Tennis-Regionalliga: 2. Herren 75 des TVE ringen Düsseldorf ein 3:3-Unentschieden ab
Espelkamp ärgert Senioren-Superstar

Espelkamp (WB). Peter Pokorny ist 38-facher Weltmeister. Seit seinem Einstieg ins Seniorentennis 1986 kam fast jedes Jahr ein neuer Titel dazu. Jetzt ist der Österreicher fast 80 – und immer noch ein Meister seines Fachs, wie er am Mittwoch auf der Anlage des TV Espelkamp-Mittwald unter Beweis stellte. Der mit viel Aufwand verbundene Einsatz von Pokorny endete allerdings aus Sicht der DSG Düsseldorf mit einer Enttäuschung.

Donnerstag, 06.06.2019, 15:09 Uhr aktualisiert: 06.06.2019, 15:12 Uhr
Ein Weltmeister seines Fachs: Der Österreicher Peter Pokorny wurde für das Auswärtsspiel des DSD Düsseldorf in Espelkamp extra eingeflogen. Der 79-Jährige siegte problemlos. Foto: Grohmann

Für das Auswärtsspiel der Herren-75-Regionalliga beim TV Espelkamp-Mittwald II hatte der Tabellenzweite keine Kosten und Mühen gescheut, um seinen Spitzenspieler einzusetzen. Pokorny, der in dieser Woche eigentlich auch bei einem hochkarätigen Seniorenturnier in Pörtschach (Wörthersee) aufschlägt, wurde am Mittwochmorgen extra aus Österreich eingeflogen. Von Düsseldorf ging es mit dem Auto weiter nach Espelkamp, wo Pokorny um 15 Uhr gegen Espelkamps Nummer eins Dieter Weitz auf dem Platz stand.

6:0, 6:0 – Weltmeister lässt Dieter Weitz keine Chance

Hier zeigte er vor den Augen von TVE-Mäzen Paul Gauselmann, der die Partie auf der Klub-Terrasse mit vielen weiteren Tennis-Freunden verfolgte, seine große Klasse. In nicht einmal 20 Minuten hatte Pokorny seinem Kontrahenten den ersten Satz mit 6:0 abgenommen. Mit präzisen Grundschlägen und atemberaubender Sicherheit guckte er Espelkamps Spitzenspieler immer wieder aus. Weitz warf vor dem zweiten Durchgang das Handtuch – aber nicht aus Frust: »Ich bin vor sieben Wochen am Innen- und Außenmeniskus operiert worden und habe seitdem noch nicht trainiert. Ich will kein Risiko eingehen«, sagte Weitz.

Selbst wenn ich top spiele, habe ich gegen ihn keine Chance.

Dieter Weitz über sein ungleiches Duell mit Düsseldorfs Top-Spieler Peter Pokorny, das er nach einem 0:6 im ersten Satz abbrechen musste.

Der 77-Jährige warf sogar erstmals in seiner Laufbahn eine Schmerztablette ein, um sich dem Duell mit dem Tennis-Superstar der Senioren-Szene stellen zu können. Die wirkte allerdings nicht. »Vielleicht habe ich sie zu spät eingenommen«, vermutete Weitz, der nach der halben Lehrstunde durch den Österreicher allerdings einräumte: »Selbst wenn ich top spiele, habe ich gegen ihn keine Chance.« Pokorny hätte gerne länger gespielt und ließ daher im Trainingsmatch gegen einen Teamkollegen noch ein paar brillante Schläge folgen. Auch das Doppel an der Seite von Heinz Kleinemas entschied Pokorny gegen Weitz/Roland Scholz mit 6:2 und 6:2 für sich.

Perplies und Leue sichern Espelkamp II den Punktgewinn

Mission erfüllt, möchte man meinen. Dennoch hatte der österreichische Tennis-Könner auf dem Rückweg nach Düsseldorf schlechte Laune. Denn zum angestrebten Auswärtssieg reichte es in Espelkamp für den Deutschen Sportclub Düsseldorf trotz allem nicht. Die Espelkamper Rudolf Perplies, der Kleinemas mit 6:3, 1:6 und 10:2 niederrang, und Hans-Hermann Leue (6:0, 6:1 gegen Wolfgang Wenzel) hielten für den Aufsteiger das Spiel mit ihren Einzelsiegen offen. Im Doppel behielten Perplies/Leue in zwei Sätzen die Oberhand – 3:3! Durch den Punktverlust weist Düsseldorf als Tabellenzweiter nun schon drei Minuspunkte auf. Der Weg zum Gruppensieg ist für die spielfreie erste Espelkamper Herren-75-Mannschaft (8:0 Punkte) frei.

Pokorny peilt in diesem Jahr den 39. Weltmeistertitel in Kroatien an

Für Peter Pokorny hatte sich der Einsatz trotzdem gelohnt. Gerüchten zufolge erhält der Serien-Weltmeister pro Meisterschaftsspiel der Düsseldorfer 2000 Euro Antrittsprämie. Der Linkshänder war nach der Etablierung des Weltverbandes ATP 1972 sogar noch als Tennis-Profi auf der Tour unterwegs und feierte einen Turniersieg. »Das war in Bremen«, erinnert sich Pokorny, der im September den nächsten Titel bei den Senioren ins Visier nimmt: »Bei der WM in Kroatien trete ich zum letzten Mal in der Altersklasse 75 an«, sagt Pokorny, der in diesem Jahr noch 80 wird.

Duell mit Espelkamps Ed Sasker beim Turnier in Pörtschach?

Kurios: Beim Turnier in Pörtschach könnte er in dieser Woche für den begnadeten Linkshänder, der in seiner Heimat noch mehrere Tennisanlagen betreibt, auf einen weiteren Espelkamper treffen: Mit Ed Sasker, der im Achtelfinale Ted Bowen (USA) mit 6:1, 6:0 ausschaltete, mischt am Wörtersee schließlich auch die Nummer eins der ersten Espelkamper Herren-75-Mannschaft mit.

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