Bezirksliga: TuRa Löhne weiter im Aufwärtstrend – TuS Lohe mit Problemen »Rücktritt« nach dem Derbysieg

Löhne/Bad Oeynhausen (WB). Platz-Tausch in der Fußball-Bezirksliga: Mit dem 5:2-Sieg im Derby gegen den TuS Lohe hat sich TuRa Löhne kurz vor der Winterpause in der Halbzeit-Tabelle noch auf den neunten Rang verbessert. Der Rivale rutschte nach einer schwachen zweiten Halbzeit dagegen auf Platz zehn ab.

Von Alexander Grohmann
Dynamik im Derby: Jonas Glowatz (rechts) treibt den Ball über die linke Außenbahn. Der offensive Mittelfeldspieler von TuRa Löhne setzte besonders nach der Pause Akzente im Spiel nach vorne und war von den Lohern nur schwer zu stoppen.
Dynamik im Derby: Jonas Glowatz (rechts) treibt den Ball über die linke Außenbahn. Der offensive Mittelfeldspieler von TuRa Löhne setzte besonders nach der Pause Akzente im Spiel nach vorne und war von den Lohern nur schwer zu stoppen. Foto: Grohmann

Weil die Gäste am Obernfeld nach der Pause offensiv keine Entlastung mehr schafften, gerieten sie gegen starke TuRaner immer stärker unter Druck. Der Mannschaft von Stefan Studtrucker, der im Sri-Lanka-Urlaub vom ersten Derby-Sieg gegen Lohe erfuhr, war anzumerken, dass sie sich für das letzte Spiel des Jahres viel vorgenommen hatte.

Marc Rinnelt überragt

»Nach der guten ersten halben Stunde war ein Bruch in unserem Spiel. Daher haben wir auch verdientermaßen den 1:1-Ausgleich kassiert. In der Pause haben wir uns dann gesagt, dass wir den Ball wieder besser laufen lassen wollen«, erklärte Kapitän Lars Bürger, der für Studtrucker im Derby das Sagen hatte und die Doppelrolle als Spielertrainer perfekt ausfüllte.

Im zweiten Durchgang stürzte die Offensive der Gastgeber mit den starken Jonas Glowatz, Marcel Rinnelt und Vierfach-Torschütze Marc Rinnelt die Loher Defensive ins Chaos. Vier Mal musste Torjäger Rinnelt nach mustergültigen Angriffen in der Mitte nur noch den Fuß hinhalten, um den Ball ins Tor zu befördern. Ein »abgezockter« Auftritt der TuRaner, die den Spielzug zuvor schon an der Playstation einstudiert hatten (wir berichteten).

Eigentlich hatte sich TuRa aber etwas Anderes vorgenommen, wie Bürger verriet: »Wir wollten häufiger aus der Distanz schießen«, sagte der Aushilfscoach mit Verweis auf die Torwartproblematik der Loher, bei denen Verteidiger Pascal Erdbrügger zwischen die Pfosten musste. Der Grund: Die Nummer eins Jan Strate weilt in Australien, Christian Witthaus hat den Verein in der Hinrunde verlassen. Winter-Neuzugang Christopher Zalipski ist erst im neuen Jahr spielberechtigt.

Nickeliges Derby: TuRa-Keeper Hakan Temin liegt nach einem Duell mit Carlos König am Boden, Julian Hartmann eilt herbei. Foto: Grohmann

»Besser wird es ja nicht mehr«

Die Loher gingen zudem auf mehreren Positionen auf dem Zahnfleisch, wie Andreas Hinkelmann nach dem Spiel klar machte. »Wir hatten einige angeschlagene Akteure in der Startelf«, so der TuS-Vorsitzende, der Trainer Christian Möller (privater Termin) an der Seitenlinie vertrat. Dass man überhaupt noch einmal vor der Winterpause antreten musste, stinkte »Hinki« gewaltig. Logischer hätte er es gefunden, wenn Staffelleiter Kai Rieke das Derby nach zuvor wochenlanger Unterbrechung ins neue Jahr verlegt hätte.

So gehen die Loher mit einem Negativtrend in die Pause: Nur zwei Punkte konnte der Bezirksligist aus den vergangenen fünf Spielen verbuchen. Zudem wackelt die Abwehr wieder bedenklich, wie schon das 1:6 in Tengern gezeigt hatte. Bei TuRa geht die Entwicklung dagegen in die richtige Richtung. Die Defensive zeigt sich viel stabiler als zu Saisonbeginn, bereinigte gegen Lohes Top-Offensive mit Julian Hartmann und Ricardo Squarra viele gefährliche Szenen schon im Ansatz.

Ebenfalls clever: Torwart Hakan Temin holte sich beim Stand von 4:1 wegen Ballwegschlagens die fünfte gelbe Karte ab und kann die zehntägige Sperre in der Winterpause absitzen. Trotz oder gerade wegen des Erfolgs gab Lars Bürger unmittelbar nach dem Abpfiff seinen »Rücktritt« bekannt: »Ich beende meine Trainerkarriere sofort. Besser wird es ja nicht mehr«, scherzte der Löhner Führungsspieler. Den Lohern mit dem durch eine Wettschuld »erblondeten« Abwehrchef Baver Deniz war das Lachen zu diesem Zeitpunkt dagegen längst vergangen.

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