Warburger Markus Thonemann wird Gesamtzweiter beim Sechs-Stundenlauf in Werl
„Die letzte Runde tat weh“

Warburg (WB). Daniel Steinbach grinst. „Eigentlich kann man diese Strecke gar nicht laufen“, sagt der Wrexener – und hat es dann doch sehr erfolgreich getan. Platz drei in der Gesamtwertung beim Sechs-Stundenlauf von Werl sprang für ihn heraus. Zweiter wurde der Warburger Markus Thonemann. Ebenfalls dabei war Vereinskollegin Helena Dunschen.

Mittwoch, 30.09.2020, 19:47 Uhr aktualisiert: 30.09.2020, 19:50 Uhr

Die „eigentlich nicht laufbare“ Strecke befand sich auf einem Trail-Rundkurs, der 7,5 Kilometer lang und mit 140 Höhenmetern äußerst anspruchsvoll war. Die 100 Starter mussten die Runde in sechs Stunden so oft wie möglich absolvieren.

Gesamtsieger Christoph Kroll aus dem Harz ist bergiges Gelände gewohnt und schaffte 62,5 Kilometer. Der Warburger Markus Thonemann und der Wrexener Daniel Steinbach brachten es auf den Medaillenplätzen auf jeweils 60 Kilometer.

Thonemann war dabei rund zwei Minuten schneller unterwegs. Er hat bereits mehrere Ultra-Läufe absolviert und bereitet sich aktuell auf seinen ersten 100-Kilometer-Lauf Ende Oktober in Solingen vor. „Da wollte ich testen, 100 Kilometer vorher mal in zwei Etappen aufgeteilt zu laufen“, berichtet der Warburger. Den 60 Kilometern von Werl ließ er am Tag danach noch einen Marathon mit vielen Höhenmetern von Hofgeismar nach Warburg folgen. „Auch der 100-Kilometer-Lauf wird bergig. Danach habe ich die Strecke gewählt“, berichtet Thonemann, der unter anderem schon den 73-Kilometer-Rennsteiglauf erfolgreich absolviert hat. Für den Sechs-Stunden-Lauf in Werl hatte er sich genau die acht Runden vorgenommen und die auch in 5:51 Stunden erfolgreich absolviert. „Da waren schon einige Rampen auf der Strecke“, hebt der Schalke-Fan den anspruchsvollen Parcours hervor.

Für Daniel Steinbach war es der erste Ultralauf. „Ich wollte sehen, ob ich mehr schaffe als einen Marathon“, berichtet der ehemalige Fußballer. Die Höhenmeter und auch die schwindenden Kräfte habe er zum Ende auch schmerzlich zu spüren bekommen. „Wenn die Kraft nicht mehr ausreicht, um die Füße zu heben, liegt man eben öfters auf der Nase. Die letzte Runde tat richtig weh“, so Steinbach, der am Ende deutlich mehr Kilometer auf dem Tacho hatte als einen klassischen Marathon. Die magische Grenze von 60 Kilometern erreichte er in 5:53 Stunden. Seinen dritten Platz in der Gesamtwertung bezeichnet er als „Sahnehäubchen einer grandiosen Veranstaltung.“ Weil es so schön war und er sich die Schmerzen am Folgetag mit einer langsamen Joggingrunde wieder aus den Beinen gelaufen hat, steht auch bei Daniel Steinbach schon der nächste Ultralauf auf dem Programm. Diesmal aber „nur“ 50 Kilometer in Schloß Holte.

Die Warburgerin Helena Dunschen, die wie Steinbach Botschafterin der Sieben-Kontinente-Sportserie ist, war ebenfalls erstmals bei einem Ultralauf dabei. Zweimal schon wollte sie beim Hermannslauf an den Start gehen und wurde zweimal ausgebremst. Jetzt lief sie auf der schweren Trailrunde bei Werl immerhin fast einen Hermann. 30 Kilometer brachte sie hinter sich. „Das ist die längste Strecke, die ich je gelaufen bin“, freut sich die Athletin des Warburger SV. 4:28 Stunden benötigte sie für die 30 Kilometer. „Schön war, dass man nicht eine bestimmte Streckenlänge laufen musste. Ich hatte mir drei Runden fest vorgenommen, habe vier geschafft und hätte auch noch Zeit für eine fünfte Runde gehabt“, berichtet die Warburgerin. Da die Strecke aber so anspruchsvoll war und „auf den Pfaden mit Baumwurzeln sehr viel Konzentration erforderte“, machte die WSV-Athletin nach den 30 Kilometern Schluss. „Ein Berg hatte es besonders in sich. Da war man immer froh, wenn man oben war“, berichtet Dunschen, die die Atmosphäre des Laufes hervorhebt. „Bei so einem Ultralauf lernt man andere Leute kennen als bei Volksläufen. Für mich hat in Werl einfach alles gepasst“, sagt sie – und genau das trifft auch auf die beiden anderen Starter aus dem Warburger Land zu.

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