Werstes Martin Bornmann reagiert goldrichtig, als Mindens Mario Grano an der Mittellinie zusammenbricht Physio rettet Fußballer das Leben

Bad Oeynhausen (WB). Schrecksekunde bei der SV Eidinghausen-Werste: Im Testspiel gegen Union Minden bricht Gästespieler Mario Grano in der 25. Minute auf Höhe der Mittellinie zusammen. SVEW-Physiotherapeut Martin Bornmann ist es zu verdanken, dass der Fußballer wenig später das Bewusstsein wiederfindet.

Von Florian Weyand
Der Mindener Mario Grano (Mitte), hier noch im Trikot von Preußen Espelkamp, ist am Sonntag beim Testspiel zwischen der SV Eidinghausen-Werste und Union Minden zusammengebrochen. Weil Werstes Physiotherapeut Martin Bornmann schnell handelt, kann der Fußballer das Krankenhaus bald schon wieder verlassen.
Der Mindener Mario Grano (Mitte), hier noch im Trikot von Preußen Espelkamp, ist am Sonntag beim Testspiel zwischen der SV Eidinghausen-Werste und Union Minden zusammengebrochen. Weil Werstes Physiotherapeut Martin Bornmann schnell handelt, kann der Fußballer das Krankenhaus bald schon wieder verlassen.

Trainer Jörg Rodewald wirkt auch einen Tag nach dem Vorfall an den Werster Pappeln immer noch sehr nachdenklich. Schließlich kennt er Mindens Mario Grano gut, hat den Fußballer als A-Jugendlichen bei Preußen Espelkamp in der Westfalenliga selbst trainiert. »Er ist ein guter Junge. Ich wollte ihn sogar schon einmal nach Werste holen«, sagt Rodewald, der am Sonntagnachmittag mit ansehen muss, wie das Leben seines ehemaligen Spielers am seidenen Faden hängt.

»Dann ist er auf einmal umgefallen«

Als Union Minden einen Einwurf ausführt, geht Mario Grano plötzlich zu Boden. »Aufgrund einer Verletzungsunterbrechung haben wir den Ball ins Seitenaus geschossen. Mario stand mit meinem Sohn Patrick auf Höhe der Mittellinie. Dann ist er auf einmal umgefallen«, berichtet Jörg Rodewald. Sohnemann Patrick erzählt seinem Vater später, dass Grano plötzlich die Augen verdreht habe. Der Verteidiger spricht seinen Gegenspieler noch an, doch Mario Grano reagiert nicht. »Er war bewusstlos und soll keinen Herzschlag und keinen Puls gehabt haben«, berichtet der SVEW-Trainer.

Geistesgegenwärtig reagiert Werstes Physiotherapeut Martin Bornmann goldrichtig. Er ist bei fast allen Spielen der SVEW am Sportplatz, ist in solch einer Situation der richtige Mann am richtigen Ort. »Mario hat gekrampft. Martin hat ihm die Zunge aus dem Hals geholt und Mario dann wiederbelebt«, schildert Jörg Rodewald den kritischen Moment, in dem Mindens Fußballer das Bewusstsein wiederfindet.

Schnell bringen die Werster auch den mobilen Defibrilator auf das Feld, den der Verein gemeinsam mit der Volksbank-Stiftung erst vor wenigen Monaten angeschafft hat. »Er kam aber nicht zum Einsatz. Dennoch bin ich froh, dass wir einen Defibrilator am Platz haben. Leider wird man oft immer noch dafür belächelt. Aber dieser Fall zeigt doch wieder, wie wichtig so ein Gerät im Notfall sein kann«, sagt Jörg Rodewald.

Keine Erinnerungen an den Vorfall

Der alamierte Notarzt lässt Mario Grano, der mittlerweile wieder ansprechbar aber noch leicht benebelt ist, in das Krankenhaus bringen. Dort wird der Körper des jungen Fußballers durchgecheckt.

Am Abend nimmt Jörg Rodewald mit seinem ehemaligen Spieler per Handy Kontakt auf. »Wir haben geschrieben. Mario hat mir gesagt, dass er keine Erinnerungen an den Vorfall hat. Es gehe ihm aber schon wieder besser. Er kann das Krankenhaus bald wieder verlassen und will sich dann bei Martin Bornmann für die schnelle Hilfe bedanken«, sagt Rodewald.

Der Fußball tritt aufgrund des Rettungseinsatzes am Sonntag natürlich erst einmal in den Hintergrund. »Wir haben mit Minden gesprochen, ob wir weiterspielen sollen oder nicht.« An einen Wiederanpfiff der Testpartie ist aber nicht zu denken. Zu geschockt sind alle Beteiligten. Niemand hat mehr Lust auf Fußball. »Wir haben dann gemeinsam entschieden, dass wir die Partie nach 25 Minuten abbrechen werden«, sagt Jörg Rodewald.

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