Fußball-Landesliga: Spitzenreiter gerät ins Schwimmen und verspielt eine 2:0-Führung
Preußen erkämpfen 2:2 gegen Tengern

Espelkamp (WB). Der TuS Tengern hat die ersten Punkte in diesem Jahr liegen gelassen. In einem nach der Pause hitzigen und rasanten Derby beim FC Preußen Espelkamp musste sich der Spitzenreiter der Fußball-Landesliga nach einer 2:0-Führung mit einem 2:2 (1:0)-Unentschieden begnügen. »Der Punktgewinn für Preußen geht nach der zweiten Halbzeit in Ordnung«, räumte TuS-Coach Olaf Sieweke ein.

Freitag, 05.04.2019, 23:31 Uhr aktualisiert: 06.04.2019, 12:34 Uhr
Tengerns Bank bejubelt in der ersten Halbzeit die 1:0-Führung durch Pawel Zieba. Nach der Pause machten die Preußen Dampf und verdienten sich das Unentschieden. Foto: Grohmann

Landesliga-Derby: FC Preußen Espelkamp - TuS Tengern

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Foto: Pollex/Grohmann
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Ohne ihren glänzend aufgelegten Alexander Fischer wären die Tengeraner im Top-Spiel am Freitagabend möglicherweise am Ende sogar mit leeren Händen ausgegangen. Der Torhüter ist mehrfach mit Glanzparaden bei besten Preußen-Gelegenheiten zur Stelle. »Wenn man eine solche Erfolgsserie wie Tengern hinter sich hat, nimmt man auch in solchen Spielen etwas mit. Wir müssen nach dem Spielverlauf total enttäuscht sein«, bilanziert Preußen-Coach Tim Daseking nach der dominanten zweiten Halbzeit seiner Mannschaft.

Tengern hat im Spielaufbau Defizite. Daher haben wir sie am Anfang kommen lassen. Und viel eingefallen ist ihnen ja auch nicht.

Tim Daseking, Trainer des FC Preußen Espelkamp

Das Derby beginnt vor rund 250 Zuschauern im Sportpark Mittwald verhalten. Espelkamp empfängt den Spitzenreiter in der eigenen Hälfte, überlässt Tengern den Ball und setzt in den ersten 20 Minuten auf Umschaltmomente. »Tengern hat im Spielaufbau große Defizite. Und viel eingefallen ist ihnen nach vorne ja auch nicht«, fühlt sich Daseking bestätigt. Sieweke kann der passiven Preußen-Taktik dennoch nichts abgewinnen: »Das ist Angsthasenfußball«, poltert Tengerns Trainer schon nach wenigen Minuten. Auch nach dem Abpfiff bleibt er bei seiner Meinung: »So würde ich nie spielen lassen.«

Das Derby nimmt nur langsam Fahrt auf. Waldemar Jurez vergibt die erste TuS-Chance (11.), gefährlicher wirkt aber anschließend Espelkamp: In der 15. Minute kommt Preußen-Aktivposten Yasin Köse rechts im Strafraum aus acht Metern frei zum Schuss, scheitert aber mit seinem zu unplatzierten Versuch an Fischer. Tengerns Schlussmann ist auch bei einem Flachschuss von Henrik Bartsch zur Stelle, den er klasse zur Ecke lenkt (28.). Die folgende Hereingabe landet auf dem Kopf von Toni Islamaj, der aus fünf Metern ebenfalls am starken Keeper scheitert.

Beim 0:1 ist Espelkamps Abwehr nicht auf dem Posten

Auf der Gegenseite hat »Derby-Spezialist« Till Wriedt, der Espelkamp im Hinspiel das 0:0 rettete, Probleme. Eine Flanke von Magnus Giersdorff faustet sich der Preußen-Keeper in der 24. Minute fast in den eigenen Kasten, zeigt auch in anderen Situationen Unsicherheiten. Am 0:1-Rückstand trägt Wriedt dann aber keine Schuld: Nach einem Tengeraner Eckball von der linken Seite stellen sich die Preußen tolpatschig an und können nicht klären. Der Ball landet vor den Füßen von Pawel Zieba, der aus zentraler Position aus 14 Metern zum 0:1 für Tengern flach ins rechte Eck trifft (32.).

Die knappe Pausenführung des Spitzenreiters gerät im zweiten Abschnitt schnell in Gefahr. Der Grund: Die Preußen legen endlich jegliche Zurückhaltung ab und schalten auf Offensive um. In der 55. Minute verpasst Stefan Langemann nach einer Hereingabe den Ausgleich um eine Fußspitze. Kurios wird es in der 60. Minute, als Tengerns Reservist Lukasz Grzegorczyk von Außen aufs Feld läuft, um einen schnell ausgeführten Freistoß der Gastgeber zu blocken. Schiedsrichter Maximilian Dolch entscheidet regelkonform und zeigt Grzegorczyk die gelbe Karte.

Stühmeier sorgt mit dem 0:2 für vermeintliche Vorentscheidung

Mitten in die Drangphase der Hausherren fällt die vermeintliche Vorentscheidung: Nach einem langen Freistoß schiebt der aufgerückte Verteidiger Jan-Christoph Stühmeier den Ball nach einer Verlängerung aus fünf Metern zum 0:2 über die Linie (72.). Die Tengeraner bejubeln an der Eckfahne ausgelassen den vermeintlichen Derbysieg. Doch nur zwei Minuten später macht Michael Wessel per Kopf mit dem Anschlusstreffer zum 1:2 das Derby wieder »scharf«.

Die Schlussphase hat es dann in sich: Zunächst verweist der Unparteiische Espelkamps motzenden Torwart-Trainer Markus Möller von der Seitenlinie (80.), dann gerät Espelkamps Flügelspieler René Freimuth mit einem Tengeraner Zuschauer aneinander. Die Folge: eine Rudelbildung, die sich erst nach mehreren Minuten auflöst.

Bärenstarker Alex Fischer im TuS-Tor kann den Ausgleich nicht verhindern

Zwischendurch steht Alex Fischer wieder im Mittelpunkt: In der 80. Minute ist Tengerns »Hexer« bei einer Doppel-Chance erst gegen Bartsch und dann gegen Köse glänzend auf dem Posten, hält dem TuS noch die knappe Führung fest. Beim wuchtigen Kopfball von Toni Islamaj aus kurzer Distanz zum 2:2 ist Fischer dann aber doch geschlagen (89.). In der vierten Minute der Nachspielzeit scheitert erneut Islamaj mit einem Distanzschuss aus 30 Metern nur knapp.

Wir haben dne Punkt, den wir wollten. Es war das schwerste der verbliebenen Auswärtsspiele.

Olaf Sieweke, Trainer des TuS Tengern

Der TuS Tengern hat zwar nach sechs Siegen in Serie wieder Federn gelassen, bleibt mit sieben Punkten Vorsprung auf Verfolger Fichte Bielefeld aber auf Titelkurs. Olaf Sieweke ist nicht unzufrieden: »Das war das schwerste der verbleibenden Auswärtsspiele. Wir haben den Punkt geholt, den wir wollten«, sagt der TuS-Trainer. Toni Islamaj ist leicht enttäuscht: »Wir waren am Drücker. Ein paar Minuten länger und wir hätten wohl noch gewonnen«, sagt Espelkamps Torschütze.

FC Preußen Espelkamp: Wriedt – Islamaj, Wessel, Schmidt, Akbas, Freimuth, Redetzky, Salihi, Köse, Langemann, Bartsch. TuS Tengern: Fischer – Giersdorff, Stühmeier (90.+1 Kachel), Budde, Bley, T.-F. Borchard, Urban, Zieba, Knicker, Schwier (90. Borchard), Jurez (90.+2 Erdelt).

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