HLC-Vorsitzender Hermann Nutt im Interview – Verein kommt seinen Mitgliedern in Zeiten von Corona entgegen
„Wir passen die Beiträge an“

Höxter  (WB). Der Handball- und Leichtathletik-Club (HLC) Höxter gehört mit etwa 1300 Mitgliedern zu den größten Vereinen der Region. Die Corona-Krise sorgt auch in der Kreisstadt für viele Absagen. Kurse, sportliche Vergleiche und Meisterschaftsspiele sowie andere Veranstaltungen können aktuell nicht stattfinden. WB-Mitarbeiter Rene Wenzel hat bei Hermann Nutt nachgefragt. Der HLC-Vorsitzende berichtet über den Umgang mit der Situation in Zeiten von Corona und nimmt die Zukunft ins Visier.

Dienstag, 07.04.2020, 03:10 Uhr aktualisiert: 07.04.2020, 05:00 Uhr
Hermann Nutt hält sich auch in der Zeit der Corona-Krise fit. Hier stärkt der Vorsitzende des HLC Höxter mit zwei Hanteln seine Armmuskulatur. Foto: Rene Wenzel

Herr Nutt, wie hart hat die Corona-Krise den HLC Höxter bisher getroffen?

Hermann Nutt: Aus meiner Sicht gilt es, die aktuelle Lage von zwei Seiten zu betrachten – die des Vereins und die der Mitglieder. Wir als Verein haben bereits vor den Verordnungen der Landes- und Bundesregierung keine Kurse mehr angeboten. Auch Trainings- und Übungseinheiten wurden nicht mehr durchgeführt. Wirtschaftlich und finanziell müssen wir uns keine Sorgen machen. In der aktuellen Lage der Corona-Pandemie sind besonders unsere Mitglieder betroffen. Gerade die Menschen, die sich unter anderem mit Reha-Sport fithalten, dürfen den nicht mehr ausüben.

 

Werden Sie Ihren Mitgliedern entgegenkommen?

Nutt: Wir werden Beitragsanpassungen vornehmen und diese demnächst mitteilen. Klar ist, dass wir unseren Mitgliedern in irgendeiner Form entgegenkommen werden. Wir werden zudem bei den Kursen nur das berechnen, was auch angeboten worden ist.

 

Der Übungsbetrieb ist bis auf Weiteres eingestellt worden. Die Jahreshauptversammlung ist auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Wie sind die Reaktionen darauf ausgefallen?

Nutt: Von den Mitgliedern gab es kaum Reaktionen. Kündigungen sind noch nicht eingegangen. Allerdings mussten wir eine Premiere aus unserem Terminkalender streichen. Erstmals hatten wir ein umfangreiches Sommerprogramm mit anderen Vereinen aus der Stadt erarbeitet. Dieses sollte in den Ferien stattfinden und für Jung und Alt angeboten werden. Das Sommerprogramm ist nun angesichts der großen Krise ersatzlos gestrichen werden.

 

Wie kommunizieren Sie in der schwierigen Zeit mit ihren Mitgliedern und Übungsleitern?

Nutt: Es wird weiterhin jede Frage per E-Mail oder Telefon beantwortet. Unsere Geschäftsstelle ist zu den üblichen Zeiten geöffnet. Wir nehmen uns der Anliegen an. Es ist allerdings zwangsläufig insgesamt sehr ruhig. Angestellte aus dem Sportbereich bauen Überstunden ab. Die knapp 50 Übungsleiter, die nach den geleisteten Stunden bezahlt werden, erhalten aktuell keine Aufwandsentschädigungen und Entlohnungen.

 

Wäre es denkbar, dass die Übungsleiter in der aktuellen Phase Online-Kurse anbieten?

Nutt: Natürlich. Wir prüfen aktuell, ob wir ein digitales Programm über unsere Homepage anbieten können. Wir suchen nach Möglichkeiten, welche unsere Mitglieder auf der Internetseite nutzen können.

 

Das Corona-Pandemie hält die Welt in Atem. Würden Sie eine Prognose wagen, wie lange der Sportbetrieb ruhen wird?

Nutt: Ich gehe stark davon aus, dass der Sportbetrieb noch lange ruht. Wir können ja auch gar keine Anlagen nutzen. Vielleicht wird es nach den Sommerferien Lockerungen geben und der Betrieb langsam anlaufen.

Nach den Sommerferien soll, so sieht es der Zeitplan der Stadt Höxter vor, die Bielenberghalle renoviert werden. Der HLC würde dann nicht mehr auf die Bielenberghalle zurückgreifen können. Wie planen Sie?

Nutt: Wie die Lage genau im August ist, wissen wir noch nicht. Wir wären aber massiv von einem Umbau betroffen. Wir müssten uns dann die Frage stellen, wo wir Platz bekommen, um die vielen Stunden Sport anbieten zu können. Wöchentlich belegen wir die Bielenberghalle mit 50 Stunden. Wir haben die Fühler bereits ausgestreckt, wo Hallen in der Nähe zur Verfügung stehen würden. Aber bisher haben wir noch nichts entschieden.

Wie gehen Sie im privaten Bereich mit der Corona-Krise um?

Nutt: Meine Ehrenämter nehmen weiterhin Zeit in Anspruch. Als Hauseigentümer mit Garten habe ich in dieser Zeit auch reichlich zu tun. Eine kleine Runde mit dem Fahrrad ist auch mal drin.

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