Ultra-Marathon: Warburger Markus Thonemann läuft seinen ersten 100-Kilometer-Ultra
Premiere auf anspruchsvoller Strecke

Warburg (WB). Das ist eine besondere Premiere unter besonderen Umständen: Der Warburger Markus Thonemann hat seinen ersten 100-Kilometer-Lauf bewältigt. Allerdings völlig anders als zunächst geplant.

Dienstag, 03.11.2020, 05:00 Uhr
So viel Zeit muss sein: Auf den 100 Kilometern genießen Markus Thonemann (rechts) und seine Mitstreiter auch einen Moment die schöne Aussicht.

Vier Tage vor dem Rennen bekam Markus Thonemann eine Mail. Der so genannte „Kleine Hunderter“, der als Ersatzveranstaltung des viel größeren und bekannteren Röntgenlaufes unter Corona-Bedingungen stattfinden sollte, musste wegen der Pandemie ebenfalls abgesagt werden.

Eigentlicher Lauf abgesagt

„Im ersten Moment war die Enttäuschung riesig“, berichtet der Athlet des Warburger SV. Drei Monate hatte er sich intensiv auf diese Premiere vorbereitet, jede freie Minute zum Training genutzt. „Auf so einen Lauf arbeitet man gezielt hin. Da muss man sich auch Freiräume schaffen, die man eigentlich gar nicht hat“, erklärt der Familienvater den hohen Aufwand, den er im Vorfeld betrieben hat. Mehr als 100 Trainings-Kilometer die Woche waren die Regel, einmal legte er sogar eine Acht-Tage-Phase mit insgesamt 180 Kilometern ein. Beim Härtetest, dem Sechs-Stunden-Lauf von Werl , wurde er im September Zweiter des Gesamtfeldes.

Kleiner Hunderter in kleiner Gruppe

Und plötzlich sollte alles aus sein? Markus Thonemann wollte sich schon eine eigene 100-er Strecke rund um Warburg zurecht legen, als er mitbekam, dass sich eine kleine Gruppe von zehn Läufern privat auf die Originalstrecke des „kleinen Hunderters“ machen wollte.

Thonemann nahm Kontakt auf, schloss sich den Ultraläufern, die vom Veranstalter die Strecke als GPS-Track zur Verfügung gestellt bekamen, an – und kam so doch noch zu seinem ersten Ultralauf von mehr als 100 Kilometern.

Fast 3000 Höhenmeter gemeistert

Rund um Solingen führte die schwere Strecke mit rund 3000 Höhenmetern in einer großen Schleife Richtung Leverkusen und Wuppertal. „Das meiste waren Singletrails. Total schön und abwechslungsreich. Aber auch extrem anstrengend“, berichtet der Warburger. Aus der Zehner-Gruppe blieben schließlich vier Athleten übrig, die die gesamten 100 Kilometer zurück legten. „Wir mussten ja selber navigieren. Das war nicht immer ganz einfach, weil die Strecke überhaupt nicht ausgeschildert war und wir uns nicht auskannten“, erzählt der Warburger.

Er hatte sich den Track auf seine Laufuhr geladen, andere Mitstreiter nutzten ein kleines Hand-Navi.

Acht Stunden im Regen

Letztlich standen im Ziel 103 Kilometer auf Thonemanns Uhr und damit war der erste Ultra über 100 Kilometer geschafft. Gute 13 Stunden mit Pausen war er unterwegs, davon acht Stunden im Dauerregen. „Da wir manchmal auch kleinere Bachläufe durchqueren mussten, waren die Schuhe eh schnell nass. Der Rest kam dann von oben noch dazu“, lacht Thonemann. Die reine Laufzeit betrug 12 Stunden und 21 Minuten.

Am Tag danach stand für ihn übrigens aktive Regeneration auf dem Programm. „Ein lockerer Spaziergang bringt bessere Erholung als auf dem Sofa zu liegen“, weiß der er aus Erfahrung.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7659575?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2447933%2F2198415%2F2514662%2F
Maskenattest: Diagnose nennen ist nicht Pflicht
Beschäftigte in den Ordnungsämtern kontrollieren - wie hier in Pforzheim - die Maskenpflicht.
Nachrichten-Ticker