Serie Meine schönsten Sporterlebnisse: Das Fliegen steht für den Menner Mark Lohe über allem
Er ist begeistert von den Facetten des Fliegens

Menne -

„Bei meinen sportlichen Aktivitäten steht das Fliegen schon über allem“, sagt Mark Lohe. Nach einem schweren Motorradunfall suchte er, wie er sagt, ein ungefährlicheres Hobby und kam zum Fliegen. Ein Jahr hatte er nach dem unverschuldeten Unfall gebraucht, um wieder laufen zu lernen. Einen unvergesslichen Moment nach dieser langen Leidenszeit hatte er dann 2003.

Montag, 25.01.2021, 19:59 Uhr aktualisiert: 25.01.2021, 21:36 Uhr
„Verkehrte Welt“: Mark Lohe ist auf diesem Foto im Rückenflug mit dem Segelflieger bei seiner Kunstflugausbildung zu sehen. „Es ist wichtig, zur richtigen Zeit die nötige Geschwindigkeit erreicht zu haben, um dann beispielsweise ein Looping zu fliegen“, erklärt der 50-jährige Menner. Foto: Privat

„Ein Pilot vergisst nie, wie er als Flugschüler das erste Mal allein fliegen durfte“, berichtet Mark Lohe. Er hatte gerade einen Flug mit seinem Fluglehrer Werner Kaluza erfolgreich beendet, da sagte dieser zu ihm, dass er nun allein eine Platzrunde drehen könne. „Ich dachte, wie mache ich das?“, erinnert sich Lohe. Natürlich konnte er es, und war einen großen Schritt weiter bei seiner Ausbildung zum Motorsegelflieger.

Der Menner hat inzwischen die Fluglizenz für Motorsegler, Segelflieger, Ultraleichtflugzeuge und darf Motorflugzeuge bis zwei Tonnen Abfluggewicht und mit bis zu vier Personen fliegen. Er besitzt die Flugzeugschleppberechtigung, kann also Segelflugzeuge per Motorsegler in die Luft schleppen. Mit jeder neuen Herausforderung erlebte er auch andere Facetten des Fliegens. Zu seinen schönsten Sporterlebnissen gehören seine Ausbildung zum Kunstflieger in Ziegenhain, ein Überlandflug mit einem Motorsegler im vergangenen Jahr und die Landung mit einem Segelflieger in „England“.

„Mit einem Flugzeug darf man nicht einfach machen was man will“, erklärt Mark Lohe, der im Juli 2016 seine Ausbildung zum Kunstflugpilot absolvierte. Bei der 15. Kunstflugwoche des FSV Schwalm waren 15 Teilnehmer aus Deutschland und den Niederlanden am Start. Sechs Piloten absolvierten den Grundlehrgang, einer davon war Mark Lohe. „Der Lehrgang dauerte eine Woche, wir sind praktisch von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang geflogen, hatten aber auch theoretischen Unterricht“, blickt Lohe auf diese intensive Flugzeit zurück. Geflogen wurde unter anderem mit einer ASK21. Dieser Segelflugzeugtyp war Lohe vertraut, denn der Luftsportverein Warburg, bei dem er das Fliegen gelernt hatte, verfügt über eine solche Maschine, ebenfalls als Schulungsflugzeug.

Bevor es auf dem Flugplatz „Am Ring“ zum entscheidenden Start ging, musste sich Mark Lohe die zu fliegenden Figuren in einer Trockenübung verinnerlichen. „Man tanzt das Programm mit den Händen“, erläutert er den Vorgang. Dann wurde es ernst: Die Linienführung wurde auf einem Zettel notiert und ins Cockpit geklebt, der übliche Check absolviert. Eine Motormaschine schleppte seinen Segler auf die nötige Flughöhe. „Es ist wichtig, zur richtigen Zeit die nötige Geschwindigkeit erreicht zu haben, um dann beispielsweise ein Looping zu fliegen. In die Rückenlage drehen und geradeaus fliegen, dann wieder drehen, die Maschine steil nach oben ziehen und sich dann fallen lassen. Dann eine Rolle links herum und eine Rolle rechts herum, eine ordentliche Landung. Geschafft!“, beschreibt Lohe. Das war Adrenalin pur und natürlich eine große Freude, denn die Kunstfluglizenz wurde erteilt.

Nach dem ersten Lockdown 2020 hatte LSV-Geschäftsführer Marvin Scheideler aus Borgholz die Idee, einen Überlandflug an die Nordsee zu machen. „Da war ich sofort dabei“, sagt Lohe, denn während des Lockdowns war ein Flugbetrieb zeitweise nicht möglich gewesen. Wer eine Fluglizenz hat, muss aber eine gewisse Anzahl an Flugstunden und Starts nachweisen, das nennt sich in Übung halten, damit diese Lizenz aktiv bleibt. Das Duo startete mit dem Reisemotorsegler auf dem Gelände des Luftsportvereins Warburg am Heinberg. Nach 96 Minuten landete das Team auf Borkum. Ein ausgiebiger Spaziergang und leckeres Fischmenü zum Mittagessen brachten schnell Urlaubsstimmung. Von Borkum aus flogen die beiden Piloten nach Norderney und gönnten sich dort Kaffee und Kuchen. Der kurze Flug hatte nur 16 Minuten gedauert, aber es war ein weiterer absolvierter Start. Die nächste Etappe endete mit einer Landung in Leer-Papenburg. Dort wurde aufgetankt. Wie und wo man tanken kann, darüber informieren sich die Flieger schon bei ihrer Flugvorbereitung. „Das ist wichtig, denn es ist Pflicht, dass man immer eine Kraftstoffreserve für eine halbe Stunde Flugzeit im Tank hat“, erklärt Lohe. Nach 81 Minuten setzten die Piloten wieder auf dem heimischen Flugfeld auf. „Es war toll, mal wieder gemeinsam etwas unternommen zu haben“, schwärmt der 50-Jährige.

Ein Überlandflug mit dem Segelflieger brachte Mark Lohe und seinen Vereinskollegen Werner Ewe von Warburg aus auf britisches Militärgebiet. „Als Segelflieger ist man ständig auf der Suche nach Thermik und muss immer im Blick haben, wo man landen kann“, erläutert der erfahrene Pilot. Diese Außenlandungen gehören zum Segelfliegen dazu und sind gesetzlich erlaubt, denn wenn kein Aufwind mehr da ist, geht es nach unten und das sollte kontrolliert erfolgen. An einem Flugtag waren Lohe und Ewe schon vier Stunden mit dem Segler unterwegs, als die Thermik nachließ. Ein ehemaliger englischer Militärstützpunkt in Gütersloh war in erreichbarer Nähe. Lohe wusste, dass dort keine Militärmaschinen mehr stationiert waren. Die Start- und Landebahn war mit großen Betonkreuzen gesperrt. „Aber neben diesen Bahnen ist immer ein Streifen schöner, ebener Rasenfläche. Das war wie für uns gemacht und wir gingen runter“, berichtet Lohe. Damit waren sie aber auf englischem Hoheitsgebiet gelandet.

Werner Ewe blieb bei der Maschine. Mark Lohe machte sich auf den Weg zum Tor. Dabei traf er auf zwei Soldaten. „Ich sagte noch ‚Hi, Guys‘, da blickte ich schon in die Läufe der Maschinenpistolen“, erinnert sich Lohe an den Spätnachmittag in „England“. Die britischen Soldaten waren noch vor Ort. Das hatten die Piloten nicht gewusst und die Soldaten rechneten nicht mit einer Landung der Deutschen aus der Luft. Doch es klärte sich alles schnell auf.

Anschließend wurde gefachsimpelt, Fotos gemacht und die Briten halfen noch beim Abrüsten des Segelfliegers, denn inzwischen war die Rückholmannschaft mit dem Anhänger angekommen. „Bei uns im Verein macht die Geschichte von der Landung in England immer die Runde, wenn neue Mitglieder oder Gäste da sind“, freut sich Lohe über dieses Erlebnis.

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