Serie Meine schönsten Sporterlebnisse: Rösebecker Georg Arendes
„Jeder Tauchgang ist faszinierend“

Rösebeck. -

„Tauchen ist ein Sport, der einem viel Bewegung abverlangt. Die Orientierung mittels Kompass will gelernt sein und es kommt einiges an Technik zum Einsatz“, erklärt Georg Arendes, was ihn am Tauchsport besonders reizt. Das Eintauchen in die schillernde Unterwasserwelt vor der Küste von Oman, das Fotografieren und Filmen eines Flugzeugwracks im Mittelmeer bei Korsika und der Besuch der „Taucherhauptstadt“ Key Largo in Florida mit einem Tauchgang zum berühmten Wrack „Duane“ gehören zu seinen schönsten Sporterlebnissen.

Freitag, 08.01.2021, 20:24 Uhr aktualisiert: 08.01.2021, 20:30 Uhr
Faszination Tauchen in Florida: Der Rösebecker Georg Arendes posiert neben dem aufrecht im Wasser stehenden Wrack des einstigen US-Militärschiffes „Duane“ mit der amerikanischen Flagge. Das 1985 außer Dienst gestellte Schiff wurde 1987 versenkt und zieht Taucher aus aller Welt an. Foto: privat

Schon als Junge zog er seine Bahnen im Schwimmbad lieber unter Wasser, einen ersten Kontakt zu Tauchern hatte er aber erst mit 22 Jahren. Nach der Ausbildung zum Polizeibeamten war Georg Arendes beim technischen Zug der Bereitschaftspolizei in Wuppertal eingeteilt. „Damals hatte ich keine Qualifikation zum Tauchen und gehörte so nur zum Bodenpersonal“, blickt der heute 51-Jährige zurück. Dennoch war er hautnah dabei, wenn Taucheinsätze stattfanden. „Da wurde so einiges aus dem Gewässer geborgen. Autos, Motorräder, auch Tresore und Starenkästen.“

Erst 2008 machte er den Tauchschein und erwarb nach und nach weitere Qualifikationen. Als sein Sohn Lennart, der schon früh eine Affinität zum Wasser entwickelt hatte, seinen Tauchschein machte, hielt die beiden nicht mehr viel an Land. „Tauchen ist kein Individualsport, man braucht immer seinen Buddy“, erklärt der Vater, dass man nie allein ins Wasser geht.

Mit Ehefrau und Sohn ging es für den Rösebecker 2014 auf die französische Insel Korsika im Mittelmeer. Hier liegen noch viele Relikte aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges im Wasser. „Das Besondere war, dass wir zu einem Flugzeugwrack tauchen konnten, das nicht allzu tief lag“, berichtet Georg Arendes. Sein Sohn durfte als damals 14-Jähriger noch nicht so tief hinunter und die meisten Flugzeugwracks sind schwer zugänglich. „Der Flugzeugrumpf hatte eine ganz glatte Oberfläche, da sich auf dem Aluminium keine Muscheln festsetzen. Es war ein zweimotoriger amerikanischer Bomber. Er lag da, als wäre er gestern erst im Meer versunken“, waren Vater und Sohn beeindruckt von dem „guten“ Zustand der Maschine.

Eine ganz andere Wasserwelt bot sich dem Polizeibeamten und seinem Sohn an der Küste von Oman. Dort im Arabischen Meer, einem Randmeer des Indischen Ozeans, ist das Wasser reich an Plankton und das sorgt für die grünliche Färbung. Das Gebiet wird von Monsunwinden bestimmt und das große Nahrungsangebot lockt eine Vielzahl von Meeresbewohnern an. „Der Blick in Richtung Wasseroberfläche offenbarte ein atemberaubendes Bild. Es hatte den Anschein, als seien dort nur Fische und kein Wasser“, schwärmt Georg Arendes noch zwei Jahre später von diesem Anblick. Auch große Rochen kamen nah an die Taucher heran. „Wir hätten sie fast greifen können.“

Ziel des Tauchganges war das Wrack „Al Munasir“. Das ausgemusterte Landungsboot war von der königlichen Marine 2003 versenkt worden, um als künstliches Riff zu dienen. Durch die Schräglage ist das Wrack im Bereich von sechs bis 30 Meter unter der Wasseroberfläche zu betauchen.

Irgendwann müssen sich die Taucher aber von dem Schauspiel, das sich ihnen bietet, losreißen. „Man muss für den Rückweg eine Reserve an Pressluft und einen Sicherheitsstopp an der Bojenleine, etwa fünf Metern unter der Wasseroberfläche, einplanen. Dort atmet man den überschüssigen Stickstoff, der sich im Blut angereichert hat, wieder aus“, erklärt Georg Arendes. Der Tauchcomputer ist dabei ein wichtiges Hilfsmittel. Er zeigt Faktoren wie Tauchgangzeit und Dekompressionszeit an.

Am meisten beeindruckt war Georg Arendes, der inzwischen über 300 Tauchgänge absolviert hat, aber vom Taucherparadies, der Inselkette vor Floridas Südküste, den Keys. „Key Largo selbst bezeichnet sich gern als Taucherhauptstadt der Welt. Tatsächlich riecht es dort entweder nach Seeluft oder Neopren“, sagt Arendes. Am letzten Julitag 2016 starteten Vater und Sohn von der Marina Key Largos bei unruhiger See zur Boje, die die Stelle markiert, an der die „Duane“ liegt. Das Schiff war 1936 vom Stapel gelassen worden und diente bis August 1985 als US-Militärschiff. „Im Zweiten Weltkrieg nahm das Schiff 46 Überlebende eines zuvor von einem deutschen U-Boot beschossenen britischen Tankers auf“, kennt Arendes einen geschichtlich interessanten Aspekt, der lange auch als Küstenwache eingesetzt gewesenen US CGC Duane. 1987 sind die „Duane“ und ihr Schwesterschiff, die „Bibb“, vor den Keys als künstliches Riff versenkt worden.

„Das Wrack der Duane liegt bei 38 Metern und ist außergewöhnlich schön und bunt mit Korallen und Schwämmen bewachsen. Dazu kommt ein enormer Fischreichtum. Das 100 Meter lange Wrack wird nahezu umringt von großen, grimmig schauenden Barrakudas. Mit etwas Glück kann man am Sandgrund sogar Bullenhaie zu Gesicht bekommen“, beschreibt Arendes.

Das Wrack steht aufrecht im tiefblauen Wasser. An seinem Mast wiegt sich die amerikanische Flagge in der Strömung – das Fotomotiv schlechthin für die Taucher. Sohn Lennart hielt diese Momente mit der Filmkamera fest, Vater Georg hält es mit dem Fotografieren. Erst im Licht der Kameras weicht der Blauton und die schillernde Unterwasserwelt wird sichtbar. „Jeder Tauchgang ist anders, aber immer wieder faszinierend“, schwärmt er.

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