Beim Sommerturnier des RV Diemeltal starten Aktive erstmals wieder vor Zuschauern
„Es ist ein schönes Gefühl“

Germete (WB). „Es war sehr gut. Ich bin sehr zufrieden“, sagt Markus Engelhard. Mit der 12-jährigen Stute „Cheer“ ist der Altenautaler beim Sommerreitturnier des RV St. Georg Diemeltal in der samstäglichen Springprüfung Klasse M* zum Sieg geritten. Bei null Fehlerpunkten und 60.23 Sekunden gewann er hauchdünn, denn der zweitplatzierte Marc Riechers (RFV Borken) ritt in 60.24 Sekunden ins Ziel. Ein Wimpernschlag.

Montag, 07.09.2020, 03:30 Uhr aktualisiert: 07.09.2020, 13:00 Uhr
Anncatrin Redder hat auf „Hogwart’s High Point“ in der Springprüfung Klasse M* schon den nächsten Sprung im Blick. Foto: Günter Sarrazin

Mit Platz drei auf „Chester“, unterstrich Engelhard, der drei Pferde in der Prüfung sattelte, seine gute Form. „Mit Cheer bin ich Risiko gegangen und auf Sieg geritten. Mit Chester wusste ich, dass ich nicht an die 60er-Zeit herankomme“, erklärte der Germeter Stammgast, der sich wohl fühlt beim Turnier des RV Diemeltal.

Bester Akteur aus dem Kreis Höxter in dem Ein-Stern-M-Springen um den Preis der Sparkasse Höxter-Warburg war Hubertus Spieker vom RV Nethegau Brakel auf „Alaska“. Mit dem lebhaften Schimmel übernahm der 51-jährige Routinier zwischenzeitlich ohne Fehlerpunkte in 68,57 Sekunden die Führung. Am Ende war er mit Rang fünf zufrieden. Der elfjährige Westfale „Alaska“ könne noch mehr. „Er zeigt es aber nicht immer“, sagte Spieker mit einem Lächeln, dass der Wallach stets eine Überraschung parat habe.

Mit null Fehlerpunkten und der Zeit von 69,34 Sekunden landete Anncatrin Redder (RSG Eggeland Alhausen) auf dem selbst gezogenen, siebenjährigen Wallach „Hogwart`s High Point“ auf Gesamtrang sechs. Auch mit „Lausemädchen“ sah es lange Zeit gut aus, dann wollte die Sture jedoch nicht über den vorletzten Sprung des 450 Meter langen Parcours. „Sie hat gescheut“, erklärte Redder später ganz entspannt.

Hinter Hubertus Spieker sammelte die 24-Jährige als Zweite dieser internen Wertung für die Reiter aus dem Kreisreiterverband Höxter-Warburg Punkte in der Sparkassen-Cup-Quali. Germete war dabei nach Alhausen und Brakel die dritte Station. Sonst waren es mindestens sechs Qualis. Weitere heimische Reiterinnen wie Helena Leifert, Katharina Leifert, Simone Näser und Julia Scherf (alle RV Diemeltal) oder Alina Härtel (RSG Eggeland Alhausen) hatten Pech mit Fehlern. „Eine Stange fällt auch schnell“, hatte Scherf schon zuvor nach der Punktespringprüfung Klasse L erklärt.

Wer trumpfte auf?

Anncatrin Redder gehört wie Markus Engelhard und Dressurreiterin Marion Wiebusch (RFV Massener Heide) zu den Gesichtern des Turnieres. Redder siegte am ersten Tag mit „Flechtmerhof’s Pippa“ in der Springpferde A* und Springpferde A** sowie mit „Copacabana“ in der Springpferde L. Engelhard feierte in der Springpferde M* des ersten Tages mit Platz eins und zwei einen Doppelsieg. Sonntagabend holte er den Sieg im S*-Springen mit Stechen (Bericht folgt). Wiebusch gewann am Samstag in der Dressurprüfung Klasse M** auf „Damon’s Donnerwetter“ und in der S*-Dressur auf „Renoir Marte’n“. „Es ist mein erstes Turnier dieses Jahres mit Siegerehrung und Zuschauern“, freute sie sich.

Sonst habe er locker 25 Turniere im Jahr. Jetzt sei es coronabedingt erst sein fünftes, sagte Hubertus Spieker, der nach eigenen Worten von klein auf beim Germeter Turnier dabei ist. „Es ist eine gute Atmosphäre hier, ein schöner Platz“, lobte der Brakeler. Tochter Romy, die als Pflegerin mithalf, freute sich mit ihrem Vater. Sie war eine Woche zuvor beim Voltigiertag des RV Diemeltal für den RV Nethegau Brakel gestartet.

Was war anders?

Erstmals nach dem bundesweiten Corona-Lockdown Mitte März wurden im Kreis Höxter bei einem Reitturnier wieder Zuschauer zugelassen. 300 zeitgleich hätten auf die weitläufige Anlage in Germete gedurft. Beim Einlass mussten die Besucher ihre Kontaktdaten eintragen, um mögliche Infektionsketten nachverfolgen zu können. Für den Gastgeber bedeutete das einen erheblichen Mehraufwand. „Samstag waren ab 6.30 Uhr Helfer an den beiden Einlassstellen im Einsatz. Nach zwei Stunden war Wechsel. So waren es am Wochenende allein hier über 20 Helfer“, rechnete eine Diemeltalerin vor.

Auf ein Showprogramm wurde verzichtet. Daher hatte der Vorstand in der Ankündigung vom Sommerturnier geschrieben. Nicht von Reitsport und Show. Zwei kleinere Zuschauerzelte wurden aufgebaut. In den Vorjahren gab es immer ein großes Festzelt. Statt der Pommes- und Würstchenbude des Vereins wurden Speisen aus einem Foodtruck verkauft. Davor waren auf dem Boden Abstandslinien angebracht worden. Um genug Abstand zu halten, hatten die Parcourschefs ihre PC-Arbeitsplätze nicht auf dem Richterwagen, sondern im Anbau des Stalles. Kontaktloser verlief die Vergabe der Starterlisten (mehr online).

Dass sie wieder vor Zuschauern starten durften, freute die Aktiven. „Es ist ein schönes Gefühl. Es macht viel mehr Spaß“, sagte zum Beispiel Anncatrin Redder.

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