Hip-Hop: eigene Choreographie entworfen Warburger Duo fährt zur WM

Warburg (WB). »Man muss nur auf die Beats hören. Dann klappt das schon«, sagen Magda Biziorek und Sophia Iglinski, schauen sich kurz an und legen los. Wenn die Freundinnen zu lauter Musik tanzen, sieht das ganz einfach und lässig aus. Das harte Training zahlt sich aus. Die beiden Schülerinnen des Marianums haben sich für die Hip-Hop-Europameisterschaften und die Weltmeisterschaften qualifiziert.

Von Sylvia Rasche
Magda Biziorek (links) und Sophia Iglinski (rechts) entwerfen ihre Choreographien selbst. Damit haben sie jetzt die Punktrichter bei den Deutschen Meisterschaften überzeugt und mit Platz vier die Qualifikation für EM und WM geschafft.
Magda Biziorek (links) und Sophia Iglinski (rechts) entwerfen ihre Choreographien selbst. Damit haben sie jetzt die Punktrichter bei den Deutschen Meisterschaften überzeugt und mit Platz vier die Qualifikation für EM und WM geschafft. Foto: Sylvia Rasche

»Damit haben wir gar nicht gerechnet«, sagt Magda Biziorek aus Menne. Ihre Freundin Sophia Iglinski aus Warburg ergänzt. »Wir hätten uns schon über einen Platz im Mittelfeld bei den Deutschen Meisterschaften sehr gefreut.« Doch bei der Premiere der nationalen Titelkämpfe in Saarbrücken passte bei den zwölf und 13 Jahre alten Freundinnen alles zusammen.

Sophia Iglinski und Magda Biziorek sind Dritte der Süddeutschen und Vierte der Deutschen Meisterschaften. Foto: Sylvia Rasche

Sie überzeugten die Punktrichter mit ihrer selbst entworfenen Choreographie und erreichen den starken vierten Platz in der Kategorie Newcomer Duo U14. »Die besten fünf dürfen an der EM und der WM teilnehmen«, berichtet Magda Biziorek. Der Erfolg der beiden ist noch beachtlicher, da sie als einziges Duo ohne Trainer nach Saarbrücken gereist sind.

Die Choreographie haben sie selbst erarbeitet. »Wir haben uns bei You tube Videos angeschaut und verschiedene Elemente für uns neu zusammengestellt«, sagt Magda Biziorek. Ihre eigene Vorstellung nahmen die Mädchen selbst auf, um sie anschließend zu analysieren. »Wir haben dann versucht, die Schritte, die nicht so gut waren, speziell zu verbessern«, erzählt Sophia Iglinski.

Löcherlook an den Knien

Dazu suchten sich die Warburgerinnen, die sich zu Kindergartenzeiten im Ballettunterricht kennen gelernt haben, ein eigenes Outfit aus. Graue Hose mit lässigem Löcherlook an den Knien, weißes Sweatshirt, pinkes Armband, graue Kappe. »Damit treten wir auch bei der EM wieder auf. Zur Weltmeisterschaft lassen wir uns etwas Neues einfallen«, sind sich die beiden Freundinnen einig. Das gilt auch für die Choreographie.

Bis zur EM in zehn Tagen in Kalkar am Niederrhein ist die Zeit zu knapp, um die Elemente noch umzubauen. Daher beschränken sich die Warburgerinnen darauf, die Vorstellung zu perfektionieren. Zur WM wollen sie mit einer neuen Choreographie Ende August in Glasgow auftreten. Dabei bekommen sie auch Unterstützung ihrer Tanzschule. Beide sind Mitglieder der Formation Face der Body & Soul-Tanzschule in Kassel. Trainer Pete Ezedunor hat in der Vorbereitung auf die Herausforderung in Glasgow bereits seine Unterstützung zugesagt.

Improvisieren gehört dazu

Mit dabei sind in Kalkar und Glasgow auch die Familien der beiden Hip-Hop-Tänzerinnen, um sie vor Ort zu unterstützen und anzufeuern. Zu welcher Musik sie dort tanzen, wissen die Mädchen übrigens vorher nicht. Das erfahren sie erst direkt auf der Bühne. »Das ist aber kein Problem. Man hat acht Takte Zeit, bevor man anfängt. Da muss man eben schnell reagieren«, sagen die Gymnasiastinnen.

Für die Dritten der Süddeutschen Meisterschaften und die Vierten der Deutschen Meisterschaften gehört das Improvisieren bei ihren Auftritten mittlerweile dazu. Sie verstehen sich blind, sind bestens aufeinander abgestimmt und geben sich ganz den schnellen Rhythmen hin. Damit wollen sie nun auch bei der Europameisterschaft in Kalkar und der Weltmeisterschaft in Glasgow die Punktrichter überzeugen.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.