Handball: A-Mädel der HSG Espelkamp-Fabbenstedt verlieren Titel nachträglich
Pokalsieger für wenige Minuten

Espelkamp (WB/mas). Bitterer kann ein Endspieltag wohl nicht verlaufen. Die A-Mädel der HSG Espelkamp-Fabbenstedt bejubelten schon den Kreispokalsieg, als ihnen der Titel doch noch entrissen wurde und sich die JSG NSM-Nettelstedt zum Sieger kürte.

Mittwoch, 06.03.2019, 05:00 Uhr aktualisiert: 06.03.2019, 11:34 Uhr
Sofie Duffert von der JSG NSM-Nettelstedt setzt sich im Spiel der Kreispokal-Endrunde gegen die Hüllhorster Abwehr durch. Foto: Pollex

In der Espelkamper Rundturnhalle wurde die Endrunde um den Kreispokal der A-Mädchen ausgetragen. Die gastgebende HSG und die JSG NSM-Nettelstedt gewannen jeweils die erste Partie gegen die HSG Hüllhorst – mit 12:10 beziehungsweise 12:11. Das direkte Duell zum Abschluss musste also über den neuen Titelträger entscheiden. Die ausgeglichene Partie, in der sich kein Team auf mehr als zwei Tore absetzen konnte, endete 9:9.

Torverhältnis oder Siebenmeterwerfen?

Dieses Unentschieden gab den Offiziellen des Handballkreises Rätsel auf. Die Frage: War Espelkamp-Fabbenstedt aufgrund des besseren Torverhältnisses der Pokalsieger oder musste ein Siebenmeterwerfen die endgültige Entscheidung bringen? Nach dem Studieren der Durchführungsbestimmungen pfiffen die Schiedsrichter die Partie ab, die HSG war der neue Kreispokalsieger. »Ein Titel, den wir in der Vergangenheit immer wieder knapp verpassten. Nun hatten wir es geschafft. Sowohl wir als auch unser Trainer hatten Freudentränen in den Augen«, verkünden die HSG-Mädchen via Facebook.

Doch sie hatten sich zu früh gefreut. Nach der Siegerehrung, den Pressefotos und dem ersten Anstoßen in der Kabine wurden die Espelkamperinnen auf dem Weg auf die Tribüne von Trainer Benjamin Hennerkes gestoppt. Die Botschaft: Es muss doch noch ein Siebenmeterwerfen ausgetragen werden – die dem Regelwerk entsprechende Entscheidung. Die JSG hatte erfolgreich Protest eingelegt. »Dass Verantwortliche der JSG natürlich auf die korrekte Auslegung des Regelwerks pochen, ist klar, und auch wir hätten das andersherum getan. Aber wenn man dem Kreis-Offiziellen in dieser Sache nicht vertrauen kann, wem denn dann?, fragt das HSG-Team in seiner Nachricht.

JSG gewinnt vom Strich

Im Siebenmeterwerfen kam aus Espelkamper Sicht dann das, was bei dem kuriosen Verlauf zuvor kommen musste: Die JSG setzte sich durch und wurde zum Pokalsieger ernannt.

Die HSG verzichtete im Nachgang auf einen erneuten Protest. Stattdessen wendete sich die Mannschaft in einem offenen Brief an die Verantwortlichen des Handballkreises. »Kann sich jemand von euch vorstellen, wie es ist, in dieser Situation zum Siebenmeterpunkt oder auf die Torlinie zu gehen? Nein, das könnt ihr nicht! Und das wünschen wir auch niemandem. Wir hatten in diesem Siebenmeterwerfen einfach keine Chancen. Oder meint ihr wirklich, dass die Situation keinen Einfluss auf den Ausgang hatte?«, heißt es darin. Das HSG-Team nehme Entschuldigungen an. Diese könnten die Vorfälle allerdings auch nicht ungeschehen machen. »Manche Vereine mögen einen Kreispokal ja als alltäglich ansehen. Für uns aber war es ein Traum. Und wir hatten ihn uns erfüllt – bis man uns den Pokal wieder aus den Händen riss«, verdeutlichen die Espelkamperinnen den Stellenwert des Wettbewerbs.

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