Fußball-Zusammenschluss der Nachbarn
SV Kollerbeck und TSV Rischenau bilden SG

Kollerbeck  (WB). Das ist der Paukenschlag in den Fußballkreisen Höxter und Detmold: Die beiden A-Ligisten SV Kollerbeck (A-Liga Höxter) und TSV Rischenau (A-Liga Detmold) werden in der kommenden Saison eine Spielgemeinschaft bilden und in der A-Liga Höxter auf Punkt und Torjagd gehen.

Sonntag, 02.06.2019, 22:06 Uhr aktualisiert: 02.06.2019, 22:08 Uhr
Die Spieler des SV Kollerbeck sollen auch in Zukunft jubeln. Die Grün-Weißen bilden in der kommenden Saison mit dem TSV Rischenau eine Spielgemeinschaft in der Höxteraner Fußball-A-Liga. Foto: Jürgen Drüke

Immer ein guter Draht

»Wir haben zu unserem Nachbarn immer schon einen Draht und eine gute Verbindung gehabt. Jetzt gehen wir die Fußball-Ehe voller Überzeugung ein«, hob SVK-Vorsitzender Bernward Brisgies hervor. Aufgrund personeller Probleme hüben wie drüben sei es ein logischer und richtungsweisender Schritt. Die demografische Entwicklung, immer mehr Spieler die in der Woche aufgrund ihres Studiums nicht trainieren können sowie zudem eine Verbesserung der Qualität seien drei wichtige Gründe für den Zusammenschluss zu einer Spielgemeinschaft (SG). Beim SV Kollerbeck, der 1954 gegründet wurde, und beim TSV Rischenau (Gründungsjahr 1910) wollten sie in der kommenden Spielzeit nicht weiter von der Hand im Mund leben.

Heimspiele auf zwei Plätzen

In der kommenden Spielzeit werden die Heimspiele zu gleichen Teilen in Kollerbeck und in Rischenau ausgetragen. »Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit«,betonte Brisgies. Die Kollerbecker würden nach Rischenau bereits zur Apotheke, zur Tankstelle und zum Einkaufen fahren. Es würde einfach passen. Rechtlich sei die Zusammenarbeit zwischen den Vereinen aus den Fußballkreisen Höxter und Detmold abgesichert. »Die beiden Kreisvorsitzenden Hermann-Josef Koch auf Höxteraner Seite und Gottfried Dennebier auf Lipper Seite waren sofort kooperativ und haben sehr flexibel auf die Situation reagiert«, bedankte sich Brisgies.

Bereits SG mit Niese

Mit dem SV Niese bilden die Kollerbecker bereits eine Spielgemeinschaft für die zweite Mannschaft, die in der zweiten C-Ligagruppe des Kreises Höxter den vorletzten Platz belegt. »Die ­Rischenauer stellen zwar aktuell keine zweite Mannschaft, doch sie haben einige junge Spieler, die wieder anfangen wollen. Wir werden auf jeden Fall ein Team, vielleicht sogar zwei Teams für die C-Ligen stellen. Die zweite beziehungsweise dritte Garnitur würde(n) in den C-Ligen des Kreises Detmold spielen.

Erst seit anderthalb Wochen laufen die Gespräche zwischen SVK und TSV zwecks Zusammenschluss. »Nun haben wir es beschlossen. Wir mussten für die SG den Stichtag 31. Mai einhalten«, so Brisgies. Beim SVK seien sie nach wie vor nach allen Seiten offen. »Zu Gesprächen mit Vereinen aus der Großgemeinde Marienmünster, die sich in Zukunft der SG anschließen wollen, sind wir immer bereit. Wer in der kommenden Saison die SG Kollerbeck/Rischenau trainiert, sei offen: Andreas Niemann ist aktuell Coach des SV Kollerbeck und Andreas Neugebauer des TSV Rischenau.

Ein Kommentar von Jürgen Drüke

Sitzt, passt, wackelt und hat noch Luft nach oben. Der SV Kollerbeck und der TSV Rischenau sind sich einig: In der kommenden Saison werden sie gemeinsame Sache machen. Die Einzelheiten der Fußball-Ehe werden in den kommenden Wochen noch ausgehandelt: Wer wird die erste Mannschaft trainieren? Werden sie zwei oder sogar drei Seniorenteams ins Rennen schicken?

Der Zusammenschluss zwischen den beiden Traditionsvereinen ist etwas Besonderes und sogar Historisches, denn zwei Vereine aus zwei Fußballkreisen gehen eine Fußballehe ein. Die gute Nachbarschaft zwischen Kollerbeck und Rischenau macht es möglich. Kollerbeck liegt an der unmittelbaren Grenze zu Lippe. Das Köterbergdorf hat sich diesen Vorteil notgedrungen zunutze gemacht, denn bevorzugt hatten sie eine Spielgemeinschaft mit der SG Altenbergen/Vörden. Die Nachbarn aus der Großgemeinde Marienmünster wollten allerdings (noch) nicht. Die Grün-Weißen des SV Kollerbeck wollen nun wiederum mehr. Eine Vergrößerung der Spielgemeinschaft ist das Ziel des SVK-Vorstands.

Aus der Not haben sie eine Tugend gemacht. Damit in Zukunft unterm Köterberg auch noch ansprechender und guter Fußball gespielt wird und sie konkurrenzfähig bleiben, sind sie den logischen Schritt gegangen.

Ein Verein aus dem Kreis Höxter und ein Verein aus dem Kreis Lippe gehen zusammen. Spielgemeinschaften und Fusionen werden demnächst Konjunktur haben. Wer keinen Partner finden will, wird auf der Strecke bleiben. Beim SVK und TSV haben sie das erkannt.

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