Fußball-Landesliga: Nieheims Kapitän Hendrik Müller nach Verletzungspause wieder an Bord
„Den Abstand vergrößern“

Nieheim (WB). Holprig und turbulent ist der FC Nieheim in seine zweite Landesliga-Saison gestartet „Ich hoffe, dass wir den Abstand nach unten jetzt möglichst schnell vergrößern“, sagt Kapitän Hendrik Müller. Ein erster großer Schritt in diese Richtung war der überraschende 4:1-Heimsieg gegen den bis dahin ungeschlagenen Spitzenreiter SC Verl II am Sonntag.

Donnerstag, 22.10.2020, 04:00 Uhr
Nach sechs Wochen Verletzungspause ist Nieheims Kapitän Hendrik Müller (links) wieder an Bord und will mit seinen Teamkollegen nach dem holprigen Saisonstart in stabilere Fahrwasser einbiegen. Foto: Fabian Scholz

„Das Umfeld passt“

„Fußballerisch starke Teams wie Verl liegen uns gut, weil wir mit da mit unserem temporeichen Umschaltspiel für Gefahr sorgen können“, weiß Müller aus Erfahrung. Der 26-Jährige spielt seine dritte Saison in der Weberstadt, ist seit gut einem Jahr Kapitän des FCN und fühlt sich im Verein pudelwohl. „Wir haben eine super Mannschaft, ein tolles Umfeld. Es passt einfach und macht Spaß“, sagt der Verteidiger, der seine Jugend vorwiegend beim SC Paderborn 07 verbracht hat.

Von seinem Heimatverein SV Scherfede/Rimbeck wechselte er noch als D-Jugendlicher in die C-Jugend der Warburger Sportfreunde 08 und zog schon ein Jahr darauf an die Pader weiter. Insgesamt zehn Jahre hat er das Trikot des SCP getragen, hat von der C-Jugend bis zur U23-Oberliga alle Mannschaften durchlaufen – und dort „extrem viel gelernt und viele Erfahrungen gesammelt.“

Zehn Jahre beim SC Paderborn 07

Fünfmal in der Woche stand er mit seinen Teamkollegen jahrelang auf dem Trainingsplatz, dazu kam das Spiel am Wochenende. Was blieb, war ein einziger fußballfreier Tag pro Woche. Ein großer Aufwand: Der Erfolg stellte sich jedoch schnell ein. Zweimal stieg Hendrik Müller mit den Teams des SC Paderborn in die Nachwuchs-Bundesliga auf. „Ich war allerdings beide Male älterer Jahrgang und dann in der Bundesliga nicht mehr mit dabei“, berichtet der Industriekaufmann.

Anfangs habe auch er vom Profifußball geträumt. „Doch da spielen extrem viele Faktoren eine Rolle, die entscheiden, wohin die Reise geht. Wenn man älter wird, muss man ehrlich mit sich selbst sein und erkennen, dass der Schritt zu weit ist“, reflektiert der Rimbecker, der mit seiner Freundin in Paderborn lebt, diese Zeit.

In Lippspringe Nieheimer kennen gelernt

Aus der Oberliga wechselte er zum BV Bad Lippspringe in die Landesliga und lernte in seinen zwei Jahren im Kurwaldstadion die Nieheimer Manuel Trost und Philippe Soethe kennen. „Wir haben uns sofort gut verstanden und sind dicke Freunde geworden“, erzählt Hendrik Müller. Vor knapp drei Jahren zog es das Trio dann gemeinsam zum FCN.

Im ersten Jahr feierte das Team den Aufstieg in die Landesliga, im zweiten Jahr als Neuling mit Platz sechs eine tolle Landesliga-Premiere in der Vereinsgeschichte und noch dazu gleich zwei Kreispokalsiege.

Zu Saisonbeginn ausgebremst

Jetzt im dritten Jahr wurde Hendrik Müller zu Saisonbeginn ausgebremst. Ausgerechnet im letzten Testspiel vor dem Start zog er sich einen Bänderriss im Sprunggelenk zu – und musste zuschauen. „Das war schwer. Nach der langen Pause seit dem Frühjahr war ich froh, dass es endlich wieder losging und dann das“, ärgerte sich Müller. Von der Bank aus musste er zusehen, wie sein Team eine wahre Achterbahnfahrt hinlegte. Es gab zwei deutliche Niederlagen in Serie, dann nach dem frühen Trainerwechsel einen zweistelligen Sieg. Das alles führte dazu, dass der FC aktuell in der Tabellen genau so viele Tore erzielt hat wie er Spitzenreiter, aber mehr Gegentreffer auf dem Konto hat als das Schlusslicht!

Intensiv mit Physio gearbeitet

„Das war schon ungewöhnlich. Es ist auch nicht leicht, wenn man draußen sitzt und eigentlich gar nichts machen kann“, sagt Müller, dem eine solche Situation noch dazu fremd war. „Ich hatte bisher immer Glück, hatte nie eine richtig schwere Verletzung und bin ja auch diesmal recht schnell wieder zurück gewesen“, erzählt der Rimbecker, der intensiv mit dem neuen Nieheimer Fitnesscoach und Physio Vildan Duranovic gearbeitet hat. „Er hat mich direkt nach der Verletzung unter seine Fittiche genommen“, freut sich der Verteidiger, dass er schon jetzt wieder auf dem Platz mit dabei ist und gleich das erste Spiel über 90 Minuten absolvieren konnte.

Daran, dass der starke Auftritt gegen den SC Verl II der Auftakt zu einer stabileren Saisonphase ist, will Hendrik Müller mit seinen Teamkollegen arbeiten. An diesem Sonntag steht in Holsen beim Tabellennachbarn die nächste Aufgabe an – und die ist mindestens so schwer wie das Heimspiel gegen den Spitzenreiter.

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