Pferdesport: Runa Lechtenberg liebt den Reitsport in vielen Facetten
Mehr als nur eine Pferdestärke

Born (WB). „Es ist wunderschön hier“, sagt Runa Lechtenberg und deutet auf die Koppel hinter dem Stall. In der Ferne erhebt sich der Köterberg. Es dauert nicht lange, da schreiten Raban, Phelina und Dantino gemächlich und neugierig zugleich heran. Runa Lechtenberg, die aus der Pferdestadt Aachen stammt, hat mit ihrem Mann Frank in Born eine neue Heimat gefunden.

Mittwoch, 04.11.2020, 04:00 Uhr
Viel Platz haben Raban, Phelina und Dantino im neuen Zuhause in Born. Runa Lechtenberg und ihr Ehemann Frank leben seit August im Kreis Höxter. Foto: Sylvia Rasche

Trainerin und Richterin

Seit August lebt das Paar mit den Tieren in der 85-Seelen-Gemeinde kurz vor der Kreisgrenze zu Lippe. In ein paar Tagen ist die kleine Familie zu dritt. Das erwartete erste Töchterchen ist auch der Grund, warum Runa Lechtenberg sich in ihrem neuen Umfeld noch keinem Reitverein angeschlossen hat. „Das werde ich aber sicher bald tun“, sagt die 36-Jährige, in deren Leben Pferde immer schon eine Rolle gespielt haben. Heute ist sie Trainerin A Leistungssport FN mit der Lizenz des DOSB und nationale Richterin.

Mit „Bommel“ auf der Fuchsjagd

Als Kleinkind hatte Runa Lechtenberg ersten Kontakt zu Pferden in einer Hippotherapie. Mit sechs begann sie zu voltigieren und zu reiten. Mit neun bekam sie ihr erstes Pony. „Ich bin sehr gerne ausgeritten, habe mit meinem „Bommel” an Fuchsjagden teilgenommen, aber auch Unterricht bekommen“, erzählt die werdende Mutter, die im Dreiländereck Deutschland, Niederlande, Belgien aufgewachsen ist und dort tatsächlich auch in allen drei Ländern gelebt hat und dort auch geritten ist.

Bis Klasse S platziert

Die Voltigier-Zeit endete schnell, im Springreiten und in der Dressur fand Runa Lechtenberg aber ihre Leidenschaft – und letztlich sogar ihren Beruf. In der Dressur holte sie Platzierungen in der schweren Klasse (S-Dressur), im Springen trainierte sie auf M-Niveau. Nachdem sie während ihrer Studienzeit an der RWTH Aachen (Germanistik, Anglistik, Niederländisch) die Studentenreiter unterrichtet hatte, arbeitete sie später als selbstständige Reitlehrerin. Vor dem Umzug nach Born lebte Runa Lechtenberg mit ihrem Mann zehn Jahre in Oerlinghausen und engagierte sich als Jugendwartin im Vorstand des ZRUFV Schloß Holte.

Durch Zufall in Born gelandet

Der Zufall führte das Paar nun in den Kreis Höxter. „Wir haben lange nach einem Hof gesucht und sind schließlich in Born fündig geworden“, sagt die 36-Jährige. Die ehemalige Scheune des Bauernhauses bietet als Stall genug Platz für drei große Boxen, die Wiese dahinter viel Auslauf für die Vierbeiner. Aktuell kann Runa Lechtenberg ihre Pferde nur versorgen, im kommenden Jahr will sie auch wieder aktiv reiten. „Ich habe im fünften Monat aufgehört. Bis dahin ging es ganz gut“, erzählt sie. Ehemann Frank unterstützt sie in der täglichen Arbeit mit den Tieren. „Ich bin dann doch nicht mehr so beweglich und es fällt mit zunehmend schwerer“, sagt Runa Lechtenberg.

Beim CHIO geholfen

Zurück nach Aachen führt die 36-Jährige, die im Internat Solling in Holzminden als Reitlehrerin arbeit, sich aktuell aber im Mutterschutz befindet, das jährliche Weltfest des Pferdesports, das CHIO. „Wir sind jedes Jahr mit der Familie als Zuschauer dabei.“ Als Jugendliche durfte sie dort übrigens selbst mit anpacken - als Helferin der Parcoursbauer. „Das war zwar harte Arbeit, weil die Stangen ja auch einiges wiegen und man den ganzen Tag gut zu tun hat. Es war aber auch jedes Mal ein ganz besonderes Erlebnis, weil man ganz nah am Geschehen war“, blickt sie zurück.

Heute sitzt die Trägerin des Reitabzeichens Silber mit Lorbeer unter den Zuschauern, schlendert über das Gelände, trifft Bekannte und saugt die Aachener Atmosphäre auf – zumindest dann, wenn das größte Reitturnier der Welt nicht wegen Corona wie 2020 in abgespeckter Form und ohne Publikum über die Bühne gehen muss.

Lange Tage als Richterin

Die Corona-Pandemie hat Runa Lechtenberg übrigens auch in einem anderen Bereich ihrer Pferde-Leidenschaft einen Strich durch die Rechnung gemacht. Auf 17 Turnieren sollte sie dieses Jahr als Richterin zum Einsatz kommen. „16 dieser Turniere sind ausgefallen“, sagt die Neu-Bornerin. Sie liebt die Arbeit als Richterin in der Dressur und im Springen, auch wenn die Tage gerade für die Richtergruppe oft lang sind und schon deutlich vor der ersten Prüfung am Morgen beginnen.

Mit Blick nach vorne möchte sie sich hier noch weiter qualifizieren. „Wenn ich träumen darf, wäre es mal ein internationaler Einsatz. Aber das ist ein sehr, sehr langer Weg.“ Mit gerade 36 Jahren gehört Runa Lechtenberg im Richterwesen allerdings zu den jüngeren ihrer Zunft und hat somit noch viel Zeit, sich diesen Traum vielleicht irgendwann zu verwirklichen.

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