme, sich bei mutigen Preußen überhaupt in Szene zu setzen. Später wurde es etwas besser.
Großer Kampf: Henrik Bartsch (links) setzt Arminen-Verteidiger Amos Pieper unter Druck. In der ersten halben Stunde hatte der Zweitligist Probleme, sich bei mutigen Preußen überhaupt in Szene zu setzen. Später wurde es etwas besser. Foto: Grohmann

Manuel Prietl fand selbstkritische Worte für den schwerfälligen Auftritt. »Jeder weiß, dass das kein gutes Spiel von uns war. Wir waren im Kopf zu langsam und hatten keine Ideen«, sagte der Arminen-Sechser und präzisierte: »Wir müssen auch so einen Gegner einfach ernstnehmen. Wir sind erst drei Tage im Training, aber das soll keine Ausrede sein. Wir müssen im Kopf frischer sein.«

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Uns fehlten die Ideen im letzten Drittel.

Arminen-Sechser Manuel Prietl

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Fußballerisch ließ der Zweitligist auch für Prietls Geschmack viel zu selten seine Klasse aufblitzen. Lange war es kein Problem für die Preußen, die Bemühungen des fünf Klassen höher situierten Gegners zu durchkreuzen. Es dauerte bis zur 32. Minute, ehe der DSC durch Keanu Staude die erste Gäste-Chance verzeichnete. »Espelkamp stand tief. Wir hatten Probleme, uns im letzten Drittel durchzukombinieren. Da fehlten uns die Ideen«, grantelte der Österreicher mit ernster Miene.

Der Arminen-Frust hatte sich schon im Spiel mehr und mehr angestaut. Während die Preußen um jeden Ball kämpften und mit enormer Laufbereitschaft ab der Mittellinie immer wieder die Lücken schlossen, beschäftigte sich der Zweitligist mehr mit sich selbst.

Frust-Anfall: Klos nimmt sich in einer Trinkpause die Mitspieler zur Brust

Während einer Trinkpause in der zweiten Halbzeit versuchte Toptorjäger Fabian Klos, seine Mitspieler wortwörtlich mit leichten Schubsern wachzurütteln. Vor der Pause hatte Trainer Uwe Neuhaus den Profis einen Einlauf verpasst. Nichts half, die Spieler aus ihrer Lethargie zu reißen. Sowohl körperlich als auch mental schien der Zweitligist noch in der Sommerpause zu sein.

Neu formierte Espelkamp-Elf findet schnell zusammen

Bei der neuen Espelkamp-Elf griffen die Rädchen dagegen schon gut ineinander. Gerade in der ersten Halbzeit zeigte der Landesliga-Favorit der nächsten Saison in zum Teil neuer Besetzung neben defensiver Klasse auch offensiv sehenswerte Ansätze. Vor allem ein Verdienst von Stefan Langemann: Der Stürmer schob sich immer wieder zwischen die Linien, war als Ballverteiler und Abnehmer gleichermaßen zur Stelle und nicht zu fassen für die Arminen.

Nach der Pause hatten sich die Espelkamper dann müde gelaufen. Die Vorstöße wurden seltener, dem im Vorfeld erhofften Torerfolg war Neuzugang Giacomo Serrone beim Stand von 0:1 am nächsten, als sein Schuss knapp das Ziel verfehlte (70.). Auch wenn damit ein Wunsch von Tim Daseking nicht erfüllt wurde, bleibt festzuhalten: Der Gastgeber hat mit Verstärkungen wie Lennart Madroch, der wider Erwarten rechtzeitig für den Kracher fit wurde, sowie Bennet Heine bereits seine Qualitäten unterstrichen, zumal mit Ben Klostermann, Robin Reimer, Haktan Kelkit und Allan Dantas noch vier Spieler fehlten.

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Die tolle Anlage hier würde ich gerne mitnehmen und in Bielefeld wieder aufbauen.

Samir Arabi über die erstklassigen Gegebenheiten im Sportpark Mittwald

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Auch als Organisator überzeugten die Preußen auf ganzer Linie beim Saisonauftakt. Vor dem Anpfiff luden die Klub-Oberen um Hendrik Wiegmann die Sponsoren um Paul Gauselmann zu einer Präsentation in den VIP-Raum ein. Die eigens für die besondere Partie aufgebaute Tribüne füllte sich derweil in Windeseile.

DSC-Manager Samir Arabi ließ seinen Blick ein bisschen wehmütig über den erstklassigen Sportpark mit Kunst- und Naturrasenplatz schweifen. »Ich würde die Anlage gerne mitnehmen und in Bielefeld wieder aufbauen«, sagte Arabi unverblümt mit Verweis auf die bekanntermaßen nicht optimalen Trainingsbedingungen an der Friedrich-Hagemann-Straße. »Ich bin froh, dass Espelkamp zeigen kann, wie Sport funktioniert. Es ist eine große Freude, dass Arminia hier ist«, betonte Paul Gauselmann.

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