Dringenberger Diethard Lange (71) hat als Volleyballer und Trainer tolle Erfolge und Augenblicke erlebt
Bundesliga-Aufstieg war phänomenal

Höxter (WB). “Bitte Akka, hau ihn rein.“ An diese unmissverständliche Aufforderung erinnert sich Diethard Lange noch heute. Damals war er mit dem VBC Paderborn erfolgreich und Spitzen-Volleyballer. Der Dringenberger, der zudem die Volleyballerinnen des SV Dringenberg über Jahre hinweg erfolgreich trainiert hat, erlebte so viele tolle Momente. Der Trainer mit Kultstatus blickt gegenüber dieser Zeitung auf seine schönsten Sporterlebnisse zurück.

Freitag, 03.07.2020, 20:03 Uhr aktualisiert: 03.07.2020, 20:56 Uhr
Alles im Blick und auf Sieg eingestellt: Trainer Diethard Lange hat mit den Damen des SV Dringenberg Geschichte geschrieben. Foto: Andreas Grawe

Volleyball und Diethard Lange – das passt bestens zusammen und ist eine ideale Kombination. Mit 14 Jahren startete der heute 71-Jährige seine sportliche Laufbahn. Diese ist kaum zu toppen. Erfolge als Spieler, im Anschluss als Spielertrainer und als Trainer. Die sportliche Laufbahn und die Triumphe des Mannes mit dem Volleyball-Gen haben es in sich.

Höhepunkt

An einen Höhepunkt als Außenangreifer des VBC Paderborn muss der hochgeschätzte Volleyball-Fachmann beim Blick in den Rückspiegel immer denken: Das war Anfang der 70er-Jahre ein Relegationsspiel in Hannover. „Wir lagen damals 1:2 zurück und konnten die Partie noch drehen. Beim Matchball weiß ich noch ganz genau wie der damalige Vorsitzende der Fusionsmannschaft, Professor Kramer, am Seitenrand stand und forderte: ‚Bitte Akka, hau ihn rein.‘ Und Hartmut Akka Brasche hat den Ball perfekt verwandelt“, schwärmt Lange mehr als 50 Jahre später. Für den Mann von der Burg war der damalige Erfolg ein ganz großer Sportmoment. „Es folgte eine feuchtfröhliche Heimfahrt von Hannover nach Paderborn. Schließlich sind wir mit dem Sieg in die Bundesliga aufgestiegen“, blickt der gebürtige Braunschweiger, der als Kind in Petershagen in einem Internat aufwuchs, liebend gerne zurück. Hier begann auch seine Volleyball-Laufbahn.

Randsport

Rückblick: In den 60er-Jahren war Volleyball noch eine „absolute Randsportart“, sagt Lange. „Volleyball kannte kaum jemand. Die Volleyball-Hochburg war Münster. Bei den Münsteranern spielten damals viele ehemalige DDR-Spieler. Bekannt geworden ist Volleyball erst so richtig durch die Olympischen Sommerspiele 1972 in München.“ Japan gewann im Finale 3:1 gegen die DDR und errang somit die Goldmedaille. Und danach schwappte die Begeisterung auf viele Menschen über. Lange war 1972 hingegen schon mittendrin. Und das nicht nur als Volleyballer. „Ich habe es als Fußballer sogar mal in die Kreisauswahl geschafft. Nach der Volleyball-Saison habe ich mich noch für ein paar Spiele ins Tor gestellt. Meistens bei höherklassigen Teams, die im Abstiegskampf steckten“, schmunzelt der Dringenberger.

Erfolgreiche Jahre als Volleyballer des VBC Paderborn schlossen sich für den damaligen Lehramtsstudenten an. Nach der Spieler-Laufbahn begann für den Sport-Enthusiasten die Trainer-Karriere. Lange stieg als Spielertrainer beim TV Paderborn ein. Der Coach agierte in einem homogenen Team als Steller und blickt auf ganz besondere Momente zurück. Zunächst denkt er dabei an die Aufstiege bis in die Regionalliga und eine außergewöhnliche Fahrt in die frühere Sowjetunion. „Wir waren in den 80er-Jahren für eine Woche in Mahiljou. Das war damals der amtierende Amateurmeister. Wir galten als privilegiert und durften viele Eindrücke sammeln. Der Blick hinter die sportlichen Kulissen war interessant.“

Aufstiege

Erfolgreich ging es für den ehemaligen Spieler als Trainer im Damen-Bereich weiter. Die Mannschaft des SV Dringenberg führte der Ex-Bundesligaakteur in den 90er-Jahren von der Kreisliga bis in die Oberliga. „Das waren wundervolle Jahre. Es war immer etwas los“, blickt der Sportsmann zurück. „Wir haben große Erfolge gefeiert.“ Die Volleyballerinnen made in Dringenberg genossen hohes Ansehen.

Frauenversteher

Nach dem Rücktritt als Trainer gab es noch einmal ein Comeback beim SVD – die Burgdamen befanden sich in einer schwierigen Phase. Die letzte Station sollte das immer noch nicht gewesen sein. Lange kehrte nach einer weiteren Pause noch einmal auf die Bühne zurück. Erst als Coach der Herren des VC Altenbeken-Schwaney, dann übernahm er zum Abschluss die Damen. Und wie man Lange kennt, führte er das Team zum großen Erfolg – den Aufstieg in die Landesliga. Und das mit 71 Jahren zum Ende der Trainer-Karriere. Er sei zudem ein absoluter Frauenversteher. „Das hat man nicht selten über mich gesagt“, kann Lange über diese Bezeichnung schmunzeln.

Volleyball hat immer einen festen Platz im Herzen von Diethard Lange. Gibt es ein weiteres Comeback? Wer weiß das schon?

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7479916?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2447933%2F2198415%2F2514662%2F
Maskenpflicht in NRW auch im Unterricht
Symbolbild. Foto: dpa
Nachrichten-Ticker