Meine Corona-Pause: Vinsebecks Kapitän Julien Fricke, über die Fußballbegeisterung im Ort und den Traum von der Bezirksliga
Wenn der Fußballplatz zum Dorf-Treff wird

Vinsebeck -

„Sonntags ist Fußballtag in Vinsebeck“, sagt Julien Fricke. Der 28-Jährige ist Kapitän des Spitzenreiters der Kreisliga A und freut sich über den hohen Stellenwert, den der TuS im Ort genießt.

Dienstag, 01.12.2020, 19:03 Uhr aktualisiert: 01.12.2020, 19:06 Uhr
Julien Fricke ist seit sechs Jahren Kapitän des TuS Vinsebeck, aktuell führt er mit dem Team die Fußball-Kreisliga A an. Foto: Oliver Temme

 

Dabei habe das nicht in erster Linie etwas mit der aktuellen Erfolgswelle zu tun. „Wir haben immer viele Zuschauer. Der Sportplatz ist bei Heimspielen der Treffpunkt im Dorf“, betont Fricke.

Beim Kooperationspartner SV Bergheim hat der Vinsebecker in der Jugend das Fußball-ABC gelernt, ist dann im Seniorenbereich zum TuS gewechselt und hat dort schon mit 22 Jahren das Kapitänsamt übernommen. Inzwischen gehört der Mittelfeldspieler zu den erfahrenen Akteuren im Team. „Julien ist ein guter Techniker, der - wenn es sein muss - aber auch grätschen kann“, beschreibt Trainer Maik Disse den Leistungsträger.

Fricke macht auch die gute Stimmung im Team für den Erfolg verantwortlich. „Mit dem Kern der Mannschaft spiele ich schon seit der Jugend zusammen. Das Team und mein Freundeskreis sind nahezu identisch. Es macht einfach Spaß, gemeinsam Fußball zu spielen“, erzählt der Vinsebecker.

Mit nur einer Niederlage auf dem Konto steht den TuS zum Lockdown auf Platz eins seiner A-Liga-Gruppe. Aktuell ist allerdings statt Fußball- eher Lauftraining angesagt. „Jeder hält sich in Eigenregie fit. Das sind wir auch aus der Saisonvorbereitung gewohnt. Da laufen wir nie gemeinsam, sondern legen die Grundlagen vorher alleine“, berichtet Julien Fricke. Mitte Januar soll es mit dem Fußballtraining weitergehen, wenn es denn dann wieder erlaubt ist. Und wenn alles gut geht, darf der TuS Vinsebeck weiter von der Bezirksliga träumen. Zuletzt spielte der Verein 2006 bis 2009 überkreislich. „Wenn man sich mit den älteren Spielern, die den Aufstieg und den Klassenerhalt damals mitgemacht haben, unterhält, merkt man schnell, was das für eine große Zeit gewesen sein muss“, erzählt der aktuelle Kapitän. „Natürlich wäre es schön, auch mal dort zu spielen“, meint Julien Fricke, weiß aber auch, wie lang und steinig der Weg dorthin ist. Aus den jeweils vier Erstplatzierten der beiden A-Liga-Gruppen wird nach Hin- und Rückrunde eine Meisterrunde gebildet. Nur der Tabellenführer dieser Meisterrunde steigt am Ende direkt auf, der Tabellenzweite hat noch eine Chance im Entscheidungsspiel. Da wartet noch viel Arbeit.

Wie groß die Fußballbegeisterung in Vinsebeck ist, zeigte sich nicht zuletzt im September beim Pokal-Halbfinale gegen den Bezirksligisten FC Peckelsheim/Eissen/Löwen. Die damals gültigen Corona-Bestimmungen erlaubten 300 Zuschauer für das Spiel. „Als ich eine gute Stunde vor dem Spiel zum Platz fuhr, waren schon 120 Leute da. Das fand ich sehr beeindruckend“, berichtet der IT-Fachmann, der als Marketing-Manager bei Phoenix Contact arbeitet. Schon vor Spielbeginn war die zulässige Gesamtzahl erreicht. Nicht nur die Fußballer fiebern in Vinsebeck dem Re-Start nach dem Lockdown entgegen. Das ganze Dorf freut sich, wenn der Sportplatz sonntags wieder zum Treffpunkt wird.

Kurz gefragt

Lauf - oder Krafttraining: Ich bin eher der Läufer. Allerdings habe ich mir jetzt in der Coronazeit auch einen kleinen Kraftraum mit einer Hantelbank zu Hause eingerichtet und trainiere da regelmäßig.

Bringdienst oder selber kochen: In der Woche koche ich selber, am Wochenende bestellen wir aber auch gerne mal was.

Podcast oder Buch: Früher war es eher das Buch, inzwischen höre ich auch sehr gerne Podcasts. Wenn ich nicht im Homeoffice arbeite, höre ich auf dem Weg zur Arbeit im Moment gerne die Podcasts des Comedian Felix Lobrecht.

Playstation oder Netflix: Da macht es die gute Mischung. Mit meiner Freundin Lisa habe ich zuletzt die Serie Prison Break auf Netflix gesehen.

Spotify oder Radio:Ich höre eher Radio, auch um gut informiert zu sein.

Lieblingsinternetseite:Bild.de Vor allem im Sport gibt es da gute Infos, auch über den Fußball hinaus.

Sportlerbiografie: Ganz klar: Zlatan Ibrahimovic. Die Biografie habe ich gerne gelesen, weil er kein Blatt vor den Mund nimmt.

Corona-Rituale: Da gibt es bei mir eigentlich keins. Ich laufe aber mehr als sonst. Außerdem gehe ich mit meiner Freundin mehr spazieren.

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