FLVW zieht ein flexibles Konzept in Erwägung
Mehr als 100 Zuschauer sind das Ziel

Kreis Höxter  (WB). Es geht um die Zuschauerzahlen und um ein Konzept: Der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen unternimmt große Anstrengungen, dass bei den Meisterschaftsspielen in den Amateurligen in Zeiten von Corona mehr als 100 Zuschauer dabei sein dürfen. Vorgeschlagen wird ein flexibles Konzept.

Donnerstag, 09.07.2020, 01:10 Uhr aktualisiert: 09.07.2020, 05:02 Uhr
Dicht an dicht: Besondere Spiele ziehen die Fußball-Fans, so wie hier das Kreispokalfinale 2017 zwischen der Spvg Brakel und dem SV Dringenberg, immer noch an. Das sind die Ausnahmen von der Regel. In den heimischen Kreisligen nimmt die Resonanz bei den Meisterschaftsspielen in den vergangenen Jahren rapide ab. Foto: Jürgen Drüke

Der Zeitpunkt des Starts ist bei den Seniorenkickern allerdings noch nicht festgelegt. „Wir führen aktuell im Sinne der Vereine Gespräche und verhandeln“, führte FLVW-Vizepräsident Manfred Schnieders aus. Beginnen soll die Spielzeit spätestens Mitte September. Vorausgesetzt die Corona-Zahlen und Richtwerte würden stabil bleiben. „Wir arbeiten mit Hochdruck an den Planungen für 2020/21“, so Schnieders.  

Vereine stärken

Die maximal 100 Zuschauer sind der Punkt des Anstoßes. Die in der Coronaschutzverordnung vorgesehene Maximalkapazität der Zuschauerzahlen steht im Brennpunkt. Erst wenn diese Zahl endgültig geklärt sei, solle der Starttermin bekanntgegeben werden. Es geschehe alles im Interesse der Vereine. „Sicherlich sind für die meisten Spiele auf Kreisebene selbst in normalen Zeiten 100 Zuschauer gut. Insofern begrüßen wir, dass die Landesregierung das ermöglicht hat. Bei Derbys oder Partien in den höheren Spielklassen können 100 Personen wiederum ganz schön wenig sein“, weiß der Vizepräsident.

Vorschlag gemacht

Beim Fußball- und Leichtathletikverband haben sie einen Vorschlag ausgearbeitet, der nun in der Diskussion steht und erörtert wird: Ein prozentualer Zuschaueranteil gemessen an der Platzkapazität soll demnach der Kompromiss sein. „In vielen Stadien und Platzanlagen sind sicher mehr Zuschauer unter Wahrung der Abstandsregel problemlos möglich“, argumentiert Schnieders.

Finanzielle Einbußen hätten die Vereine aufgrund der Unterbrechung und dem späteren Abbruch der Spielzeit aufgrund der Corona-Pandemie hinnehmen müssen. Dabei sei der Lockdown absolut richtig gewesen und hätte die Ausbreitung des Virus verhindert. Erst deshalb sei es nun überhaupt wieder möglich, dass trainiert und sogar wieder gespielt werden kann. Die Hygienevorschriften und Abstandsregeln würden absolut weiter an erster Stelle stehen.

Gespräche laufen

Der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen werde für das flexible Zuschauerkonzept kämpfen. Aus diesem Grund würden aktuell zahlreiche Gespräche mit den Mitarbeitern in den zuständigen Behörden des Landes NRW geführt. Dabei sei es das Ziel des FLVW, im westfälischen Amateurfußball bereits beim Start in der ersten Septemberhälfte mit einem flexiblen Zuschauerkonzept zu agieren. „Ob der Start bereits am ersten Wochenende am 5. und 6. September oder am zweiten Wochenende am 11. und 12. September erfolgen wird, ist noch offen. Gründlichkeit stehe vor Schnelligkeit.

In den nächsten Wochen würden die weiteren Planungen konkretisiert. Manfred Schnieders als Vizepräsident der Amateurfußballer und der Verbands-Fußball-Ausschuss (VFA) mit dem Vorsitzenden Reinhold Spohn würden sich im Sinne der Vereine einsetzen und den Starttermin entsprechend festlegen. „Mit dem feststehenden Datum des Starts werden wir die Liga- und Staffeleinteilungen vornehmen“, so der Vizepräsident den. Schnieders geht von Entscheidungen Ende Juli Anfang August aus. Danach würden von den Staffelleitern die Spielpläne erstellt. Anfang oder mitte September soll gestartet werden.

Ein Kommentar von Jürgen Drüke

Auch der Fußball scheint nun infiziert: Mehr als 100 Zuschauer werden bei den Meisterschaftsspielen vom FLVW angestrebt. Die Lockerungen in Deutschland haben in Zeiten von Corona inzwischen Konjunktur: „Darf es noch etwas mehr sein?“ Das ist das Motto im Überbietungs-Wettbewerb der Bundesländer. Der Amateurfußball in Westfalen will dabei mitspielen.

Die Einbußen im Amateurbereich, in den Kreisligen wird seit der Winterpause im Dezember 2019 nicht mehr gespielt, sind nicht zu unterschätzen. Jetzt geht es bei den Kleinen um Solidarität und Geld. Finanzielle Verluste werden kaum noch auszugleichen sein. Zahlreiche Vereine waren selbst zu normalen und besten Zeiten froh, wenn sie bei den Spielen ihrer ersten Mannschaft überhaupt 100 Zuschauer begrüßen konnten. Bei Highlights wie Pokalfinals sieht das anders aus. Endspiele werden allerdings erst am Ende einer Saison ausgetragen. Für Nachbesserungen ist noch genügend Zeit.

Heruntergebrochen auf die Kreisligen im Fußballkreis machen 100 Fans oder eventuell mehr kaum einen Unterschied. Ein flexibles Zuschauerkonzept ist überzogen und bedeutet nicht mehr als Aktionismus.

Stattdessen sollten alle Verantwortlichen hoffen, dass der Start tatsächlich im September erfolgen kann. In Zeiten von Corona könnten 100 Zuschauer bereits zu viel sein.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7486384?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2447933%2F2198415%2F2514657%2F
Auf Bürger kommen massive Einschränkungen im Alltag zu
Der Bund will nur noch die Lieferung und Abholung von Speisen für den Verzehr zu Hause erlauben.
Nachrichten-Ticker