Rüther seit 1989 bei nationalen und internationalen Dortmunder Endspielen live dabei
Mit Weltpokal über den Wolken

Dringenberg (WB). Auf 10.000 Metern Höhe im Flugzeug von Tokio nach Frankfurt hält er den Weltpokal der Vereinsfußball-Mannschaften in den Händen. Als schönste Sporterlebnisse denkt der Dringenberger Berty Rüther an Borussia Dortmunds Triumph in Japans Hauptstadt, wo er als Fan live dabei war, an mehrere Turniererfolge mit dem Fußballteam des BVB-Fanclubs Eggeland Dringenberg, an Aufstiege mit dem SV Dringenberg und seine Zeit als Trainer des FC Gro­ßeneder/Engar.

Mittwoch, 03.06.2020, 03:30 Uhr aktualisiert: 03.06.2020, 14:38 Uhr
Was für ein Moment: Berty Rüther hält auf dem Rückflug den Fußball-Weltpokal in den Händen, den der BVB in Tokio gewonnen hat.

„Eine solche Reise macht man nur einmal im Leben“, blickt der Familienvater in das Jahr 1997 zurück. Es ist der 2. Dezember. Im Tokioer Nationalstadion gewinnt Borussia Dortmund, das als Champions-League-Sieger Europa vertritt, mit 2:0 gegen den brasilianischen Südamerika-Meister Cruzeiro Belo Horizonte. An­dreas Möller und Heiko Herrlich sind die Torschützen. Möller wird zum besten Spieler des Finales gewählt. Nicht nur für den BVB, sondern auch für den damals 38-jährigen Fußball-Weltenbummler Berty Rüther, ist das Weltpokal-Endspiel die Krönung. „21 Jahre nach dem FC Bayern München hat im 36. Finale der besten Vereinsmannschaften aus Europa und Südamerika zum zweiten Mal ein deutsches Team gewonnen“, stellt er die Bedeutung des Erfolges heraus, der für Dortmund bisher einmalig ist.

Die gesamte Reise sei überwältigend gewesen. „Viele positive Eindrücke der Weltstadt Tokio haben wir noch vor Augen. Die Freundlichkeit der Japaner bleibt in bester Erinnerung“, spricht Rüther auch für den Willebadessener Werner Hoppe, für Jürgen Seifert (Dringenberg) und Josef Scholle (Bellersen), die mit ihm ins 9200 Kilometer entfernte Tokio geflogen sind. Beim Hin- und Rückflug saß das Quartett mit der Dortmunder Mannschaft in einem Flugzeug. Der Höhepunkt: Während der zwölfstündigen Rückreise durften auf Initiative von Berty Rüther auch die mitreisenden Fans den Weltpokal in Händen halten.

„Nachdem sich die Spieler vor und auf dem Hinflug regelrecht abgeschottet hatten, konnten wir vor und während des Rückfluges mit einigen von ihnen Smalltalk halten“, berichtet Berty Rüther, der von 1989 bis heute jedes nationale und jedes internationale Endspiel des BVB live gesehen hat. Schwarz-Gelb ist von Kindheit an die Leidenschaft des Dringenbergers. In einigen Spielzeiten war er sogar bei nahezu jedem der 34 Dortmunder Bundesligapartien live dabei. „Ich danke meiner Frau und meinen Töchtern, dass sie mir diese Möglichkeit gegeben haben“, ist er bei seiner Familie stets auf Verständnis gestoßen.

Am 15. März 1991 gründete Berty Rüther mit 42 Weggefährten den BVB-Fanclub Eggeland Dringenberg, dessen Geschicke er bis 1999 als Vorsitzender lenkte. Die BVB-Anhänger besuchen nicht nur Spiele ihres Lieblingsvereins, sondern nahmen auch mit großem Erfolg an den Südtribünenmeisterschaften der schwarz-gelben Anhänger teil. Zweimal wurden sie Meister der Dortmunder Fanteams. Dabei gewannen die Dringenberger am 18. Januar 1997 in der Dortmunder Westfalenhalle mit 1:0 gegen den Fanclub aus Warburg. Es war das Endspiel des Jahres 1996. Die in den Winter verlegte Partie wurde als Einlagespiel in das damalige Hallenmasters-Qualiturnier der Profis eingebettet. 1998 siegte das Rüther-Team im Finale im Westfalenstadion mit 6:5 nach Elfmeterschießen gegen die „Niederrhein Borussen“.

Anfang August 1996 hatten die Fanclubs aus Dringenberg und Warburg als gemeinsames Team Bronze bei der offiziellen deutschen Fanclubmeisterschaft in Hamburg geholt. Und am 13. Juni 1997 wurde Dringenberg in Berlin DFB-Pokalsieger für Fanclubmannschaften. Im Endspiel gegen die Anhänger von Energie Cottbus stand es nach regulärer Spielzeit unentschieden. Im fälligen Neunmeterschießen schoss Berty Rüther den entscheidenden Treffer zum Dringenberger Sieg. „Danach wurde gemeinsam mit den anderen 35 Erst- und Zweitliga-Vertretern gefeiert“, beschreibt er in seiner stets sachlichen Art.

In seinem Heimatverein, dem SV Dringenberg, hat der Allrounder von der C-Jugend bis zu den Alte-Herren in allen Mannschaften gespielt. Dabei wurde er dreimal Kreismeister und schaffte als Spieler mit Dringenberg II den Aufstieg in die B-Liga. Als Trainer war er zwei Jahre im Jugendbereich sowie mehrmals bei der zweiten Mannschaft aktiv. 2002 gelang unter seiner Regie der erstmalige Aufstieg einer SVD-Reserve in die Kreisliga A des damaligen Sportkreises Warburg. „In der nächsten Saison haben wir dann überraschend auch den Klassenerhalt geschafft“, merkt Rüther an.

Von einer herrlichen Zeit spricht er beim Blick auf sein Engagement beim FC Großen­eder/Engar. 2008 lernte der Verwaltungsbeamte den langjährigen Vorsitzenden des Vereins, Herbert Gehrendes, kennen. „Wir wurden sozusagen Arbeitskollegen“, sagt Rüther, der nach dem dritten Spieltag der Saison 2009/2010 das Traineramt beim FC übernahm. „Nachdem Werner Müller das Handtuch geworfen hatte, machte mich Herbert Gehrendes kurzerhand zum Trainer, was ich bis 2011 blieb“, formuliert Rüther.

Mit dem A-Liga-Klassenerhalt wurde in beiden Jahren das Ziel erreicht. „Highlight war sicherlich das Kreispokal-Halbfinale der Saison 2009/2010 gegen den damaligen Landesligisten Warburg 08. Bis kurz vor Schluss haben wir geführt und dann noch unglücklich mit 2:4 verloren“, hat Berty Rüther die Szenen vor Augen, als wäre das Match nicht schon zehn Jahre her. „Intensive private Kontakte mit Großenederern pflege ich bis heute“, spricht er von der verbindenden Kraft des Fußballs.

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