Bundesvierkampf: Bökendorfer verteidigt mit Westfalen die Goldmedaille
Johann Vogt ist Deutscher Meister

Bökendorf (WB). Johann Vogt (Reiterverein Nethegau Brakel) verteidigt mit dem Team Westfalen die Goldmedaille bei den Deutschen Meisterschaften der Vierkämpfer. Beim Bundesvierkampf in Appelhülsen gewann der Bökendorfer mit Westfalen II vor Westfalen I und der Auswahl aus dem Rheinland.

Donnerstag, 08.10.2020, 09:12 Uhr aktualisiert: 08.10.2020, 09:16 Uhr
Mit Goldmedaille und Meisterschärpe: Johann Vogt (oben rechts) steht mit der Westfalenauswahl auf dem Siegerpodest. Foto: Brigitte Hein

Im vergangenen Jahr holte Vogt mit der Westfalenauswahl die Goldmedaille beim U18-Bundesvierkampf in Berlin. Jetzt freut sich der 15-Jährige sehr über die Titelverteidigung. „Das war erneut ein tolles Erlebnis und ein großer Erfolg, mit der Mannschaft zu den besten Vierkämpfern Deutschlands zu zählen”, sagt er.

Mit dem Team des Kreisreiterverbandes Höxter-Warburg nahm Vogt im Februar dieses Jahres am westfälischen Vierkampfchampionat in Warendorf teil und wurde anschließend erneut für die Westfalenauswahl nominiert. Der Bundesvierkampf sollte eigentlich bereits im April in Appelhülsen stattfinden, wurde aufgrund der Corona-Pandemie aber auf Oktober verschoben. Nach den Disziplinen Laufen, Dressurreiten, Schwimmen und Springreiten lag das Team Westfalen II mit 17.350 Gesamtpunkten vor Westfalen I mit 17.173 Punkten und dem Rheinland (16.911). Neben Johann Vogt vom RV Nethegau ritten Sina Brügger (Ascheberg), Johanna Henrichs (Schloß-Holte) und Amelie Tönnissen (Lüdinghausen) für Westfalen II. Zwölf Mannschaften nahmen insgesamt teil.

Nach einigen Vorbereitungslehrgängen ging es für die jungen Vierkämpfer in Appelhülsen mit Vogts Paradedisziplin, dem 3000- Meter-Crosslauf, los. In 11:26 Sekunden erreichte er die viertschnellste Zeit von 48 Teilnehmern. Aufgrund des strengen Altersquotienten schaffte er nicht ganz die volle Punktzahl. „Ich bin schon schnellere Zeiten gelaufen. Aber nach dem Laufen lagen wir bereits in Führung und haben diese nicht mehr aus der Hand gegeben”, berichtet der Bökendorfer.

Die Mannschaften durften für die Reitdisziplinen jeweils zwei eigene Pferde mitbringen. Zwei Reitern aus jeder Mannschaft wurden für Dressur und Springen somit jeweils zwei fremde Pferde aus anderen Landesverbänden zugelost. Da Johann Vogts Springpferd „Fantasie“ verletzt war, wählte ihn Landestrainer Klemens Nachtigall bereits im Vorfeld als Fremdreiter für Westfalen aus. „Ich musste die A-Dressur und das A-Stilspringen auf fremden Pferden reiten und hatte vor der Prüfung nur wenige Minuten Zeit, mich auf sie einzustellen. Uns wurden die Pferde aus Sachsen-Anhalt zugelost“, berichtet das Nachwuchstalent. In der Dressur erreichte Johann Vogt auf fremdem Pferd die Wertnote 7,4.

Eine persönliche Bestzeit schaffte der junge Sportler im 50-Meter-Freistilschwimmen in 31,4 Sekunden. Das war zudem die zweitschnellste Zeit aller Teilnehmer. „Aufgrund des Corona-Lockdowns war ja lange Zeit kein Schwimmtraining möglich. Erst als das Brakeler Hallenbad wieder geöffnet hat, habe ich wieder zusammen mit der Brakeler DLRG trainiert“, stellt Johann Vogt heraus. Die Abschlussdisziplin des Bundesvierkampfes war das A-Stilspringen. „Das Springpferd, das mir zugelost wurde, hat mir leider nicht so gelegen. Zudem hatte ich vor meinem Start nur sechs andere Ritte Zeit, mich auf das fremde Pferd einzustellen und durfte insgesamt vier Vorbereitungssprünge absolvieren. Im Parcours hatte ich dann zwei Fehler, aber immerhin noch eine Grundnote von 7,4“, berichtet Johann Vogt. Westfalen II holte den verdienten Sieg. Für Vogt und seine Teamkolleginnen gab es die Goldmedaille und die begehrten Siegerschleifen.

Der Bökendorfer wird noch in diesem Jahr 16 Jahre alt. Theoretisch könnte er bis zum 18. Lebensjahr beim Vierkampf mitmachen. „Das war aber höchstwahrscheinlich mein letzter Einsatz beim Vierkampf, da es aufgrund des Altersquotienten immer schwieriger wird. Im nächsten Jahr würden mir, egal welche Ergebnisse ich erreiche, immer fünfzig Punkte aufgrund des Altersquotienten abgezogen werden“, erklärt Johann Vogt.

Voller Stolz auf die erreichten Leistungen will der junge Sportler, der zum Gymnasium Brede Brakel geht und täglich mit den heimischen Pferden im Sattel sitzt, in der Zukunft im Springreiten durchstarten.

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