Boxen: WBU-Weltmeister im Super-Mittelgewicht tritt am 23. März in Schwanebeck an
Pawlak: Rückkehr in den Ring

Espelkamp (WB). Es ist ruhig geworden um Christian Pawlak. Der Weltmeister der World Boxing Union (WBU) im Super-Mittelgewicht ist seit mittlerweile einem Jahr ohne Kampf. Doch jetzt steigt er wieder in den Ring.

Mittwoch, 06.03.2019, 07:00 Uhr aktualisiert: 06.03.2019, 16:14 Uhr
Gegen Toni Thes wurde Christian Pawlak in Hameln Box-Weltmeister im Super-Mittelgewicht. Jetzt boxt er auf einem Thes-Event. Foto: Schwabe

Im März 2018 verteidigte der Lokalmatador im Bürgerhaus in Espelkamp seinen Titel gegen den Kroaten Bosko Misic nach Punkten . Seitdem wartet der Normalausleger sowohl auf Herausforderer als auch Angebote. »Ich wäre zwischenzeitlich gern wieder in den Ring gestiegen, aber da war kein Gegner, der mit mir boxen wollte«, sagt Pawlak.

Eigentlich ist ein Weltmeistertitel spätestens binnen eines Jahres zu verteidigen. Aber es liegt ja nicht an Pawlak, dass sich niemand findet, der sich ihm stellen will. In diesem Monat aber kehrt der gebürtige Pole ins Ringgeviert zurück. Am 23. März steigt in Schwanebeck die »Respect Fightgala«. Im kleinen Örtchen im Vorharz stehen zehn Kämpfe im Boxen, K1 und Thaiboxen auf dem Programm.

Wechsel in das Halbschwergewicht

Pawlak soll dabei einen der Hauptkämpfe bestreiten. Allerdings nicht im gewohnten Super-Mittelgewicht, sondern im Halbschwergewicht. »Da ich in den vergangenen zwölf Monaten nicht so intensiv trainiert habe, muss ich nun etwas mehr machen. So viel, dass ich sogar für die neue Gewichtsklasse noch abkochen muss.« Allerdings hätte er mit entsprechendem Vorlauf auch das geforderte Gewicht für das Super-Mittelgewicht auf die Waage bringen können. »Man ist halt abhängig von den Angeboten«, sagt der 39-Jährige, der in dieser Gewichtsklasse derzeit vergeblich auf Gegner wartet.

Pawlak hatte zwischenzeitlich sogar ans Aufhören gedacht. Nach dem Tod von Freund und Mentor Graciano Rocchigiani sei er viel unterwegs gewesen. »Da schießen einem schon Gedanken durch den Kopf, ob man die Handschuhe nicht langsam an den Nagel hängen soll. Aber dann spürt man wieder die Gier, den Reiz des Boxens. Ich habe mehr und mehr gemerkt, dass mir was fehlt.«

Daher war Pawlak schnell klar: »Ich will weiter boxen. Und wenn es mein Köper zulässt, auch bis 45.»

Abseits des Boxens reizt den »Champ«, wie er von seiner Fangemeinde gerufen wird, die Arbeit mit jungen Menschen. »Ich gehe in die Strafanstalt und widme mich dort jungen Straftätern. Ich gehe auch in Schulen, biete Boxkurse und andere Dinge, die mich im Sport begleitet haben, an.« Doch diese Betätigung allein füllt Pawlak nicht aus. »Ich will wieder mehr an mir arbeiten, sehe mich noch immer im Ring und will das nicht missen.«

Gegner noch unbekannt

Seine Fitness bezeichnet der Weltmeister als gut. »Klar werde ich mein Trainingspensum mit Blick auf den Kampf intensivieren müssen.« Auf wen er in Schwanebeck treffen wird, weiß Pawlak noch nicht. »Wahrscheinlich erfahre ich das erst beim Wiegen am Tag vor dem Kampf. Ich weiß nur, dass der Fight auf acht Runden angesetzt ist. Das ist nach der langen Pause genau die richtige Distanz, um wieder reinzukommen.«

Pawlak folgt einer Einladung von Toni Thes, gegen den er sich im Dezember 2015 in der Hamelner Rattenfängerhalle durch einen Knockout zum Weltmeister der WBU kürte. Den Titel verteidigte der Espelkamper in der Folge bislang dreimal. »Der Kontakt zu Toni ist nie abgerissen. Es ist gut möglich, dass ich häufiger bei seinen Events in den Ring steigen werde.« Eventuell auch beim nächsten WM-Kampf.

Den würde Christian Pawlak nur allzu gern wieder in Espelkamp austragen, glaubt angesichts fehlender Unterstützung der Stadt aber nicht so recht daran. »Mit Blick auf die Stadt bin ich enttäuscht und sauer. Ich fühle mich hier sehr stiefmütterlich behandelt. Dabei mache ich doch so viel für Espelkamp. Aber vielleicht geschehen ja irgendwann noch mal Zeichen und Wunder…«

Mit Blick auf seine Rückkehr ins Seilgeviert ist Pawlak wieder auf sich allein gestellt. Nachdem ihm zuletzt sein Freund und Trainer Graciano Rocchigiani mit vorbereitet hat, ist es nach dessen Unfalltod nicht zu einer angedachten Zusammenarbeit mit dessen Bruder Ralf gekommen. »Dann mache ich eben wieder mein eigenes Ding.« Und wie die weiteren Aussichten sind? »Solange meine Gesundheit mitspielt und ich meine Fans weiter an meiner Seite weiß, wird man mich nicht los.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6452347?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2447933%2F2352979%2F4029433%2F
Herr Nürnberger, wie geht’s weiter?
„Wenn die Verbreitung des Virus weiter so stark zunimmt, haben wir volle Arztpraxen und Kliniken.“ Foto: Bernhard Pierel
Nachrichten-Ticker