Maximilian Müller hofft, Ende Oktober wieder für Brakel II auflaufen zu können
Kapitän und Motivator

Brakel (WB). Maximilian Müller steht mit einer Leistenzerrung an der Außenlinie. Er kann der Spvg Brakel II in der Fußball-Bezirksliga aktuell nicht auf dem Platz helfen. Der 21-Jährige motivierte die Mannschaft im Heimspiel gegen den SV Dringenberg immer wieder. Das Spiel beobachten, Situationen erkennen und Hinweise geben – das beherrscht er. Denn Müller ist viel mehr als nur ein Spieler des Klubs von der Nethe.

Samstag, 03.10.2020, 03:30 Uhr
Brakels Spielführer Maximilian Müller hat den Ball erobert und sucht eine Anspielstation. Foto: Rene Wenzel

Kapitän der zweiten Mannschaft, Trainer der D-Junioren und als Aushilfe bei der Reserve der C-Junioren gefragt – Müller kennt gerade an den Wochenenden kaum etwas anderes als Fußball. Unter der Woche dreht sich nicht ganz so viel um die runde Kugel. Das duale Studium bei einer großen Krankenkasse fordert viel Zeit. Mal lebt er in Bielefeld, mal in Gütersloh und im kommenden Jahr für fünf Monate in Dortmund. Der Aufwand ist groß und verhindert einen regelmäßigen Trainingsbetrieb. „Mehr als die Einheit am Freitag ist nicht drin. Ich gehe dann noch ein, zwei Mal pro Woche laufen“, sagt Müller.

Aufgrund der beruflichen Situation hat sich der Verteidiger auch im vergangenen Frühjahr für einen Verbleib in Brakel entschieden. Nicht wie fast der komplette Rest der Mannschaft. „Manche sind trotz Zusage gegangen. Ich stand zu meinem Wort und ziehe es auch durch“, betont Müller.

Er musste mit ansehen, wie das Team der Vorsaison innerhalb von ein paar Wochen auseinandergebrochen ist. „Gerade nach der Winterpause kurz vor Corona hat es richtig Bock gemacht“, betont der Spielführer der Brakeler Reserve, der den Aufwand der Verantwortlichen in der kurzen Zeit vor der Abmeldefrist am 30. Juni schätzt: „Es war sehr schwierig, Spieler zu begeistern.“

Müller blieb und stieg mit der fast komplett neuen Mannschaft in die Vorbereitung ein. Immerhin ist mit Norbert Dölitzsch der Trainer geblieben. Zudem ist Keeper Daniel van Gorp weiter mit an Bord. Der Rest ist bekanntlich fast komplett neu. Einige Spieler sind aus der dritten Mannschaft gekommen, andere aus den unterklassigen Ligen des Kreises. Von der Qualität her ist das Team mit dem aus dem Vorjahr nicht zu vergleichen. „Es ist eine junge, lernwillige Mannschaft. Wir geben jede Woche unser Bestes und schauen, was möglich ist. Am Ende hängt es nicht nur von uns ab, ob wir den Klassenerhalt schaffen“, sagt Maximilian Müller. Überraschungen müssen her, zudem darf die Konkurrenz nicht schon bis zur Winterpause wegziehen. Aktuell stehen null Punkte auf dem Konto, der Abstand zum rettenden zwölften Platz liegt bei vier Zählern.

Die ganzen verletzen Spieler machen die Lage nicht einfacher. Erhoffte Verstärkung aus der Landesliga-Truppe bleibt aktuell aus, da dieser ebenfalls verletzte Akteure fehlen. Spieler aus der Dritten oder Altherren müssen den Reserve-Kader aktuell unterstützen. Müller kann vorerst nicht dafür sorgen, dass die Kaderstärke zunimmt. Nach einem operativen Eingriff muss er wohl noch mindestens zwei Wochen pausieren. In drei, vier Wochen hofft er auf seine Rückkehr auf das Feld. Und so bleibt dem Kapitän nur der Platz an der Seitenlinie, den er sonst im Jugendbereich einnimmt.

Der 21-Jährige trainiert zusammen mit Jörg Härtlein die D-Junioren der Spvg Brakel. Zudem hilft er in der C-Junioren-Reserve aus. Dafür können an einem Samstag schnell etwa fünf Stunden draufgehen. Aber Müller trainiert den Nachwuchs aus voller Leidenschaft. „Ich muss mal gucken, ob ich es so auch in der nächsten Saison weitermachen kann. Das Berufliche geht ganz klar vor. Und ich weiß aktuell noch nicht, wo ich eingesetzt werde“, sagt er.

Vom Job hängt viel ab. Die sportliche Zukunft in Brakel ist unklar. Doch Müller springt ganz sicher in den nächsten Monaten nicht ab. Und wenn er nicht als Spieler auflaufen kann, steht er der Bezirksliga-Mannschaft als Motivator zur Verfügung. „Was uns Sonntag beim TBV Lemgo erwartet, kann ich nur schwer einschätzen. Es wird auf jeden Fall eine interessante Partie. Lemgo ist der klare Favorit mit einem super Kader. Wir werden wieder unser Bestes geben – ich am Seitenrand“, sagt er und lächelt.

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