Trainerfragen in der B-Liga- Nord geklärt: Thorsten Lammert geht ins elfte Jahr
Vereine setzen auf Kontinuität

Kreis Höxter  (WB). Die Corona-Pandemie hat den Fußball weiterhin im Griff. Noch herrscht mehr Stillstand als Bewegung. Trotzdem planen die Vereins-Verantwortlichen. Im September soll es, offiziell ist das noch nicht, wieder loslegen. Unter Einhaltung der Hygienevorschriften darf wieder trainiert werden. Testspiele sind auch wieder möglich. Wir haben uns in der B-Liga Nord umgehört. Welche Trainer bleiben? Welche kommen? Wie planen die drei Aufsteiger SV Nieheim/West, TuS Hembsen II und der SV Steinheim?

Dienstag, 07.07.2020, 01:30 Uhr aktualisiert: 07.07.2020, 05:02 Uhr
Aufmerksam in leichter Seitenlage: Trainerfuchs Rudi Hake trainiert in der nächsten Saison mit Matthias Braun die neue Spielgemeinschaft Amelunxen/Ottbergen.

SG Bellersen/Aa-Nethetal/Bökendorf: Der ehemalige DDR-Nationalspieler und Ex-Profi Heiko Bonan will mit der Spielgemeinschaft den nächsten Schritt machen. Bonan, der in Bökendorf wohnt und in heimischen Breiten bereits den TuS Bad Driburg und den FC BW Weser trainiert hat, weiß um ein talentiertes Team: „Zahlreiche junge Spieler rücken aus der A-Jugend nach. Wir wollen uns in der B-Liga Nord oben etablieren.“

Duo in Alhausen

SV Alhausen/Pömbsen/Reelsen: Das Duo Semir Hajdarevic und Benedikt Böger wird auf Erfolgscoach Jürgen Streitbürger folgen. Beide wollen an die erfolgreiche Arbeit anknüpfen. In der aufgrund von Corona abgebrochenen Spielzeit belegten die Fusionierten in der Abschlusstabelle den beachtlichen vierten Rang. Streitbürger rückt in die Position des Teammanagers. „Benedikt Böger ist ein toller Typ und sehr führungsstark. Semir Haydarevic hat seine Qualitäten als Fußballer hinlänglich unter Beweis gestellt. Er wird dazu beitragen, dass sich die Mannschaft spielerisch verbessert“, hält Fußballobmann Lars Markus große Stücke auf die beiden Trainer.

SV Drenke: Mit Beginn der Spielzeit 2019/20 übernahm Marco Mancusi das Traineramt auf dem Drenker Berg. Der 50-jährige geht nach dem ersten Jahr, das mit Platz fünf erfolgreich verlaufen ist, in die „zweite Halbzeit“. „Marco Mancusi passt bestens zu unserem Verein. Die Spieler und der Vorstand schätzen seine menschliche und fachliche Art“, betont Geschäftsführer Bernd Tegethoff. Bereits vor den Corona-Beschränkungen und dem Abbruch des Spielbetriebs haben die SVD-Verantwortlichen mit Mancusi im Januar verlängert.

Öztürk sagt Ja

SV Holzhausen/Erwitzen: SV-Urgestein Süleyman Öztürk bleibt den Schwarz-Weißen treu. Bereits seit zwölf Jahren schnürt Öztürk die Fußballschuhe für die Fusionierten. Seit vergangenen Sommer ist Öztürk SV-Spielertrainer und macht seine Sache gut. „Wir wollen uns weiter verbessern“, schaut der Coach nach Platz sechs Richtung Top-Five.

SV Fürstenau/Bödexen: Seit anderthalb Jahren coacht Andre Thiemann das Team vom Köterberg. Ab sofort erhält der erfahrene Coach Verstärkung: Christoph Struck, ehemaliger Jugendtrainer der Spvg Brakel und Ex-Coach des Ligakonkurrenten TuS Erkeln, wird Co-Trainer. „Ich freue mich auf die Herausforderung und die Zusammenarbeit“, betont Struck.

SV Bergheim: Auf Christian Neuschäfer folgt beim SV Bergheim Ufuk Basaran. Neuschäfer, der mit dem Traditionsverein auf Platz acht abgeschlossen hat, hat beim SVB erst vor drei Wochen seinen Rücktritt erklärt. Sein Nachfolger hat das Team des SV Bergheim bereits 2011, damals noch in der A-Liga, trainiert. Zuletzt war Basaran Coach des SV 06 Holzminden in der Kreisliga. „Wir haben einen sehr erfahrenen Fachmann gewonnen. Dabei kehrt ein alter Freund zurück. Mit Ufuk haben wir den letzten Aufstieg unseres Vereins in die A-Liga gefeiert“, stellt erster Vorsitzender Tobias Scheel heraus.

VfL Eversen: Seit November 2015 ist Daniel Chust Trainer des VfL. „Jetzt freue ich mich auf meine sechste Spielzeit bei einem gut geführten Verein. Die Mannschaft spricht nicht nur vom Teamgeist, sie lebt diesen“, hebt Chust hervor.

TuS Lütmarsen: Beim TuS ist auf der Trainerposition Konstanz angesagt: „Ich bin seit 2017 Trainer und gehe in die vierte Spielzeit“, teilt Stephan Zänger mit und weiß um viel Potential.

Duo bei Neu-Fusionierten

SG Nethe Amelunxen/Bruchhausen/Ottbergen: Die Nachbarvereine TuS Amelunxen und SSV Bruchhausen machen gemeinsame Sache und haben die Spielgemeinschaft angemeldet. Es wird zwei Mannschaften, die Zweite spielt in der C-Liga, geben. Mit Beginn der Vorbereitung werden die beiden Teams zusammengestellt. Rudi Hake, der zuletzt den TuS Amelunxen trainiert hat, und Matthias Braun, der das Amt im Winter beim SV Ottbergen/Bruchhausen übernommen hat, sind für das B-Liga-Team verantwortlich.

TuS Erkeln: Eine turbulente Spielzeit liegt hinter den Grün-Weißen. Gestartet war der ehemalige Landesligist in die Saison mit Trainer Christoph Struck. Nach schwachem Auftakt lösten der sportlicher Leiter Boris Hartmann und der Ex-Verbandsligaspieler Fabian Tewes Struck ab. Seit Februar ist Christian Multhaupt, der einst beim SV Höxter in der Landes- und Verbandsliga spielte, Übungsleiter beim TuS. Ex-Verbandsligaakteur Boris Hartmann komplettiert das Trio als sportlicher Leiter.

VfL Langeland: Der Verein von der Egge hat mit Trainer Matthias Ising verlängert. „Bereits im Dezember vergangenen Jahres haben wir uns auf eine weitere Zusammenarbeit bis zum Saisonende geeinigt. „Ich habe gerne Ja gesagt. Die Bedingungen sind beim VfL sehr gut. Den eingeschlagenen Kurs wollen wir fortführen“, sagt Ising, der damit in seine erste komplette Saison bei den Lange­ländern geht. „Wir setzen den Aufwärtstrend fort“, ist Vorsitzender Matthias Dreier überzeugt.

Rekord

TuS Godelheim: Das Urgestein macht weiter: Thorsten Lammert geht bei den Schwarz-Weißen ins elfte Jahr. Der Spielertrainer weiß, wie wichtig Konstanz und Kontinuität sind: „Als ich beim TuS angefangen bin, hätte ich niemals gedacht, dass es eine solch lange Zeit werden würde. Die Zeit geht auf der anderen Seite sehr schnell vorbei“, sagt Lammert. Das ist irgendwie schon Wahnsinn. Nun gehe ich in mein elftes Jahr. Das geht schneller als man denkt.“

Müller macht es

SV Steinheim: Dieter Müller macht weiter. Vor mehr als einem Jahr sind die Steinheimer in der Aufstiegsrelegation zur B-Liga noch knapp am SV Daseburg gescheitert. Jetzt hat es geklappt. Müller weiß um eine starke Mannschaft mit zahlreichen Talenten. „Wir haben in zwölf Spielen keine Niederlage kassiert und ein Torverhältnis von 77:5-Toren. Es ist ein verdienter Aufstieg. Nun wollen wir eine gute Rolle in der B-Liga spielen“, bleibt der Coach bescheiden und freut sich auf seine zweite Spielzeit bei den Emmerstädtern.

SV Nieheim/West: In seiner ersten Saison als SVNW-Übungsleiter führte Andre Ludwig die Blau-Weißen auf direktem Weg zurück in die B-Liga. Der Coach geht ins zweite Jahr. Jens Rössing wird ihm dabei als Co-Trainer zur Seite stehen.

TuS Hembsen II: Marvin Büse hat die Gelb-Schwarzen unter dem Titel zweite Mannschaft durch die C-Liga geführt: „Wir haben in Zeiten von Corona noch keine Entscheidung getroffen, ob wir nach dem Aufstieg auch in der B-Liga spielen werden“, so Büse. „Die Spieler hätten hervorragend mitgezogen. „Ich konnte mich auf jeden einzelnen Akteur verlassen.“ Die Planungen beim TuS Hembsen beginnen erst. Eine Spielgemeinschaft mit dem TuS Erkeln war vor einem Jahr eine Option gewesen.

Ein Kommentar von Jürgen Drüke

Die Verträge sind gemacht. Die Vereine der Kreisliga-B Nord haben fast durchweg die wichtigste Personalie entschieden und sich in der Trainerfrage festgelegt. Die Verantwortlichen setzen auf bewährte Kräfte. Kontinuität ist auf der wichtigsten Position angesagt. Das war insbesondere in der B-Liga Nord immer schon ein Markenzeichen – in Zeiten von Corona erst Recht.

Nach dem Motto „Wir wissen, wen wir haben und nicht wen wir bekommen“ ist das Auswahlverfahren von den meisten Vorständen erst gar nicht in Gang gesetzt worden. Bereits vor Corona war in der B-Liga Nord auf der Trainerposition Weitsicht angesagt: Im Herbst 2019 sind die Weichen bereits gestellt worden. Die Corona-Pandemie legte alles still. Die B-Ligisten haben in diesen Monaten reflektiert. Bei allen gebotenen Abstandsregeln und Hygienevorschriften sind Gespräche geführt und weitere Entscheidungen getroffen worden. Die alten sind meistens auch die neuen Trainer. Das Trainerkarussell läuft sehr langsam.

Der Traditionsverein TuS Godelheim ragt dabei heraus: Thorsten Lammert geht bei den Schwarz-Weißen ins elfte Jahr. Beim 1911 gegründeten Verein bleiben sie sich in guten wie in schlechten Zeiten treu. Das ist ein hohes Gut.

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